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Zostex (Brivudin): Rote-Hand-Brief zu 5-Fluoropyrimidinen

Diese Leitlinie stammt aus 2012 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2012)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2012. Er thematisiert eine schwerwiegende Sicherheitswarnung bezüglich des antiviralen Wirkstoffs Brivudin (Zostex®), der primär zur Behandlung von Herpes zoster eingesetzt wird.

Der Hintergrund der Warnung ist eine potenziell tödliche Wechselwirkung zwischen Brivudin und 5-Fluoropyrimidinen. Zu dieser Wirkstoffklasse gehören unter anderem in der Onkologie und Dermatologie eingesetzte Substanzen wie 5-Fluorouracil (5-FU), Capecitabin oder Tegafur.

Die Toxizität entsteht durch die irreversible Hemmung des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) durch Brivudin. Dies führt zu einer verminderten Metabolisierung und folglich zu einer lebensbedrohlichen Akkumulation von 5-Fluoropyrimidinen im Körper.

Empfehlungen

Die Sicherheitsinformation des BfArM formuliert folgende Kernpunkte zur Arzneimittelsicherheit:

Strikte Kontraindikation

Laut Rote-Hand-Brief ist die gleichzeitige Anwendung von Brivudin (Zostex®) und 5-Fluoropyrimidinen strikt kontraindiziert. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, diese Wirkstoffe parallel zu verabreichen, da das Risiko einer potenziell tödlichen Wechselwirkung besteht.

Betroffene Darreichungsformen

Die Warnung vor der Wechselwirkung schließt laut BfArM explizit alle Darreichungsformen von 5-Fluoropyrimidinen ein. Dies umfasst:

  • Systemische Therapien

  • Topische Zubereitungen (z.B. Cremes oder Salben)

  • Kombinationsarzneimittel, die 5-Fluoropyrimidine enthalten

Kontraindikationen

Gemäß dem Rote-Hand-Brief besteht eine absolute Kontraindikation für die gleichzeitige Anwendung von:

  • Brivudin (Zostex®)

  • 5-Fluoropyrimidinen (inklusive topischer Zubereitungen und Kombinationspräparate)

Die gleichzeitige Gabe kann zu einer potenziell tödlichen Wechselwirkung führen.

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💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Fehler im klinischen Alltag ist das Übersehen von topischen 5-Fluorouracil-Präparaten (z.B. zur Behandlung von aktinischen Keratosen) bei der Anamnese vor einer Brivudin-Verschreibung. Die Sicherheitsinformation verdeutlicht die Wichtigkeit einer genauen Medikamentenanamnese bezüglich onkologischer und dermatologischer Therapien mit 5-Fluoropyrimidinen, bevor Brivudin bei Herpes zoster verordnet wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief des BfArM besteht bei der gleichzeitigen Anwendung das Risiko einer potenziell tödlichen Wechselwirkung. Der medizinische Hintergrund ist eine Hemmung des DPD-Enzyms durch Brivudin, was zu einer toxischen Akkumulation der 5-Fluoropyrimidine führt.

Ja, der Rote-Hand-Brief warnt ausdrücklich davor, dass die Kontraindikation auch für topische Zubereitungen gilt. Auch Kombinationsarzneimittel mit 5-Fluoropyrimidinen sind von der Warnung betroffen.

Zostex enthält den antiviralen Wirkstoff Brivudin. Es wird in der klinischen Praxis typischerweise zur systemischen Behandlung von Herpes zoster (Gürtelrose) bei immunkompetenten Erwachsenen eingesetzt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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