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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Onkologische Kardiologie: DGK-Curriculum 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Curriculum standardisiert die kardiologische Mitbetreuung von Krebspatienten unter potenziell kardiotoxischen Therapien.
  • Die Zusatzqualifikation ist in drei Stufen unterteilt: Grundlagen, Basisversorgung und spezialisierte Versorgung.
  • Voraussetzung ist der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie der Nachweis spezifischer echokardiographischer Kenntnisse (inkl. GLS).
  • Eine zeitlich befristete Übergangsregelung ermöglicht erfahrenen Onkokardiologen den Erwerb des Zertifikats ohne formales Durchlaufen des Curriculums.
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Hintergrund

Patienten mit Krebserkrankungen weisen ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auf. Dies resultiert aus gemeinsamen Risikofaktoren sowie dem Einsatz potenziell kardiotoxischer Medikamente und thorakaler Radiotherapie. Aufgrund der verbesserten Prognose durch moderne Krebstherapien treten späte kardiotoxische Nebenwirkungen immer häufiger auf. Das Curriculum der DGK zielt darauf ab, einen Ausbildungsstandard für Kardiologen zu etablieren, um eine standardisierte Nutzen-Risiko-Abwägung und Mitbetreuung zu gewährleisten.

Struktur der Zusatzqualifikation

Das Curriculum ist in drei aufeinander aufbauende Stufen unterteilt. Die maximale Qualifikationsdauer beträgt 36 Monate.

StufeBezeichnungWesentliche Voraussetzungen
Stufe 1GrundlagenFacharzt Kardiologie, 50 spezifische Echokardiographien, allgemeiner Akademiekurs
Stufe 2BasisversorgungErfüllung Stufe 1, 30 dokumentierte ambulante onkokardiologische Fälle (in 12 Monaten)
Stufe 3Spezialisierte VersorgungErfüllung Stufe 2, spezieller Akademiekurs, 3 Monate Rotation Onkologie (oder 10 Tumorboards/100 Fälle)

Diagnostische Schwerpunkte

Ein zentraler Baustein ist die kardiale Bildgebung zur Risikostratifizierung und Detektion von Toxizitäten.

  • Echokardiographie: Zwingend erforderlich sind Kenntnisse im Deformations-Imaging (speziell Global Longitudinal Strain, GLS), der 3D-Echokardiographie sowie der Beurteilung der diastolischen Funktion und des pulmonalarteriellen Drucks.
  • Weitere Bildgebung: Indikationsstellung für Kardio-MRT (z.B. bei inflammatorischer Kardiomyopathie durch Immuncheckpoint-Inhibitoren) und PET-CT.
  • Biomarker: Bewertung kardialer Biomarker im Rahmen therapiespezifischer Verlaufsprotokolle.

Spezifische kardiovaskuläre Nebenwirkungen

Das Curriculum fordert detailliertes Wissen zu den Wirkmechanismen und Nebenwirkungen folgender Therapieklassen:

TherapieklasseTypische kardiovaskuläre Nebenwirkungen (Beispiele)
Klassische Chemotherapie (z.B. Anthrazykline, Fluoropyrimidine)Einschränkung der LVEF, Koronarspasmen, pulmonale Hypertonie
Zielgerichtete Therapien (z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren)Transiente Kardiomyopathien, arterielle Hypertonie
Immuntherapien (CTLA4-, PD-1/PDL-1-Inhibitoren)Immuncheckpoint-assoziierte Myokarditis
RadiotherapieAkute und Langzeitnebenwirkungen, CIED-Interaktionen

Anforderungen an Ausbildungsstätten (ab Stufe 2)

Zertifizierte Stätten müssen eine spezifische Struktur aufweisen:

  • Etablierte Ambulanz für Onkokardiologie mit mindestens 50 Behandlungsfällen im letzten Jahr.
  • 24-Stunden-Verfügbarkeit von kardialen Biomarkern.
  • State-of-the-art-Echogerät.
  • Regelmäßige interdisziplinäre Fallkonferenzen (Tumorboards).
  • Der Leiter der Zusatzqualifikation muss mindestens in der angestrebten Stufe zertifiziert sein und 5 Jahre Erfahrung aufweisen.

Übergangsregelung

Für erfahrene Fachärzte gilt eine Übergangsregelung (gültig für 2 Jahre ab Publikation): Wer in mindestens einem der letzten 5 Jahre klinisch auf dem Gebiet der onkologischen Kardiologie tätig war und seit mindestens 12 Monaten Facharzt ist, kann das Zertifikat ohne formales Durchlaufen des Curriculums beantragen. Die geforderten Mindestzahlen müssen vom Einrichtungsleiter bestätigt werden.

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie, ob Sie unter die Übergangsregelung fallen: Wenn Sie bereits schwerpunktmäßig onkokardiologisch arbeiten, können Sie das Zertifikat innerhalb von 2 Jahren nach Publikation ohne die Kursteilnahmen beantragen.

Häufig gestellte Fragen

Voraussetzung für den Start ist eine mindestens 3-jährige Weiterbildungszeit in der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie. Die Beantragung des Zertifikats erfolgt nach Abschluss des Facharztes.
Es müssen 50 Echokardiographien bei onkologischen Patienten dokumentiert werden. Zwingend erforderlich sind Kenntnisse im Deformations-Imaging (Global Longitudinal Strain, GLS) und der 3D-Echokardiographie.
Für Stufe 2 müssen insgesamt 30 dokumentierte ambulante onkokardiologische Behandlungsfälle innerhalb von 12 Monaten nachgewiesen werden.
Die Stätte benötigt u.a. eine Onkokardiologie-Ambulanz (mind. 50 Fälle/Jahr), 24h-Biomarker-Verfügbarkeit, moderne Echogeräte und regelmäßige Tumorboards.

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