ClariMedClariMed

Clostridioides difficile: Therapie-Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Oral verabreichtes Vancomycin ist die Therapie der ersten Wahl bei einer Erstepisode.
  • Fidaxomicin wird bei Therapieversagen oder einem frühen Rezidiv (innerhalb von 12 Wochen) empfohlen.
  • Antimotilitäts-Medikamente wie Loperamid sind kontraindiziert.
  • Von der Einnahme von Probiotika oder Präbiotika zur Prävention wird abgeraten.
  • Eine Stuhltransplantation (FMT) kann ab dem zweiten Rezidiv erwogen werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Clostridioides difficile-Infektion (CDI) tritt häufig nach oder während einer Antibiotikatherapie auf. Die aktuelle NICE-Leitlinie fokussiert sich auf den rationalen Einsatz von Antibiotika zur Behandlung der CDI und zur Vermeidung von Resistenzen.

Die Schwere der Erkrankung wird wie folgt klassifiziert:

SchweregradKlinische Kriterien
LeichtNormale Leukozytenzahl, <3 ungeformte Stühle/Tag
MittelschwerErhöhte Leukozytenzahl (<15 x 10^9/l), 3-5 ungeformte Stühle/Tag
SchwerLeukozyten >15 x 10^9/l, Kreatinin-Anstieg >50%, Temperatur >38,5°C oder schwere Kolitis
LebensbedrohlichHypotension, (Teil-)Ileus, toxisches Megakolon oder CT-Zeichen schwerer Erkrankung

Allgemeinmaßnahmen und Medikamenten-Review

Bei bestätigter oder vermuteter CDI muss die bestehende Medikation kritisch geprüft werden:

  • Laufende Antibiotika: Wenn möglich absetzen. Falls essenziell, auf ein Präparat mit geringerem CDI-Risiko umstellen.
  • Gastrointestinal wirksame Medikamente: Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und Laxanzien überprüfen und ggf. absetzen.
  • Nephrotoxische Medikamente: NSAR, ACE-Hemmer, Angiotensin-2-Rezeptor-Antagonisten und Diuretika bei Dehydratation pausieren.
  • Kontraindikation: Antimotilitäts-Medikamente (z.B. Loperamid) nicht einsetzen, da sie die Toxin-Ausscheidung verzögern.

Antibiotische Therapie bei Erwachsenen

Die Therapie erfolgt primär oral. Bei Patienten, die keine oralen Medikamente einnehmen können, sollte nach fachärztlicher Rücksprache eine enterale Sonde oder rektale Applikation genutzt werden.

IndikationTherapie der WahlDosierung
Erstepisode (leicht bis schwer)Vancomycin (oral)125 mg 4x tgl. für 10 Tage
Therapieversagen (Erstepisode)Fidaxomicin (oral)200 mg 2x tgl. für 10 Tage
Frühes Rezidiv (<12 Wochen)Fidaxomicin (oral)200 mg 2x tgl. für 10 Tage
Spätes Rezidiv (>12 Wochen)Vancomycin ODER FidaxomicinStandarddosierung für 10 Tage
Lebensbedrohliche CDIVancomycin (oral) + Metronidazol (i.v.)Vanco 500 mg 4x tgl. + Metro 500 mg 3x tgl. (nach Facharzt-Konsil)

Wichtig: Ein Therapieversagen sollte frühestens nach 7 Tagen beurteilt werden, da die Diarrhö 1-2 Wochen anhalten kann.

Rezidivprophylaxe und Stuhltransplantation

  • Faekaler Mikrobiota-Transfer (FMT): Kann bei Erwachsenen mit rezidivierender CDI erwogen werden, wenn bereits zwei oder mehr vorherige Episoden aufgetreten sind.
  • Bezlotoxumab: Wird zur Rezidivprophylaxe aufgrund mangelnder Kosteneffektivität nicht empfohlen.

Prävention

Die Leitlinie spricht sich klar gegen medikamentöse Prophylaxen aus:

  • Keine Antibiotika zur Prävention einer CDI einsetzen.
  • Keine Probiotika oder Präbiotika zur CDI-Prävention bei Patienten unter Antibiose empfehlen.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie bei CDI-Verdacht sofort die Begleitmedikation: Setzen Sie nicht-essenzielle Antibiotika ab und pausieren Sie Medikamente, die bei Dehydratation gefährlich sind (z.B. NSAR, ACE-Hemmer, Diuretika).

Häufig gestellte Fragen

Orales Vancomycin (125 mg 4-mal täglich für 10 Tage) wird für die Erstepisode in allen Schweregraden empfohlen.
Bei Therapieversagen von Vancomycin oder bei einem frühen Rezidiv innerhalb von 12 Wochen nach Symptomfreiheit.
Nein, die Leitlinie rät von Probiotika und Präbiotika zur Prävention einer CDI explizit ab.
Bei Erwachsenen mit rezidivierender CDI, die bereits zwei oder mehr vorherige Episoden hatten.

Verwandte Leitlinien