H1-Antihistaminika bei Kleinkindern: BfArM-Warnung
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf einer Sicherheitswarnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2013. H1-Antihistaminika der ersten Generation blockieren H1-Rezeptoren und wirken antiallergisch.
Im Gegensatz zu neueren Präparaten überwinden sie die Blut-Hirn-Schranke und haben ausgeprägte sedierende sowie antiemetische Effekte. Daher werden sie hauptsächlich als Schlaf- und Beruhigungsmittel oder gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt.
Für die Behandlung von Erkältungskrankheiten sind diese Wirkstoffe bei Kindern unter drei Jahren in Deutschland nicht zugelassen. Bei allergischen Erkrankungen werden sie zunehmend durch nicht-sedierende Antihistaminika der zweiten oder dritten Generation ersetzt.
Empfehlungen
Das BfArM formuliert folgende Kernaspekte zur Sicherheit bei der Anwendung:
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW)
Laut BfArM können H1-Antihistaminika der ersten Generation zentralnervöse Störungen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Halluzinationen und Krämpfe auslösen. Zudem wird auf anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit, Blasenentleerungsstörungen und Verstopfung hingewiesen.
Es wird betont, dass auch kardiale Nebenwirkungen auftreten können. Dazu zählen eine QT-Intervall-Verlängerung im EKG, Tachykardien und Herzrhythmusstörungen.
Besondere Risiken bei Säuglingen und Kleinkindern
Die Warnung hebt hervor, dass bei dieser Altersgruppe ein erhöhtes Risiko für paradoxe Reaktionen besteht. Diese äußern sich unter anderem durch:
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Unruhe und Erregung
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Schlaflosigkeit
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Angstzustände
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Zittern
Zudem wird darauf hingewiesen, dass Säuglinge besonders empfindlich auf anticholinerge Effekte reagieren. Daraus resultiert laut BfArM ein Risiko für unregelmäßige Atmung bis hin zum Atemstillstand.
Management von Überdosierungen
Das BfArM warnt eindringlich vor Überdosierungen, da diese für Säuglinge und Kleinkinder lebensgefährlich sein können. Zu den Symptomen einer Intoxikation zählen Verwirrung, Erregungszustände, Krampfanfälle sowie Bewusstseins- und Atemstörungen.
Es wird empfohlen, bei einem Verdacht auf Überdosierung oder Vergiftung umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die strikte Einhaltung der Packungsbeilage wird als essenziell erachtet.
Dosierung
Das BfArM listet folgende Zulassungsbeschränkungen für rezeptfreie H1-Antihistaminika der ersten Generation bei Kindern bis drei Jahren auf:
| Wirkstoff | Indikation | Alters- / Gewichtsbeschränkung |
|---|---|---|
| Doxylamin | Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen | Ab dem 6. Lebensmonat |
| Diphenhydramin | Behandlung von Übelkeit und Erbrechen | Ab 8 kg Körpergewicht |
| Dimenhydrinat | Behandlung von Übelkeit und Erbrechen | Ab 6 kg Körpergewicht |
Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die empfohlene Dosierung eigenmächtig zu erhöhen.
Kontraindikationen
Laut BfArM sind H1-Antihistaminika der ersten Generation zur Behandlung von Erkältungskrankheiten bei Kindern bis zu drei Jahren in Deutschland nicht zugelassen.
💡Praxis-Tipp
Das BfArM warnt eindringlich vor der Gefahr von Atemstillständen und paradoxen Reaktionen (wie Erregung und Schlaflosigkeit) bei Säuglingen und Kleinkindern. Es wird betont, dass Überdosierungen in dieser Altersgruppe lebensgefährlich sein können und die strikte Einhaltung der Gewichts- und Altersgrenzen (z.B. Dimenhydrinat erst ab 6 kg) essenziell ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM ist Dimenhydrinat zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen erst bei Kindern ab einem Körpergewicht von 6 kg zugelassen.
Das BfArM berichtet am häufigsten über Konvulsionen (Krämpfe), Somnolenz (Benommenheit) und Tachykardien. Zudem besteht das Risiko für paradoxe Reaktionen wie Unruhe und Schlaflosigkeit.
Nein, laut BfArM sind H1-Antihistaminika der ersten Generation in Deutschland nicht für die Behandlung von Erkältungskrankheiten bei Kindern unter drei Jahren zugelassen.
Eine Überdosierung kann sich laut BfArM durch Verwirrung, Erregungszustände, Krampfanfälle sowie Bewusstseins- und Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand äußern. Es wird empfohlen, bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Quelle: Diphenhydramin, Doxylamin und Dimenhydrinat: Rezeptfreie H1-Antihistaminika der ersten Generation bei Säuglingen und Kleinkindern (BfArM, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.