IQWiG2011

Diabetes mellitus Typ 1: DMP-Leitlinien-Empfehlungen

Diese Leitlinie stammt aus 2011 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht V09-03 aus dem Jahr 2011 untersucht systematisch den Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf für das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 1.

Ziel der Untersuchung war es, Diskrepanzen zwischen der bestehenden Anlage 7 der Risikostrukturausgleich-Änderungsverordnung und dem aktuellen medizinischen Wissensstand aufzudecken.

Die extrahierten Empfehlungen aus internationalen, evidenzbasierten Leitlinien dienen dem Gemeinsamen Bundesausschuss als Entscheidungsgrundlage.

Empfehlungen

Die Auswertung identifiziert konkreten Aktualisierungsbedarf für das DMP in mehreren klinischen Bereichen.

Stoffwechselkontrolle und Ernährung

Es wird ein Ergänzungsbedarf bezüglich strukturierter Ernährungsberatung und Ernährungstherapie festgestellt.

Zudem wird empfohlen, den HbA1c-Zielwert nach mehreren schweren Hypoglykämien anzuheben (hoher Empfehlungsgrad).

Blutdruckmanagement

Das Dokument diskutiert einen potenziellen Anpassungsbedarf der Blutdruckzielwerte unter Therapie. Hierbei zeigen sich Diskrepanzen zwischen den bestehenden Vorgaben und neuen Leitlinienempfehlungen:

QuelleBlutdruckzielwert
Bisheriges DMP (Anlage 7)< 140/90 mmHg
Neue Leitlinienempfehlungen130/80 mmHg

Prävention und Management von Folgeerkrankungen

Für die Behandlung von Folgeerkrankungen wird folgender Ergänzungsbedarf formuliert:

  • Überprüfung einer kombinierten Nieren- und Pankreastransplantation bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz

  • Spezifische Therapie des klinisch relevanten Makulaödems bei diabetischer Retinopathie

  • Einsatz von Opioidanalgetika und Kalziumkanalblockern zur Behandlung der schmerzhaften diabetischen Neuropathie

Zusätzlich wird eine Statintherapie zur Primärprävention bei Personen ab 40 Jahren sowie bei moderatem Risiko empfohlen. Bei Statinunverträglichkeit sollte auf Alternativmedikamente ausgewichen werden.

Kardiovaskuläres Risiko und Schwangerschaft

Für Schwangere wird eine Folsäuresubstitution vor und während der Schwangerschaft empfohlen. Weiterhin wird auf den Bedarf einer sonografischen Untersuchung des fetalen Herzens hingewiesen.

Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen werden verschiedene Punkte zur Diskussion gestellt, die im DMP ergänzt werden könnten:

  • Kontrolle des HbA1c-Wertes in dreimonatigen Abständen zur Verringerung von Folgeschäden

  • Screening auf Neuropathie bei schlechter Stoffwechseleinstellung oder einer Krankheitsdauer von über fünf Jahren

  • Regelmäßige Untersuchungen auf Dyslipidämien, Schilddrüsenerkrankungen und Zöliakie

Kontraindikationen

Es wird eine Negativempfehlung bezüglich Alpharezeptorblockern diskutiert.

Diese sollten laut einer Leitlinie mit hohem Empfehlungsgrad nicht als Medikament der ersten Wahl zur antihypertensiven Therapie bei Diabetes eingesetzt werden.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass der HbA1c-Zielwert bei Personen mit Typ-1-Diabetes nach mehreren schweren Hypoglykämien individuell angehoben werden sollte, um weitere Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Neuere Leitlinien empfehlen einen Blutdruckzielwert von 130/80 mmHg unter Therapie. Dies weicht von älteren Vorgaben ab, die Werte unter 140/90 mmHg vorsahen.

Ein Screening auf Neuropathie wird bei Kindern mit schlecht eingestelltem Diabetes empfohlen. Ebenso ist eine Untersuchung ab einer Krankheitsdauer von fünf Jahren indiziert.

Zur Behandlung der schmerzhaften Neuropathie wird der Einsatz von Opioidanalgetika empfohlen. Zusätzlich weisen Leitlinien auf die Wirksamkeit von Kalziumkanalblockern hin.

Es wird eine Folsäuresubstitution vor und während der Schwangerschaft empfohlen. Zudem sollte eine sonografische Untersuchung des fetalen Herzens angeboten werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG V09-03: Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP Diabetes mellitus Typ 1 (IQWiG, 2011). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.