DMP Diabetes Typ 2 bei Kindern: DGKJ-Stellungnahme
Hintergrund
Die vorliegende Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und weiterer Fachgesellschaften bezieht sich auf den Beschlussentwurf zur Änderung der DMP-Anforderungen-Richtlinie für Diabetes mellitus Typ 2.
Der ursprüngliche Beschlussentwurf enthält keine spezifischen Anmerkungen zu Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes. Die Stellungnahme betont, dass diese Patientengruppe zwar klein ist, aber aufgrund der langen Krankheitsdauer besondere Aufmerksamkeit und eine explizite Benennung im DMP benötigt.
Zudem wird auf eine steigende Anzahl jugendlicher Patienten mit gestörter Glukosetoleranz hingewiesen. Da von einer hohen Dunkelziffer an bereits manifesten Typ-2-Diabetes-Fällen in dieser Altersgruppe auszugehen ist, wird zukünftig ein erhöhter Betreuungsbedarf erwartet.
Empfehlungen
Die Stellungnahme formuliert folgende Kernforderungen zur Anpassung des DMP:
Diagnostik und Therapieziele
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Der Begriff "Diabetesantikörper" sollte durch den medizinisch anerkannten Begriff "Diabetesautoantikörper" oder "Inselzellautoantikörper" ersetzt werden.
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Für Kinder und Jugendliche werden zusätzliche Therapieziele gefordert: eine normale körperliche Entwicklung, eine altersentsprechende Leistungsfähigkeit sowie eine normale Teilhabe in Schule und Beruf.
Lebensstil und körperliche Aktivität
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Für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wird eine tägliche Bewegungszeit von mindestens 90 Minuten mit moderater bis intensiver Intensität empfohlen.
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Davon können 60 Minuten durch Alltagsaktivitäten absolviert werden, was etwa 12.000 Schritten pro Tag entspricht.
Begleiterkrankungen und Betreuung
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Zur Diagnostik der arteriellen Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sollen altersentsprechende Perzentilen verwendet werden. Ein Gelegenheitsblutdruck über der 95. Perzentile gilt als hyperton.
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Es wird gefordert, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren grundsätzlich von einem diabetologisch besonders qualifizierten Pädiater betreut werden. Während der Transition sollte dies fakultativ möglich sein.
Dosierung
Die medikamentöse Therapie des Typ-2-Diabetes im Kindes- und Jugendalter unterliegt eingeschränkten Zulassungen. Die Stellungnahme skizziert folgendes Stufenschema:
| Therapiestufe | Medikament | Indikation / Bemerkung |
|---|---|---|
| Primärtherapie | Metformin | Mittel der ersten Wahl |
| Eskalation 1 | Liraglutide | Bei Metforminunverträglichkeit oder Verfehlen des Therapieziels nach 3-6 Monaten (als Mono- oder Kombinationstherapie) |
| Eskalation 2 | Insulin | Bei Notwendigkeit einer weiteren Therapieeskalation |
Kontraindikationen
Die Stellungnahme warnt ausdrücklich davor, dass für Kinder und Jugendliche nicht alle Antidiabetika in klinischen Studien untersucht und zugelassen sind. Bei der medikamentösen Therapie ist die eingeschränkte Zulassung von Arzneimitteln zwingend zu beachten.
💡Praxis-Tipp
Bei der Blutdruckmessung von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren mit Typ-2-Diabetes weist die Stellungnahme darauf hin, dass die Erwachsenengrenzwerte nicht anwendbar sind. Es wird betont, stattdessen altersentsprechende Perzentilen zu nutzen, wobei ein Wert über der 95. Perzentile als hyperton einzustufen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Stellungnahme wird für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren eine tägliche Bewegungszeit von mindestens 90 Minuten empfohlen. Davon können 60 Minuten (etwa 12.000 Schritte) durch Alltagsaktivitäten abgedeckt werden.
Die Stellungnahme benennt Metformin als Primärtherapie. Bei Unverträglichkeit oder unzureichender Wirkung nach 3 bis 6 Monaten wird eine Therapie mit Liraglutide empfohlen.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren gelten nicht die absoluten Grenzwerte für Erwachsene. Gemäß der Stellungnahme liegt eine Hypertonie vor, wenn der Gelegenheitsblutdruck die 95. altersentsprechende Perzentile überschreitet.
Es wird gefordert, dass Patienten unter 16 Jahren von einem diabetologisch besonders qualifizierten Kinder- und Jugendarzt betreut werden. Dies stellt sicher, dass entwicklungsspezifische Aspekte adäquat berücksichtigt werden.
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Quelle: DGKJ: Zur Änderung der DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP A-RL) (DGKJ, 2040). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.