DGOOCS2e2026Orthopädie

Hallux valgus: DGOOC-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGOOC (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Hallux valgus (Ballenzehe) ist eine Deformität der Großzehe, bei der es zu einer Abweichung der Großzehe nach außen (Valgus) und des ersten Mittelfußknochens nach innen kommt. Dies führt zu einer knöchernen Vorwölbung des Großzehengrundgelenks, der sogenannten Pseudoexostose.

Als Ursachen werden unter anderem familiäre Disposition, unpassendes Schuhwerk, muskuläre Dysfunktionen sowie koinzidente Fußdeformitäten wie der Spreizfuß diskutiert. Frauen sind von dieser Fehlstellung deutlich häufiger betroffen.

Die aktuelle Leitlinie der DGOOC und D.A.F. basiert auf einem systematischen Review und aktualisiert insbesondere die Schweregradeinteilung sowie den Therapie-Algorithmus für operative Verfahren.

Empfehlungen

Die DGOOC-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung des Hallux valgus:

Anamnese und klinische Untersuchung

Laut Leitlinie sollte eine umfassende befundorientierte, allgemeine und soziale Anamnese erhoben werden. Bei der klinischen Untersuchung wird empfohlen, auf Hautveränderungen, das Bewegungsausmaß im Großzehengrundgelenk, Fehlstellungen benachbarter Zehen sowie den neurologischen und vaskulären Status zu achten.

Apparative Diagnostik

Als Standarddiagnostik werden belastete Röntgenaufnahmen des Fußes in mindestens zwei Ebenen (dorsoplantar und lateral) im Stand empfohlen (starke Empfehlung). Dabei sollen unter anderem der Hallux-valgus-Winkel (HV-Winkel), der Intermetatarsalwinkel I/II (IM-Winkel) und die Position der Sesambeine beurteilt werden.

Klassifikation und Scores

Die Leitlinie empfiehlt eine neue, binäre Einteilung des Schweregrades basierend auf den radiologischen Messwerten:

SchweregradIntermetatarsalwinkel (IM)Hallux-valgus-Winkel (HV)
Leicht / Moderat< 18°< 40°
Schwer> 18°> 40°

Zur objektiven Erhebung der Patientenzufriedenheit können validierte Fragebögen wie der MOxFQ und die Visuelle Analogskala (VAS) für Schmerz verwendet werden.

Konservative Therapie

Es wird betont, dass eine kausal orientierte konservative Therapie nicht möglich ist. Vor einer Operation sollte jedoch in der Regel für drei Monate eine befundangemessene, symptomatische Therapie erfolgen.

Diese konservative Therapie kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • Schuhanpassungen und Beratung

  • Orthesenversorgung (z.B. Nachtlagerungsschienen)

  • Manual- und Physiotherapie zur Schmerzreduktion

Operative Therapie

Die Indikation zur Operation wird bei symptomatischem Hallux valgus nach frustraner konservativer Therapie und entsprechendem Leidensdruck gestellt.

  • Die operative Therapie sollte stadiengerecht erfolgen, wobei aktuell keine klare Überlegenheit einzelner Operationstechniken nachgewiesen ist.

  • Ziel der Operation ist eine zentrierte Sesambeinposition, da dies mit einer höheren Patientenzufriedenheit korreliert.

  • Es wird eine intraoperative Röntgenkontrolle zur Verifizierung der Korrektur und Implantatlage empfohlen.

  • Die präoperative Aufklärung muss zwingend auch das postoperative Nachbehandlungsschema umfassen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Patienten die postoperative Nachbehandlung häufig unterschätzen. Es wird daher nachdrücklich empfohlen, die spezifischen postoperativen Maßnahmen wie Belastungsaufbau, Verbandschuhe und Physiotherapie bereits detailliert in die präoperative Aufklärung einzubeziehen, um realistische Erwartungen zu schaffen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Indikation zur Operation bei einem symptomatischen Hallux valgus mit Leidensdruck gestellt, wenn eine mindestens dreimonatige konservative Therapie frustran verlaufen ist. Zudem wird eine ausführliche Aufklärung über alle konservativen Optionen vorausgesetzt.

Es werden zwingend Röntgenaufnahmen des Fußes in mindestens zwei Ebenen (dorsoplantar und lateral) empfohlen. Die Leitlinie betont, dass diese Aufnahmen unbedingt unter Belastung im Stand durchgeführt werden müssen.

Die aktuelle Leitlinie empfiehlt eine binäre Einteilung in die Stadien 'Leicht/Moderat' und 'Schwer'. Ein schwerer Hallux valgus liegt vor, wenn der Intermetatarsalwinkel über 18 Grad und der Hallux-valgus-Winkel über 40 Grad beträgt.

Eine ursächliche konservative Heilung der Fehlstellung ist laut Leitlinie nicht möglich. Konservative Maßnahmen wie Schienen, Einlagen und Physiotherapie dienen rein der symptomatischen Schmerzlinderung.

Die Leitlinienkommission empfiehlt primär die Verwendung des MOxFQ-Fragebogens und der Visuellen Analogskala (VAS) für Schmerz. Der bekannte AOFAS-Score kann als sekundärer Parameter erhoben werden, um die Vergleichbarkeit mit älterer Literatur zu gewährleisten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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