Clostridioides difficile Infektion: ESCMID Leitlinie 2021
Hintergrund
Die europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ESCMID) hat 2021 ein Update ihrer Leitlinie zur Behandlung der Clostridioides difficile-Infektion (CDI) bei Erwachsenen veröffentlicht. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der Leitlinie.
Die Aktualisierung der Vorgängerversion aus dem Jahr 2014 wurde durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu antimikrobiellen Therapien sowie neuartigen Behandlungsansätzen notwendig. Dazu zählen insbesondere die fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) und toxinbindende monoklonale Antikörper.
Ein zentraler Paradigmenwechsel der aktuellen Leitlinie ist die Abkehr von der Krankheitsschwere als primärem Entscheidungskriterium. Stattdessen wird nun das individuelle Rezidivrisiko der Patienten als maßgeblicher Faktor für die Wahl der Behandlungsstrategie herangezogen.
Empfehlungen
Die ESCMID-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur medikamentösen Therapie der Clostridioides difficile-Infektion (CDI):
Initiale Therapie
Laut Leitlinie wird Metronidazol nicht mehr für die Behandlung der CDI empfohlen, sofern Fidaxomicin oder Vancomycin zur Verfügung stehen.
Für die initiale CDI-Episode gilt Fidaxomicin als bevorzugte Substanz, wenn dieses verfügbar und der Einsatz praktikabel ist.
Erstes Rezidiv
Auch beim ersten Rezidiv einer CDI wird Fidaxomicin als bevorzugtes Medikament empfohlen.
Wurde bereits die initiale Episode mit Fidaxomicin behandelt, empfiehlt die Leitlinie für das erste Rezidiv den Einsatz von Bezlotoxumab in Kombination mit der antibiotischen Standardtherapie (Standard of Care, SoC).
Zweites und weitere Rezidive
Für die Behandlung eines zweiten oder jedes weiteren Rezidivs werden laut Leitlinie folgende Therapieoptionen in Ergänzung zur antibiotischen Standardtherapie bevorzugt:
-
Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT)
-
Bezlotoxumab
Hohes Rezidivrisiko
Bei Patienten mit einem hohen Risiko für ein Rezidiv kann Bezlotoxumab als Zusatzbehandlung zu Vancomycin erwogen werden. Dies gilt laut Leitlinie insbesondere dann, wenn Fidaxomicin nicht verfügbar ist.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie für den klinischen Alltag ist der Verzicht auf Metronidazol, sofern Fidaxomicin oder Vancomycin verfügbar sind. Zudem sollte die Therapieentscheidung primär vom individuellen Rezidivrisiko des Patienten abhängig gemacht werden und nicht mehr, wie in älteren Leitlinien empfohlen, von der Schwere der Erkrankung.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt Fidaxomicin als bevorzugte Substanz für die initiale Episode einer Clostridioides difficile-Infektion, sofern es verfügbar ist. Metronidazol wird nicht mehr empfohlen, wenn Fidaxomicin oder Vancomycin zur Verfügung stehen.
Auch beim ersten Rezidiv ist Fidaxomicin das bevorzugte Medikament. Wurde Fidaxomicin bereits bei der Erstepisode eingesetzt, wird die Gabe von Bezlotoxumab zusätzlich zur antibiotischen Standardtherapie empfohlen.
Laut Leitlinie wird die fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) als bevorzugte Therapieoption ab dem zweiten Rezidiv einer Clostridioides difficile-Infektion empfohlen. Sie wird in Ergänzung zur antibiotischen Standardtherapie eingesetzt.
Im Gegensatz zu früheren Empfehlungen rückt die Leitlinie von der Krankheitsschwere als primärem Faktor ab. Stattdessen wird das individuelle Risiko für ein Rezidiv als entscheidendes Kriterium für die Wahl der Behandlungsstrategie herangezogen.
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Quelle: ESCMID: European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases: 2021 update on the treatment guidance document for Clostridioides difficile infection in adults (ESCMID, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.