AkdÄ2022

Defibrotid (Defitelio): Rote-Hand-Brief zur VOD-Prophylaxe

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2022-28 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst einen Rote-Hand-Brief zu Defibrotid (Defitelio) zusammen. Defibrotid ist grundsätzlich zur Behandlung der schweren hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD) im Rahmen einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) zugelassen.

Anlass für die Sicherheitswarnung sind die Ergebnisse der Prophylaxe-Studie 15-007. In dieser wurde untersucht, ob das Medikament auch präventiv eingesetzt werden kann, um das Auftreten einer VOD nach einer Stammzelltransplantation zu verhindern.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert basierend auf dem Rote-Hand-Brief folgende zentrale Warnhinweise:

  • Defibrotid darf nicht zur Prophylaxe einer hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD) angewendet werden.

  • Die Anwendung wird aufgrund fehlender Wirksamkeit und des bestehenden Risikoprofils des Medikaments in der Prävention ausdrücklich nicht empfohlen.

Studienergebnisse zur Prophylaxe

In der Studie 15-007 wurde Defibrotid in Kombination mit der besten unterstützenden Therapiemaßnahme (Best Supportive Care, BSC) mit BSC allein verglichen. Die Studie wurde nach einer Futility-Analyse vorzeitig gestoppt.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt, definiert als VOD-freies Überleben bis Tag +30 nach HSCT, wurde nicht erreicht. Die Kaplan-Meier-Schätzungen zeigten keinen Vorteil für die Prophylaxe-Gruppe (p = 0,8504):

TherapiegruppeVOD-freies Überleben (Tag +30)95 % Konfidenzintervall
Defibrotid + BSC66,8 %57,8 % bis 74,4 %
BSC allein72,5 %62,3 % bis 80,4 %

Kontraindikationen

Laut Rote-Hand-Brief besteht eine klare Warnung für den prophylaktischen Einsatz:

  • Keine Anwendung von Defibrotid zur Prophylaxe der hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD) nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation.
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💡Praxis-Tipp

Es wird dringend darauf hingewiesen, Defibrotid ausschließlich zur Therapie einer bereits bestehenden, schweren hepatischen venookklusiven Erkrankung einzusetzen. Ein prophylaktischer Einsatz nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation bietet laut Studiendaten keinen Überlebensvorteil und setzt Behandelte unnötigen Risiken aus.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ ist Defibrotid zur Behandlung der schweren hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD) bei hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) zugelassen.

Nein, der Rote-Hand-Brief warnt ausdrücklich vor der prophylaktischen Anwendung von Defibrotid. In einer klinischen Studie konnte kein positiver Effekt auf das VOD-freie Überleben gezeigt werden.

Die Studie 15-007 wurde nach einer sogenannten Futility-Analyse (Nutzlosigkeitsanalyse) abgebrochen. Es zeigte sich, dass der primäre Wirksamkeitsendpunkt im Vergleich zur alleinigen unterstützenden Therapie nicht erreicht wurde.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Defitelio® (Defibrotid): Nicht (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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