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Hallux valgus: Leitlinie zur Diagnostik & Therapie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Belastete Röntgenaufnahmen des Fußes in zwei Ebenen im Stand sind der diagnostische Standard.
  • Die Schweregradeinteilung erfolgt neu binär in Leicht/Moderat (IMA <18°, HVA <40°) und Schwer (IMA >18°, HVA >40°).
  • Eine kausale konservative Therapie ist nicht möglich, symptomatische Maßnahmen sollten jedoch für 3 Monate vor einer OP ausgeschöpft werden.
  • Die operative Therapiewahl richtet sich nach dem Schweregrad sowie Modulatoren wie Arthrose oder Instabilität.
  • Ziel der Operation ist neben der Achskorrektur eine zentrierte Sesambeinposition, die intraoperativ radiologisch kontrolliert werden sollte.
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Hintergrund

Als Hallux valgus (Ballenzehe) wird eine Deformität der Großzehe bezeichnet, bei der die Großzehe nach außen (valgus) und der erste Mittelfußknochen nach innen abweicht. Dies führt zu einer knöchernen Vorwölbung (Pseudoexostose) am Großzehengrundgelenk.

Mögliche Ursachen umfassen unter anderem familiäre Disposition, koinzidente Fußdeformitäten (z. B. Spreizfuß), konstitutionelle Bänderschwäche, rheumatische Erkrankungen sowie unpassendes Schuhwerk. Frauen sind häufiger betroffen.

Diagnostik

Die Diagnostik stützt sich auf eine ausführliche Anamnese (inklusive Sozial- und Schuhanamnese) sowie die klinische und apparative Untersuchung.

Die apparative Diagnostik soll belastete Röntgenaufnahmen des Fußes in mindestens zwei Ebenen im Stand umfassen.

Beurteilt werden dabei insbesondere:

  • Hallux valgus-Winkel (HV-Winkel)
  • Intermetatarsalwinkel I/II (IM-Winkel)
  • Position des Metatarsale-I-Kopfes in Relation zu den Sesambeinen
  • Gelenkkongruenz und Arthrosegrad

Klassifikation und Scores

Die Leitlinie empfiehlt eine Abkehr von der traditionellen dreistufigen Einteilung hin zu einer binären Schweregradeinteilung, da diese die therapeutische Konsequenz am besten widerspiegelt:

SchweregradIM-WinkelHV-Winkel
Leicht / Moderat< 18°< 40°
Schwer> 18°> 40°

Zur objektiven Erhebung der Patientenzufriedenheit (PROMs) werden die Scores MOxFQ und VAS empfohlen. Der AOFAS-Score kann als sekundärer Parameter erhoben werden.

Konservative Therapie

Eine kausal orientierte konservative Therapie ist nicht möglich. Es sollte eine befundangemessene, symptomatische Therapie erfolgen.

Konservative Maßnahmen sollten in der Regel für 3 Monate durchgeführt werden, bevor eine operative Therapie erwogen wird. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Schuhanpassung und Beratung
  • Orthopädietechnische Hilfsmittel (Nachtlagerungs- oder dynamische Schienen, Einlagen)
  • Physiotherapie und Manualtherapie
  • Medikamentöse Schmerztherapie

Operative Therapie

Die Indikation zur Operation stellt in der Regel der symptomatische Hallux valgus nach frustraner konservativer Therapie. Patienten müssen ausführlich über konservative Alternativen sowie allgemeine und spezielle Operationsrisiken aufgeklärt werden.

Die operative Therapie sollte stadiengerecht erfolgen. Eine klare Überlegenheit einzelner Operationstechniken lässt sich aktuell nicht belegen, jedoch gibt die Leitlinie folgenden Therapie-Algorithmus vor:

Schweregrad / ModulatorEmpfohlene OP-Verfahren
Leicht / Moderat (IMA ≤18°, HVA ≤40°)Distale Osteotomie, Diaphysäre Osteotomie, MIS 3. Gen (minimalinvasiv)
Schwer (IMA >18°, HVA >40°)Proximale Osteotomie, Arthrodese TMT I
Arthrose im GroßzehengrundgelenkArthrodese Großzehengrundgelenk (GZGG)
InstabilitätArthrodese TMT I

Ziel der operativen Therapie ist eine zentrierte Sesambeinposition. Zur Verifizierung der knöchernen Korrektur, der Sesambeinposition und der Implantatlage sollte eine intraoperative Röntgenkontrolle durchgeführt werden.

Postoperative Maßnahmen

Die Nachbehandlung richtet sich nach dem gewählten OP-Verfahren. Allgemeine Maßnahmen wie Wundversorgung, Thromboseprophylaxe, Schmerztherapie und postoperative Bildgebung sollen beachtet werden. Dazu gehören regelmäßige Verbandswechsel (ggf. redressierende Verbände), Voll- oder Teilbelastung im Verbandsschuh/Walker sowie Physiotherapie.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie Röntgenaufnahmen zur Diagnostik und Schweregradeinteilung des Hallux valgus immer unter Belastung im Stand durch. Klären Sie Patienten darüber auf, dass konservative Maßnahmen (wie Schienen) zwar Schmerzen lindern, die Fehlstellung aber nicht ursächlich korrigieren können.

Häufig gestellte Fragen

Die aktuelle AWMF-Leitlinie empfiehlt eine binäre Einteilung: Leicht/Moderat (IM-Winkel <18°, HV-Winkel <40°) und Schwer (IM-Winkel >18°, HV-Winkel >40°).
In der Regel sollten konservative Therapiemaßnahmen für einen Zeitraum von 3 Monaten durchgeführt werden, bevor eine operative Therapie erfolgt.
Es sollen belastete Röntgenaufnahmen des Fußes in mindestens zwei Ebenen (dp und lateral) im Stand durchgeführt werden.
Die Leitlinie empfiehlt primär die Verwendung des MOxFQ und der Visuellen Analogskala (VAS). Der AOFAS-Score kann sekundär erhoben werden.

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