DOAK bei Antiphospholipid-Syndrom: Rote-Hand-Brief AkdÄ
Hintergrund
Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2019 thematisiert die Sicherheit von direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK). Er bezieht sich auf die Wirkstoffe Apixaban, Dabigatranetexilat, Edoxaban und Rivaroxaban.
Hintergrund ist eine randomisierte, offene, multizentrische Studie bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom (APS) und einer Thrombose in der Vorgeschichte. Diese Studie wurde aufgrund einer erhöhten Rate thromboembolischer Ereignisse im Rivaroxaban-Arm vorzeitig abgebrochen.
Direkte orale Antikoagulanzien werden regulär zur Behandlung und Prophylaxe venöser Thromboembolien sowie zur Schlaganfallprophylaxe eingesetzt. Für das Antiphospholipid-Syndrom liegt jedoch keine ausreichende Evidenz für eine Schutzwirkung vor.
Empfehlungen
Bewertung der Studienlage
Laut Rote-Hand-Brief zeigte sich unter Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin ein erhöhtes Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse. In der zugrundeliegenden Studie waren 7 von 59 Patienten unter Rivaroxaban betroffen, während unter Warfarin kein Ereignis auftrat (0 von 61).
Für die anderen DOAK sind weniger Daten verfügbar. Es wird jedoch auch hier ein unzureichender Schutz vor thromboembolischen Ereignissen angenommen.
Klinisches Vorgehen
Die Publikation formuliert folgende Kernempfehlungen für die Praxis:
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Die Anwendung von DOAK wird bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom nicht empfohlen.
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Dies gilt insbesondere für Hochrisikopatienten mit dreifach positiver Serologie.
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Bei laufender DOAK-Therapie sollte die Fortführung kritisch geprüft werden.
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Es wird erwogen, betroffene Patienten auf Vitamin-K-Antagonisten umzustellen.
Kontraindikationen
Der Rote-Hand-Brief rät von der Anwendung folgender direkter oraler Antikoagulanzien bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom ab:
| Wirkstoff | Handelsname (Beispiele) |
|---|---|
| Apixaban | Eliquis® |
| Dabigatranetexilat | Pradaxa® |
| Edoxaban | Lixiana®, Roteas® |
| Rivaroxaban | Xarelto® |
Eine besondere Warnung gilt für Hochrisikopatienten, die in allen drei Antiphospholipid-Tests positiv getestet wurden. Dies umfasst das Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper und Anti-Beta-2-Glykoprotein-1-Antikörper.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die unkritische Fortführung einer DOAK-Therapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Antiphospholipid-Syndrom. Laut Rote-Hand-Brief ist in diesen Fällen eine zeitnahe Überprüfung der Medikation essenziell. Es wird empfohlen, eine Umstellung auf Vitamin-K-Antagonisten zu erwägen, um rezidivierende thromboembolische Ereignisse zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Eine Studie zeigte unter Rivaroxaban eine erhöhte Rate an rezidivierenden thromboembolischen Ereignissen im Vergleich zu Warfarin. Für andere DOAK wird mangels Evidenz ebenfalls von einer unzureichenden Schutzwirkung ausgegangen.
Als Hochrisikopatienten gelten Personen, die in allen drei Antiphospholipid-Tests positiv getestet wurden. Dies umfasst das Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper und Anti-Beta-2-Glykoprotein-1-Antikörper.
Laut Rote-Hand-Brief sollte bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom eine Umstellung von DOAK auf Vitamin-K-Antagonisten erwogen werden.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Apixaban (Eliquis®) (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.