ClariMedClariMed
DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Kardio-MRT (CMR): Leitlinie zur Durchführung (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Kardio-MRT (CMR) ist essenziell für die morphologische, funktionelle und prognostische Beurteilung kardiovaskulärer Erkrankungen.
  • Kardiologen benötigen einen uneingeschränkten Zugang zur CMR und eine strukturierte Weiterbildung.
  • Das DGK-Curriculum umfasst drei Qualifikationsstufen (Stufe 1 bis 3) mit definierten Untersuchungszahlen und Inhalten.
  • Im Vergleich zur DRG (Radiologie) fordert die DGK deutlich höhere klinisch-kardiologische Expertise und strengere Vorgaben zum Kompetenzerhalt.
  • Kardiovaskuläre Bildgebungszentren sollten idealerweise paritätisch von Kardiologen und Radiologen oder von hochqualifizierten Kardiologen geleitet werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die kardiale Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT oder CMR) ermöglicht eine umfassende und oft abschließende Beurteilung der klinischen Situation von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie ist der Echokardiographie in vielen Bereichen überlegen, insbesondere bei der Gewinnung morphologischer, funktioneller und biologischer Parameter. Zudem liefert sie nichtinvasiv Informationen, die sonst nur durch strahlenbelastende (Nuklearmedizin) oder invasive Verfahren (Herzkatheter) gewonnen werden können.

Diagnostische Schwerpunkte der Kardio-MRT

Zu den zentralen Einsatzgebieten der CMR gehören:

  • Perfusions-, Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik
  • Inflammationsdiagnostik (z. B. Myokarditis)
  • Quantifizierung von Ödemen und Fibrosen
  • Beurteilung von Klappenstenosen und -insuffizienzen
  • Shunt-Berechnungen (besonders bei angeborenen Herzfehlern)

Das DGK-Curriculum: Stufen der Weiterbildung

Um die hohe Qualität der CMR-Diagnostik zu sichern, hat die DGK ein dreistufiges Curriculum für Kardiologen entwickelt.

StufeZielsetzungGeforderte FallzahlenKompetenzerhalt
Stufe 1Grundverständnis, Indikationsstellung50 Befundungen (unter Anleitung)20 CME-Stunden / 3 Jahre
Stufe 2Selbstständige Durchführung und Befundung>150 Befundungen (davon 50 selbst durchgeführt)50 CME-Stunden & 100 primäre Befundungen / 3 Jahre
Stufe 3Leitung eines CMR-Labors, Ausbildung>300 Fälle (davon 100 als Primärbefunder)50 CME-Stunden & 200 primäre Befundungen / 3 Jahre

Vergleich der Curricula: DGK vs. DRG

Das Positionspapier vergleicht das DGK-Curriculum mit dem der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG). Die DGK kritisiert, dass das DRG-Curriculum quantitative und qualitative Defizite aufweist, insbesondere im Hinblick auf die klinisch-kardiologische Expertise.

KriteriumDGK (Kardiologie)DRG (Radiologie)
Klinische ExpertiseZwingend erforderlich (Facharzt Innere/Kardiologie)Keine spezifischen Vorgaben zur klinischen Kardiologie
Fallzahlen (höchste Stufe)Klare zeitliche Vorgaben und hohe MindestzahlenWeniger strikte zeitliche Vorgaben
KompetenzerhaltVerpflichtend (CME-Punkte, regelmäßige Untersuchungen)Keine dauerhaften Maßnahmen vorgesehen
StressuntersuchungenFeste Mindestzahlen gefordertKeine Mindestzahlen vorgegeben

Anforderungen an Weiterbildungsstätten

Um eine bestmögliche Weiterbildung zu gewährleisten, stellt die DGK hohe Anforderungen an CMR-Zentren:

  • Leitung: Hohe technische und fundierte klinisch-kardiologische Expertise (Stufe 3).
  • Untersuchungszahlen: Mindestens 400, optimal 800 CMR-Untersuchungen pro Jahr.
  • Spektrum: Breites Patientengut und ausreichend hohe Zahl an Stressuntersuchungen (i. d. R. ein Drittel oder mehr).

Organisationsstrukturen von CMR-Zentren

Für den Betrieb von kardiovaskulären Bildgebungszentren definiert die DGK drei mögliche Modelle:

StrukturLeitungBewertung durch die DGK
Modell 1Allein durch KardiologenSinnvoll, wenn das Team MRT-Physik und Technik sicher beherrscht. Beteiligung eines Radiologen ist verzichtbar.
Modell 2Paritätisch (Kardiologen & Radiologen)Ideale Voraussetzung für interdisziplinäre Zentren. Gleichberechtigte Verantwortung.
Modell 3Allein durch RadiologenNur akzeptabel, wenn der Radiologe zwingend kardiologisch ausgebildet ist (min. 1 Jahr klinische Kardiologie) und Advanced Life Support beherrscht. Rein konsiliarische Einbindung reicht nicht aus.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Wahl einer Weiterbildungsstätte für die Kardio-MRT auf ausreichend hohe Fallzahlen (optimal >800/Jahr) und einen hohen Anteil an Stressuntersuchungen, um eine fundierte diagnostische Sicherheit zu erlangen.

Häufig gestellte Fragen

Sie liefert nichtinvasiv präzise morphologische und funktionelle Daten (z. B. zu Ischämie, Vitalität, Fibrose), die oft eine abschließende Diagnose und Therapieentscheidung ermöglichen.
Es werden mindestens 150 Untersuchungen unter Anleitung gefordert, wovon 50 selbstständig durchgeführt und befundet werden müssen.
Laut DGK nur dann, wenn der Radiologe eine fundierte klinisch-kardiologische Weiterbildung (mindestens 1 Jahr) absolviert hat und Notfallmaßnahmen (Advanced Life Support) sicher beherrscht.
Die DGK fordert mindestens 400, optimalerweise jedoch 800 Kardio-MRT-Untersuchungen pro Jahr, um eine ausreichende Expertise zu garantieren.

Verwandte Leitlinien