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Unknown Source

EHEC & STEC: Erregersteckbrief (BfR/RKI/FLI)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Unknown Source Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • STEC (Shigatoxin-bildende E. coli) sind Zoonoseerreger, deren humanpathogene Stämme als EHEC bezeichnet werden.
  • Das Hauptreservoir sind Wiederkäuer (v. a. Rinder), die den Erreger meist asymptomatisch ausscheiden.
  • Die Infektionsdosis ist mit unter 100 KbE sehr gering.
  • Klinisch stehen wässrige bis blutige Durchfälle sowie das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) im Vordergrund.
  • Eine sichere Abtötung in Lebensmitteln erfordert eine Erhitzung auf 70 °C für mindestens zwei Minuten.
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Hintergrund

Escherichia coli (E. coli) sind Gram-negative, fakultativ anaerobe Stäbchenbakterien. Während sie als Kommensalen zur normalen Darmflora gehören, können bestimmte Stämme (Pathovare) schwerwiegende Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Die Einteilung erfolgt unter anderem über O-Antigene (Lipopolysaccharide) und H-Antigene (Flagellen), wie beim bekannten Serotyp O157:H7.

PathovarAbkürzungKlinische Bedeutung
Enteropathogene E. coliEPECDurchfallerkrankungen
Enterotoxische E. coliETECDurchfallerkrankungen
Enteroinvasive E. coliEIECDurchfallerkrankungen
Enteroaggregative E. coliEAECDurchfallerkrankungen
Uropathogene E. coliUPECHarnwegsinfektionen
Neonatale Meningitis-E. coliNMECGehirnhautentzündung bei Säuglingen
Shigatoxin-bildende E. coliSTECZoonoseerreger, Toxinbildung (Stx1/Stx2)

STEC und EHEC

Die wichtigste Gruppe der Zoonoseerreger sind die Shigatoxin-bildenden E. coli (STEC) (früher VTEC). STEC-Stämme, die beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen auslösen, werden als enterohämorrhagische E. coli (EHEC) bezeichnet. Die Diagnostik konzentriert sich primär auf den Nachweis von Shigatoxin oder den Shigatoxin-kodierenden Genen (stx-Gene).

Reservoir und Übertragung

Das weltweite Hauptreservoir für STEC sind Wiederkäuer, insbesondere Rinder, aber auch Schafe, Ziegen und Wildwiederkäuer (z. B. Rehe). Die Tiere scheiden den Erreger meist asymptomatisch über den Kot aus. Sogenannte "Superausscheider" (> 10.000 Keime pro Gramm Kot) sind die Hauptquelle für Umweltkontaminationen.

Die Infektionsdosis ist mit unter 100 KbE sehr gering.

ÜbertragungswegHäufige Quellen
Tierische LebensmittelNicht ausreichend gegartes Rindfleisch, Rohmilch, Rohmilchprodukte
Pflanzliche LebensmittelVerzehrfertige Salate, Sprossen, Mehl, Fertigteig
Direkter KontaktStreichelzoos, Bauernhofbesuche (Kontakt zu Paarhufern)
Mensch-zu-MenschSchmierinfektion bei mangelnder Hygiene

Klinik

Symptome beim Menschen

  • Wässrige bis blutige Durchfälle
  • Gefahr des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) mit Nierenversagen
  • Besonders gefährdet: Kinder unter 5 Jahren und Immunsupprimierte
  • Lange symptomlose Ausscheidung möglich

Symptome beim Tier

  • Wiederkäuer: Meist asymptomatisch (gelegentlich Durchfall bei Kälbern)
  • Schweine: Ödemkrankheit bei Ferkeln (ausgelöst durch Toxintyp Stx2e)

Prävention und Therapie

Für den Menschen existiert kein Impfstoff. Die Prävention stützt sich auf Lebensmittelhygiene:

  • Erhitzung: Sichere Abtötung erfordert 70 °C für mindestens 2 Minuten im Kern des Lebensmittels (Kochen, Braten, Pasteurisieren).
  • Kälteresistenz: STEC sind unempfindlich gegen Kälte; Tiefgefrieren tötet die Erreger nicht ab.

Erkrankungsfälle sind nach §6 und §7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) meldepflichtig.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei blutigen Durchfällen und HUS-Symptomatik (besonders bei Kindern < 5 Jahren) an EHEC. Erfragen Sie gezielt den Verzehr von Rohmilch, rohem Rindfleisch, Sprossen oder den Kontakt zu Wiederkäuern (z. B. Streichelzoo).

Häufig gestellte Fragen

STEC sind Shigatoxin-bildende E. coli. Als EHEC (enterohämorrhagische E. coli) werden diejenigen STEC-Stämme bezeichnet, die beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen wie blutige Durchfälle oder HUS auslösen.
Die Infektionsdosis ist sehr gering und liegt bei unter 100 koloniebildenden Einheiten (KbE).
Nein, STEC/EHEC sind relativ unempfindlich gegenüber Kälte und werden durch Tiefgefrieren von Lebensmitteln nicht abgetötet.
Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten oder Pasteurisieren. Es muss für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C an allen Stellen des Lebensmittels erreicht werden.
Für den Menschen gibt es trotz zahlreicher Entwicklungsversuche bisher keinen zugelassenen Impfstoff.

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