AkdÄ2019

Febuxostat (Adenuric): Rote-Hand-Brief zur Mortalität

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2019-36 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst einen Rote-Hand-Brief zu Febuxostat-haltigen Arzneimitteln (wie Adenuric®) zusammen. Anlass ist die Auswertung der doppelblinden, randomisierten Phase-IV-Studie CARES.

Febuxostat wird zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie bei Gicht eingesetzt, wenn bereits Uratablagerungen bestehen. Eine weitere Indikation ist die Prophylaxe und Therapie einer Hyperurikämie bei Erwachsenen mit hämatologischen Malignomen, die eine Chemotherapie mit mittlerem bis hohem Risiko für ein Tumorlysesyndrom erhalten.

In der CARES-Studie wurde die kardiovaskuläre Sicherheit von Febuxostat im Vergleich zu Allopurinol untersucht. Die Studienpopulation bestand aus Gicht-Erkrankten mit schweren kardiovaskulären Komorbiditäten. Dabei zeigte sich ein signifikantes Risiko bezüglich der Mortalität.

Empfehlungen

Studienergebnisse zur Mortalität

Laut der Warnung trat der primäre MACE-Endpunkt (Major Adverse Cardiac Event) unter Febuxostat und Allopurinol mit vergleichbarer Häufigkeit auf. Es zeigte sich jedoch eine signifikant erhöhte Sterblichkeit unter Febuxostat.

EndpunktFebuxostatAllopurinolHazard Ratio (HR)
Kardiovaskuläre Mortalität4,3 %3,2 %1,34
Gesamtmortalität7,8 %6,4 %1,22

Konsequenzen für die Therapie

Die AkdÄ formuliert auf Basis dieser Daten eine deutliche Einschränkung für den Einsatz von Febuxostat.

  • Bei bestehender schwerer kardiovaskulärer Erkrankung sollte die Behandlung mit Febuxostat vermieden werden.

  • Eine Ausnahme besteht laut Warnung nur dann, wenn keine anderen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

  • Die Produktinformationen aller Febuxostat-haltigen Arzneimittel werden entsprechend aktualisiert.

Kontraindikationen

Die Warnung nennt schwere kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte als Grund, die Therapie mit Febuxostat zu vermeiden. Dazu zählen explizit:

  • Myokardinfarkt

  • Schlaganfall

  • Instabile Angina pectoris

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung von Urikostatika wird eine genaue Anamnese bezüglich kardiovaskulärer Vorerkrankungen empfohlen. Laut Rote-Hand-Brief stellt Allopurinol bei kardiovaskulären Risikogruppen das sicherere Präparat hinsichtlich der Mortalität dar. Febuxostat sollte in diesen Fällen nur als absolute Reserveoption betrachtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Die CARES-Studie zeigte unter Febuxostat eine signifikant höhere kardiovaskuläre Mortalität und Gesamtmortalität im Vergleich zu Allopurinol. Dies betraf Personen mit Gicht und schweren kardiovaskulären Vorerkrankungen.

Laut Rote-Hand-Brief sollte die Behandlung bei schweren kardiovaskulären Erkrankungen wie einem stattgehabten Myokardinfarkt vermieden werden. Sie wird nur dann noch empfohlen, wenn keine anderen Therapiemöglichkeiten bestehen.

Die kardiovaskuläre Mortalität lag unter Febuxostat bei 4,3 % gegenüber 3,2 % unter Allopurinol. Die Gesamtmortalität betrug 7,8 % im Vergleich zu 6,4 %.

Das Medikament wird zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie bei Gicht eingesetzt. Zudem dient es der Vorbeugung und Behandlung einer Hyperurikämie bei Erwachsenen mit hämatologischen Malignomen unter Chemotherapie.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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