Carbimazol & Thiamazol Warnung: AkdÄ Rote-Hand-Brief
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informierte 2019 in einem Rote-Hand-Brief über neue Sicherheitsrisiken bei der Therapie mit Carbimazol und Thiamazol. Diese Thyreostatika werden in verschiedenen klinischen Situationen zur Behandlung der Hyperthyreose eingesetzt.
Die Sicherheitswarnung basiert auf Fallberichten zu zwei schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Im Fokus stehen das Risiko einer akuten Pankreatitis sowie die Gefahr angeborener Fehlbildungen bei einer Anwendung in der Schwangerschaft.
Empfehlungen
Die Sicherheitswarnung formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Alltag:
Risiko der akuten Pankreatitis
Laut Rote-Hand-Brief gibt es Fallberichte über das Auftreten einer akuten Pankreatitis nach der Behandlung mit Carbimazol- oder Thiamazol-haltigen Arzneimitteln. Bei einer erneuten Exposition wurde ein verkürztes Intervall bis zum Krankheitsbeginn beobachtet.
Das Dokument sieht bei dieser Komplikation folgendes Vorgehen vor:
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Bei Auftreten einer akuten Pankreatitis ist die Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol sofort zu beenden.
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Jede erneute Exposition mit diesen Wirkstoffen ist strikt zu vermeiden.
Kontrazeption und Schwangerschaft
Die Wirkstoffe stehen im Verdacht, angeborene Fehlbildungen zu verursachen. Dieses Risiko besteht laut Warnung insbesondere bei einer Verabreichung im ersten Trimester und in hohen Dosierungen.
Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen für Frauen im gebärfähigen Alter:
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Während der Behandlung muss eine wirksame Methode der Kontrazeption angewendet werden.
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In der Schwangerschaft ist eine Anwendung nur nach strenger individueller Nutzen-Risiko-Bewertung zulässig.
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Die Therapie in der Schwangerschaft darf nur in der niedrigsten wirksamen Dosis erfolgen.
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Es dürfen keine zusätzlichen Schilddrüsenhormone verabreicht werden.
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Ein engmaschiges Monitoring von Mutter, Fetus und Neugeborenem wird empfohlen.
Kontraindikationen
Eine erneute Anwendung (Re-Exposition) von Carbimazol oder Thiamazol ist bei Personen mit einer stattgehabten akuten Pankreatitis unter diesen Wirkstoffen strikt zu vermeiden.
In der Schwangerschaft wird von einer Kombinationstherapie mit zusätzlichen Schilddrüsenhormonen abgeraten.
💡Praxis-Tipp
Bei Patientinnen im gebärfähigen Alter, die mit Carbimazol oder Thiamazol behandelt werden, wird eine proaktive Aufklärung über die zwingende Notwendigkeit einer sicheren Verhütung empfohlen. Zudem sollte bei unklaren abdominellen Schmerzen unter thyreostatischer Therapie differenzialdiagnostisch an eine medikamentös induzierte Pankreatitis gedacht werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief muss die Behandlung mit Thiamazol oder Carbimazol bei einer akuten Pankreatitis sofort beendet werden. Eine erneute Gabe der Medikamente ist in der Zukunft strikt zu vermeiden.
Eine Anwendung in der Schwangerschaft wird nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Die Therapie sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis und ohne zusätzliche Schilddrüsenhormone erfolgen.
Die Wirkstoffe stehen im Verdacht, angeborene Fehlbildungen beim Fetus zu verursachen. Dieses Risiko ist laut Sicherheitswarnung besonders im ersten Trimester und bei hohen Dosierungen erhöht.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Carbimazol- und Thiamazol-haltigen (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.