DMP Depressionen: Diagnostik und Therapie-Empfehlungen
Hintergrund
Die IQWiG-Leitliniensynopse V15-02 bildet die wissenschaftliche Grundlage für ein strukturiertes Disease-Management-Programm (DMP) bei depressiven Erkrankungen. Sie fasst internationale und nationale evidenzbasierte Leitlinienempfehlungen zusammen.
Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen mit einer Lebenszeitprävalenz von 16 bis 20 Prozent. Sie gehen mit einer hohen Krankheitslast, Arbeitsunfähigkeit und einer deutlich erhöhten Suizidalität einher.
Ziel des DMP ist es, die Diagnostik und Therapie durch eine verbesserte sektorübergreifende Zusammenarbeit zu optimieren. Dabei wird zwischen unipolaren depressiven Episoden, chronischen Verläufen und bipolaren Störungen differenziert.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird bei leichten depressiven Episoden von einer sofortigen routinemäßigen Verordnung von Antidepressiva abgeraten. Es wird stattdessen empfohlen, zunächst eine aktiv-abwartende Begleitung oder niedrigschwellige psychosoziale Interventionen zu nutzen. Erst bei Fortbestehen der Symptomatik oder einer Verschlechterung sollte eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt bei mittelgradigen bis schweren Depressionen primär Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder andere neuere Antidepressiva. Die Auswahl sollte individuell nach Nebenwirkungsprofil und Komorbiditäten erfolgen.
Laut Leitlinie wird eine Kombinationsbehandlung insbesondere bei schweren, chronischen oder rezidivierenden depressiven Episoden empfohlen. Sie zeigt in diesen Fällen eine höhere Wirksamkeit als eine Monotherapie.
Es wird empfohlen, auf eine erhöhte Blutungsneigung zu achten, besonders wenn gleichzeitig NSAR eingenommen werden. In solchen Fällen rät die Leitlinie zur Verordnung eines magenschützenden Medikaments.
Die Leitlinie fordert eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung und empfiehlt primär psychotherapeutische Verfahren. Von einer Neuverordnung der Wirkstoffe Paroxetin und Fluoxetin während der Schwangerschaft wird abgeraten.
Bei Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit werden gemäß Leitlinie SSRI als Mittel der Wahl empfohlen. Von trizyklischen Antidepressiva wird bei dieser Patientengruppe aufgrund kardialer Nebenwirkungen abgeraten.
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Quelle: IQWiG V15-02: Leitliniensynopse für ein DMP Depressionen (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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