Enuresis und Harninkontinenz: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der Enuresis und der nicht-organischen (funktionellen) Harninkontinenz bei Kindern und Jugendlichen. Als Störung wird ein Einnässen erst ab einem chronologischen Alter von fünf Jahren und einer Dauer von mindestens drei Monaten definiert.

Gemäß der Leitlinie wird zwischen der kontinuierlichen und der intermittierenden Harninkontinenz unterschieden. Bei der intermittierenden Form wird weiter differenziert zwischen der Inkontinenz im Schlaf (Enuresis) und der Inkontinenz am Tag. Bei der Enuresis wird zudem unterschieden, ob zusätzliche Symptome einer Blasendysfunktion vorliegen (nicht-monosymptomatisch) oder nicht (monosymptomatisch).

Komorbide Störungen spielen eine wesentliche Rolle und beeinflussen den Therapieerfolg maßgeblich. Insbesondere die Assoziation von funktioneller Blasendysfunktion und Störungen der Darmentleerung, bezeichnet als "Bladder and Bowel-Dysfunction" (BBD), sowie psychische Begleiterkrankungen wie ADHS werden als hochrelevant eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, bei einer nicht-monosymptomatischen Enuresis (NMEN) die Tagessymptomatik zu übersehen, wenn Kinder tagsüber scheinbar trocken sind. Es wird dringend empfohlen, stets zuerst eine bestehende Obstipation oder Tagessymptomatik zu behandeln, bevor die nächtliche Enuresis therapiert wird. Zudem wird betont, dass Desmopressin nach erfolgreicher Therapie nicht abrupt abgesetzt, sondern schrittweise ausgeschlichen werden sollte, um hohe Rückfallquoten zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert ein intermittierendes Einnässen erst ab einem chronologischen Alter von 5,0 Jahren als Störung. Zuvor wird die Inkontinenz als physiologisches Phänomen im Rahmen eines normalen Reifungsprozesses betrachtet.

Es wird Propiverin als Mittel der ersten Wahl empfohlen, da es im Vergleich zu anderen Anticholinergika eine geringere Nebenwirkungsrate aufweist. Oxybutynin gilt als Mittel der zweiten Wahl.

Laut Leitlinie hat es sich bewährt, die Therapie so lange durchzuführen, bis das Kind 14 Nächte hintereinander trocken war. In der Regel sollte die Behandlung jedoch nicht länger als 16 Wochen andauern.

Es wird empfohlen, das Medikament 30 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen einzunehmen. Um das Risiko einer Wasserintoxikation zu minimieren, darf die abendliche Trinkmenge nach der Einnahme 250 ml nicht überschreiten.

Neben einer ausführlichen Urotherapie werden laut Leitlinie Behandlungserfolge mit einer Kombination aus Physiotherapie und Biofeedback berichtet. In schweren Fällen wird auch ein Off-Label-Einsatz von Methylphenidat diskutiert.

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