SGLT-2-Inhibitoren: Amputationsrisiko und Fußpflege
Hintergrund
Die Drug Safety Mail 2017-07 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über ein potenzielles Sicherheitsrisiko bei der Therapie mit SGLT-2-Inhibitoren. Diese Wirkstoffklasse, zu der Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin gehören, wird zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt.
In einer Langzeituntersuchung zu kardiovaskulären Endpunkten wurde unter der Therapie mit Canagliflozin ein erhöhtes Risiko für Amputationen der unteren Extremitäten, insbesondere der Zehen, beobachtet. Der genaue zugrunde liegende Pathomechanismus ist laut AkdÄ bislang nicht bekannt.
Obwohl dieses Risiko für Dapagliflozin und Empagliflozin bisher nicht nachgewiesen wurde, ist die Datenlage lückenhaft. Ein Gruppeneffekt der SGLT-2-Inhibitoren kann daher derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, bei allen Patienten unter SGLT-2-Inhibitoren auf eine konsequente Fußpflege zu achten und bei ersten Anzeichen von Fußkomplikationen wie Ulzera oder Infektionen die Therapie kritisch zu reevaluieren. Ein potenzieller Klasseneffekt bezüglich des Amputationsrisikos kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Häufig gestellte Fragen
In einer Langzeitstudie wurde unter Canagliflozin ein erhöhtes Risiko für Amputationen der unteren Extremitäten, vor allem der Zehen, festgestellt. Ein Gruppeneffekt für andere SGLT-2-Inhibitoren kann laut AkdÄ nicht ausgeschlossen werden.
Bislang wurde für Dapagliflozin und Empagliflozin kein erhöhtes Amputationsrisiko beobachtet. Aufgrund einer lückenhaften Datenlage wird jedoch empfohlen, einen Klasseneffekt in Betracht zu ziehen.
Die Sicherheitswarnung empfiehlt, Amputationen der unteren Extremitäten als gelegentliche Nebenwirkung in die Produktinformation aufzunehmen. Dies entspricht einer Häufigkeit von 1 bis 10 von 1000 behandelten Patienten.
Es wird empfohlen, alle Patienten auf die Notwendigkeit einer routinemäßigen Fußpflege und einer ausreichenden Hydratation hinzuweisen. Patienten mit einem erhöhten Amputationsrisiko sollten zudem sorgfältig überwacht werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Information des BfArM zu SGLT-2-Inhibitoren (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: SGLT-2-Inhibitoren: Beschluss der Europäischen
Informationsbrief zu den canagliflozinhaltigen Arzneimitteln Invokana® (Canagliflozin) und Vokanamet® (Canagliflozin, Metformin): Risiko von Amputationen der unteren Gliedmaßen
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu SGLT-2-Inhibitoren: Risiko einer
AkdÄ: Mitteilung der AkdÄ im Deutschen Ärzteblatt vom
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Forxiga® (Dapagliflozin) 5 mg: Keine Anwendung bei Typ-1-Diabetes mellitus.
AkdÄ: Information des BfArM zu Picato® (Ingenolmebutat): EMA
AkdÄ: Information der FDA zu Paclitaxel-beschichteten
AkdÄ: Pressemitteilung der EMA zu Valsartan: Prüfung auf Verunreinigungen auf andere Sartane ausgeweitet.
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen