Kardio-MRT (CMR): Leitlinie zur Durchführung (DGK)
📋Auf einen Blick
- •Die Kardio-MRT (CMR) ist essenziell für die morphologische, funktionelle und prognostische Beurteilung kardiovaskulärer Erkrankungen.
- •Kardiologen benötigen einen uneingeschränkten Zugang zur CMR und eine strukturierte Weiterbildung.
- •Das DGK-Curriculum umfasst drei Qualifikationsstufen (Stufe 1 bis 3) mit definierten Untersuchungszahlen und Inhalten.
- •Im Vergleich zur DRG (Radiologie) fordert die DGK deutlich höhere klinisch-kardiologische Expertise und strengere Vorgaben zum Kompetenzerhalt.
- •Kardiovaskuläre Bildgebungszentren sollten idealerweise paritätisch von Kardiologen und Radiologen oder von hochqualifizierten Kardiologen geleitet werden.
Hintergrund
Die kardiale Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT oder CMR) ermöglicht eine umfassende und oft abschließende Beurteilung der klinischen Situation von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie ist der Echokardiographie in vielen Bereichen überlegen, insbesondere bei der Gewinnung morphologischer, funktioneller und biologischer Parameter. Zudem liefert sie nichtinvasiv Informationen, die sonst nur durch strahlenbelastende (Nuklearmedizin) oder invasive Verfahren (Herzkatheter) gewonnen werden können.
Diagnostische Schwerpunkte der Kardio-MRT
Zu den zentralen Einsatzgebieten der CMR gehören:
- Perfusions-, Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik
- Inflammationsdiagnostik (z. B. Myokarditis)
- Quantifizierung von Ödemen und Fibrosen
- Beurteilung von Klappenstenosen und -insuffizienzen
- Shunt-Berechnungen (besonders bei angeborenen Herzfehlern)
Das DGK-Curriculum: Stufen der Weiterbildung
Um die hohe Qualität der CMR-Diagnostik zu sichern, hat die DGK ein dreistufiges Curriculum für Kardiologen entwickelt.
| Stufe | Zielsetzung | Geforderte Fallzahlen | Kompetenzerhalt |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Grundverständnis, Indikationsstellung | 50 Befundungen (unter Anleitung) | 20 CME-Stunden / 3 Jahre |
| Stufe 2 | Selbstständige Durchführung und Befundung | >150 Befundungen (davon 50 selbst durchgeführt) | 50 CME-Stunden & 100 primäre Befundungen / 3 Jahre |
| Stufe 3 | Leitung eines CMR-Labors, Ausbildung | >300 Fälle (davon 100 als Primärbefunder) | 50 CME-Stunden & 200 primäre Befundungen / 3 Jahre |
Vergleich der Curricula: DGK vs. DRG
Das Positionspapier vergleicht das DGK-Curriculum mit dem der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG). Die DGK kritisiert, dass das DRG-Curriculum quantitative und qualitative Defizite aufweist, insbesondere im Hinblick auf die klinisch-kardiologische Expertise.
| Kriterium | DGK (Kardiologie) | DRG (Radiologie) |
|---|---|---|
| Klinische Expertise | Zwingend erforderlich (Facharzt Innere/Kardiologie) | Keine spezifischen Vorgaben zur klinischen Kardiologie |
| Fallzahlen (höchste Stufe) | Klare zeitliche Vorgaben und hohe Mindestzahlen | Weniger strikte zeitliche Vorgaben |
| Kompetenzerhalt | Verpflichtend (CME-Punkte, regelmäßige Untersuchungen) | Keine dauerhaften Maßnahmen vorgesehen |
| Stressuntersuchungen | Feste Mindestzahlen gefordert | Keine Mindestzahlen vorgegeben |
Anforderungen an Weiterbildungsstätten
Um eine bestmögliche Weiterbildung zu gewährleisten, stellt die DGK hohe Anforderungen an CMR-Zentren:
- Leitung: Hohe technische und fundierte klinisch-kardiologische Expertise (Stufe 3).
- Untersuchungszahlen: Mindestens 400, optimal 800 CMR-Untersuchungen pro Jahr.
- Spektrum: Breites Patientengut und ausreichend hohe Zahl an Stressuntersuchungen (i. d. R. ein Drittel oder mehr).
Organisationsstrukturen von CMR-Zentren
Für den Betrieb von kardiovaskulären Bildgebungszentren definiert die DGK drei mögliche Modelle:
| Struktur | Leitung | Bewertung durch die DGK |
|---|---|---|
| Modell 1 | Allein durch Kardiologen | Sinnvoll, wenn das Team MRT-Physik und Technik sicher beherrscht. Beteiligung eines Radiologen ist verzichtbar. |
| Modell 2 | Paritätisch (Kardiologen & Radiologen) | Ideale Voraussetzung für interdisziplinäre Zentren. Gleichberechtigte Verantwortung. |
| Modell 3 | Allein durch Radiologen | Nur akzeptabel, wenn der Radiologe zwingend kardiologisch ausgebildet ist (min. 1 Jahr klinische Kardiologie) und Advanced Life Support beherrscht. Rein konsiliarische Einbindung reicht nicht aus. |
💡Praxis-Tipp
Achten Sie bei der Wahl einer Weiterbildungsstätte für die Kardio-MRT auf ausreichend hohe Fallzahlen (optimal >800/Jahr) und einen hohen Anteil an Stressuntersuchungen, um eine fundierte diagnostische Sicherheit zu erlangen.