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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Transkatheter-Schrittmacher (TPS): DGK-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • TPS sind sondenlose Schrittmacher, die über die V. femoralis direkt in den rechten Ventrikel implantiert werden.
  • Die Indikation besteht primär für den VVI(R)-Modus, wenn keine AV-synchrone Stimulation erforderlich ist.
  • Die Implantation sollte durch interventionell erfahrene Kardiologen oder Elektrophysiologen erfolgen.
  • Die Komplikationsrate ist im Vergleich zu konventionellen Systemen um fast 50 % reduziert.
  • Eine institutionalisierte Herzchirurgie vor Ort ist nicht zwingend erforderlich, ein Notfallprotokoll für Perikardtamponaden muss jedoch vorliegen.
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Hintergrund

Die technische Weiterentwicklung in der Therapie bradykarder Herzrhythmusstörungen ermöglicht die Nutzung von komplett sondenlosen Transkatheter-Schrittmachersystemen (TPS). Bei diesen kompakten Systemen (z. B. Micra TPS) sind Batterie, elektronische Bauteile sowie Sensing- und Stimulationselektrode in einer Kapsel verbaut. Die Systeme sind MRT-fähig und haben eine angegebene Batterielaufzeit von etwa 10 Jahren.

Indikationen

Die Implantation eines TPS wird aktuell für Patienten erwogen, bei denen eine rechtsventrikuläre Stimulation (VVI-Indikation) ausreichend ist und keine übergeordnete Bedeutung für eine AV-synchrone Stimulation besteht.

IndikationsgruppeTypische Patientenprofile
Primäre VVI-IndikationBradykard übergeleitetes permanentes Vorhofflimmern
Spezifische RisikopatientenRezidivierende Device-Infektionen, venöse Zugangsprobleme
Geringer StimulationsanteilPräautomatische Pausen, intermittierender Sinusarrest

Implantationstechnik

Die Implantation erfolgt kathetergestützt und erfordert spezifische manuelle Fertigkeiten:

  • Zugang: Punktion der V. femoralis rechts und Einbringen einer großlumigen 27-French-Schleuse.
  • Positionierung: Unter Röntgenkontrolle (AP, LAO, RAO) wird das System im septalen rechtsventrikulären Myokard positioniert (nicht apikal oder an der freien Wand).
  • Fixierung: Das System wird über passiv fixierbare Ankerhaken ("tines") verankert. Ein Zugtest ist obligatorisch (mindestens 2 von 4 Haken müssen fixiert sein).
  • Messung: Kontrolle von Wahrnehmung, Reizschwelle und Impedanz vor der endgültigen Freisetzung.

Sicherheit und Komplikationen

Die TPS-Implantation zeichnet sich durch eine hohe Sicherheit aus. Typische Komplikationen der intravasalen Sonden und pektoralen Taschen entfallen.

ParameterDatenlage / Häufigkeit
Akuter Implantationserfolg> 99 %
Gesamtkomplikationsrateca. 4 % (fast 50 % niedriger als bei konventionellen Systemen)
PerikardtamponadeSelten (ca. 1,5 % in Zulassungsstudie, 0,13 % schwere Fälle im Register)

Anforderungen an den Implantateur und die Klinik

Die Implantation sollte durch interventionell trainierte Kardiologen/Elektrophysiologen durchgeführt werden. Ein intensives Trainingsprogramm (Online-Schulung, Simulatortraining, begleitete Schulung) ist verpflichtend.

Da die Implantation in der deutschen Versorgungsrealität überwiegend in Kliniken ohne institutionalisierte Herzchirurgie sicher durchgeführt wird, ist eine solche Abteilung vor Ort nicht zwingend erforderlich. Es muss jedoch ein Standardprotokoll zur notfallmäßigen Versorgung einer Perikardtamponade vorliegen.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Implantation zwingend auf eine septale Positionierung im rechten Ventrikel und bestätigen Sie den sicheren Halt vor der Freisetzung durch einen Zugtest (mindestens 2 von 4 Ankerhaken müssen greifen).

Häufig gestellte Fragen

Für Patienten mit einer VVI-Indikation (z. B. bradykardes Vorhofflimmern), bei rezidivierenden Device-Infektionen, venösen Zugangsproblemen oder zu erwartendem geringem Stimulationsanteil.
Die Batterielaufzeit dieser MRT-fähigen Systeme wird mit etwa 10 Jahren angegeben.
Nein. Laut DGK ist eine institutionalisierte Herzchirurgie nicht zwingend erforderlich, sofern ein Standardprotokoll zur notfallmäßigen Versorgung einer Perikardtamponade vorliegt.
Die Fixierung erfolgt über passiv fixierbare Ankerhaken ('tines') im septalen rechtsventrikulären Myokard. Der Halt muss durch einen Zugtest überprüft werden.

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