Nichtinvasive Beatmung (NIV): Therapie der CHRI
Hintergrund
Die DGP S3-Leitlinie (2024) behandelt die Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz (CHRI) mittels nichtinvasiver Beatmung (NIV). Sie ersetzt die vorherige S2k-Leitlinie aus dem Jahr 2017 und trennt nun die invasive von der nichtinvasiven Beatmung aufgrund der gestiegenen wissenschaftlichen Evidenz.
Eine CHRI entsteht durch eine ventilatorische Insuffizienz (Atempumpeninsuffizienz), die zu einer Störung der Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe führt. Hauptursachen sind die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), das Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS), thorako-restriktive Erkrankungen (TRE) und neuromuskuläre Erkrankungen (NME).
Ziel der NIV-Therapie ist die Erreichung einer Normokapnie unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen und der Therapieakzeptanz. Dies resultiert laut Leitlinie in einem verbesserten Überleben und einer gesteigerten Lebensqualität für die Betroffenen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass eine normale Sauerstoffsättigung unter Raumluftbedingungen eine Hypoventilation nicht ausschließt. Zur zuverlässigen Überprüfung der Beatmungseffektivität wird daher die Bestimmung des PCO2 empfohlen, da die alleinige Pulsoxymetrie oder endtidale CO2-Messung den tatsächlichen PaCO2 unterschätzen kann. Zudem wird betont, dass eine alleinige Sauerstofftherapie bei chronisch hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz kontraindiziert ist, da sie die Hyperkapnie aggravieren kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine erstmalige Kontrolle nach Einleitung der NIV-Therapie nach 4 bis 8 Wochen empfohlen. Bei klinischer Stabilität können die weiteren Intervalle auf 6 bis 12 Monate ausgeweitet werden.
Es wird empfohlen, die NIV-Einstellung so zu titrieren, dass der PaCO2-Wert auf unter 48 mmHg gesenkt wird. Alternativ sollte eine Reduktion um mindestens 20 % im Vergleich zum Ausgangswert vor Therapieeinleitung erreicht werden.
Die Leitlinie hält fest, dass ambulante Einleitungen und Kontrollen durchgeführt werden können, sofern dies medizinisch vertretbar ist. Dies sollte idealerweise in Anbindung an ein spezialisiertes Beatmungszentrum erfolgen.
Bei einem Hustenspitzenstoß (Peak Cough Flow) von unter 270 l/min wird der Einsatz von assistierten Hustentechniken oder mechanischen Hustenassistenten empfohlen. Bei Werten unter 160 l/min ist eine regelmäßige apparative Unterstützung zwingend angeraten.
Bei Patienten mit Obesitas-Hypoventilationssyndrom sieht der Behandlungsalgorithmus primär die Einleitung einer CPAP-Therapie vor. Ein Wechsel auf eine NIV wird erst bei unzureichender Kontrolle der Hyperkapnie oder persistierenden Entsättigungen empfohlen.
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Quelle: DGP S3-Leitlinie: Nichtinvasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz (Version V1.3) (DGP, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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