Ernährungsmedizin Onkologie: S3-Leitlinie Empfehlungen
Hintergrund
Der Ernährungszustand hat einen wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und den Therapieerfolg bei onkologischen Erkrankungen. Eine Mangelernährung vermindert die Lebensqualität, verringert die Therapieverträglichkeit und führt zu häufigeren Komplikationen.
Die S3-Leitlinie "Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie" (2025) zielt darauf ab, einer Unterversorgung entgegenzuwirken. Sie bietet eine evidenzbasierte Grundlage für die interdisziplinäre Zusammenarbeit im gesamten Erkrankungsverlauf.
Im Fokus stehen das frühzeitige Screening, die bedarfsgerechte Energie- und Nährstoffzufuhr sowie der gezielte Einsatz von enteraler und parenteraler Ernährung. Zudem positioniert sich die Leitlinie klar zu spezifischen Kostformen und sogenannten Krebsdiäten.
💡Praxis-Tipp
Ein kontraintuitiver, aber zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft das perioperative Management: Bei Patienten mit einem hohen metabolischen Risiko (z.B. schwerer Gewichtsverlust) wird eine präoperative Ernährungstherapie von 10 bis 14 Tagen empfohlen. Es wird ausdrücklich betont, dass eine Verschiebung der Tumoroperation um diesen Zeitraum onkologisch keinen Nachteil bedeutet, die postoperative Komplikationsrate jedoch signifikant senken kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz validierter Instrumente wie NRS-2002, MUST, MST, SGA oder PG-SGA. Die Auswahl sollte an das jeweilige Behandlungssetting (ambulant vs. stationär) angepasst werden.
Es wird davon abgeraten, normal- oder untergewichtigen Patienten eine ketogene Diät zu empfehlen. Laut Leitlinie führt diese Ernährungsform häufig zu einem ungewollten Gewichtsverlust und birgt das Risiko einer Mangelernährung.
Die Leitlinie spricht sich klar gegen eine strenge "Neutropenie-Diät" aus. Es wird betont, dass diese Kostform Infektionen nicht signifikant reduziert, jedoch die Lebensqualität einschränkt und den Ernährungszustand verschlechtern kann.
Eine parenterale Ernährung wird empfohlen, wenn die orale oder enterale Nahrungsaufnahme unzureichend oder nicht möglich ist. Bei funktionierendem Verdauungstrakt sollte jedoch immer die enterale Zufuhr bevorzugt werden.
Es wird empfohlen, ein Fasten mit starker Kalorienrestriktion (< 400 kcal/Tag) während einer laufenden Tumortherapie außerhalb von Studien nicht durchzuführen. Die Evidenz reicht laut Leitlinie nicht aus, um einen Nutzen zu belegen.
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Quelle: S3-Leitlinie Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie v1.01 (2025) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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