AkdÄ2021

Guanfacin absetzen: AkdÄ-Sicherheitswarnung zu PRES

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2021 thematisiert schwere Komplikationen beim Absetzen von Guanfacin. Der zentrale Alpha-2a-Rezeptoragonist wird im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt. Ursprünglich wurde der Wirkstoff als Antihypertensivum verwendet und kann entsprechend zu einer Hypotension führen.

Auslöser der Sicherheitswarnung war der Fall eines 14-jährigen Jungen, der nach abruptem Absetzen von Guanfacin und Methylphenidat ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) entwickelte. Dieses manifestierte sich durch Erbrechen, Kopfschmerzen, hypertone Blutdruckwerte und einen protrahierten Krampfanfall.

Ein PRES äußert sich typischerweise durch akut oder subakut auftretende neurologische Symptome. Dazu gehören Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle, die häufig mit einem erhöhten arteriellen Blutdruck einhergehen. Als Ursache wird unter anderem eine gestörte zerebrovaskuläre Autoregulation mit endothelialer Dysfunktion und vasogenem Ödem diskutiert.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert klare Vorgaben für die Beendigung einer Therapie mit Guanfacin.

Absetzen der Medikation

Laut der Sicherheitswarnung wird vor einem abrupten Absetzen von Guanfacin ausdrücklich gewarnt. Ein plötzlicher Therapieabbruch kann zu einer Rebound-Hypertonie führen. In sehr seltenen Fällen wurden hypertensive Enzephalopathien nach einem abrupten Absetzen beobachtet.

Es wird ein streng ausschleichendes Vorgehen empfohlen. Die Dosisreduktion sollte gemäß Fachinformation in folgenden Schritten erfolgen:

  • Reduktion um höchstens 1 mg pro Schritt

  • Zeitintervall von drei bis sieben Tagen zwischen den Reduktionsschritten

Monitoring

Während der Dosisreduktion und beim Absetzen der Medikation wird eine engmaschige Überwachung gefordert. Es wird empfohlen, folgende Vitalparameter regelmäßig zu kontrollieren:

  • Blutdruck

  • Puls

Management bei Komplikationen

Die Behandlung eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) orientiert sich an den auftretenden Symptomen sowie der vermuteten Ursache. Im gemeldeten Fallbericht führte die Wiederaufnahme von Guanfacin in niedrigerer Dosierung in Kombination mit einer antihypertensiven Medikation zu einer Besserung der Symptomatik.

Dosierung

Die AkdÄ verweist auf die Fachinformation bezüglich des korrekten Absetzschemas für Guanfacin.

MaßnahmeDosierungsschrittZeitintervall
Ausschleichendes AbsetzenReduktion um maximal 1 mgAlle 3 bis 7 Tage

Kontraindikationen

Ein abruptes Absetzen von Guanfacin wird aufgrund der Gefahr einer Rebound-Hypertonie und eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist das abrupte Absetzen von Guanfacin, was lebensbedrohliche hypertensive Krisen oder ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) auslösen kann. Es wird dringend angeraten, die Medikation stets schrittweise um maximal 1 mg alle drei bis sieben Tage auszuschleichen. Dabei wird eine konsequente Überwachung von Blutdruck und Puls während der gesamten Absetzphase empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ wird ein stufenweises Ausschleichen empfohlen. Die Dosis sollte um höchstens 1 mg alle drei bis sieben Tage reduziert werden.

Ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) kann sich durch Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle äußern. Diese Symptome treten häufig in Verbindung mit einem stark erhöhten Blutdruck auf.

Während der Dosisreduktion und beim Absetzen der Medikation wird eine Überwachung der Vitalparameter empfohlen. Insbesondere Blutdruck und Puls sollten laut Sicherheitswarnung regelmäßig kontrolliert werden.

Ein plötzliches Absetzen kann zu einer gefährlichen Rebound-Hypertonie führen. In sehr seltenen Fällen, wie in der AkdÄ-Sicherheitswarnung beschrieben, kann dies eine hypertensive Enzephalopathie (PRES) auslösen.

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Quelle: AkdÄ: Guanfacin: Rebound-Hypertonie und posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom nach abruptem Absetzen. (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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