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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

PFO-Verschluss bei Schlaganfall: Leitlinie (DGK/DGN)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei Patienten (16-60 Jahre) mit kryptogenem Schlaganfall und PFO mit moderatem oder ausgeprägtem Shunt wird der interventionelle Verschluss empfohlen.
  • Die Basisdiagnostik erfordert eine transösophageale Echokardiographie (TEE) mit Kontrastmittel unter Valsalva-Manöver.
  • Nach dem PFO-Verschluss ist eine duale Plättchenhemmung für 1-3 Monate indiziert, gefolgt von einer Monotherapie.
  • Der interventionelle Verschluss mit Disc-Okkludern ist der rein medikamentösen Therapie signifikant überlegen.
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Hintergrund

Bei etwa 40–50 % der Patienten mit einem kryptogenen ischämischen Schlaganfall lässt sich ein persistierendes Foramen ovale (PFO) diagnostizieren. Insbesondere bei jüngeren Patienten (<60 Jahre) ist das Risiko für ein solches Ereignis bei Vorliegen eines PFOs erhöht. Nachdem ältere Studien keinen eindeutigen Vorteil zeigten, belegen neuere randomisierte Studien (wie RESPECT, CLOSE, REDUCE) und Metaanalysen, dass der interventionelle PFO-Verschluss der rein medikamentösen Therapie signifikant überlegen ist.

Diagnostik

Die Basis der PFO-Diagnostik bildet die transösophageale Echokardiographie (TEE). Die Sensitivität wird durch die Gabe von Kontrastmittel unter einem Valsalva-Manöver gesteigert. Ein unmittelbarer Übertritt von Echokontrast vom rechten in den linken Vorhof beweist einen induzierbaren Rechts-links-Shunt. Als Screeningverfahren kann die transkranielle Dopplersonographie mit Microbubbles eingesetzt werden.

Vor der Indikationsstellung zum PFO-Verschluss muss ein kryptogener Schlaganfall interdisziplinär zwischen Neurologie und Kardiologie gesichert werden:

KriteriumDiagnostische Maßnahme / Ausschluss
1Nachweis der zerebralen Ischämie (CT/MRT) und Ausschluss lakunärer Infarkte
2Ausschluss einer Makroangiopathie (>50 % Lumeneinengung, inkl. intrakraniell)
3Ausschluss relevanter kardialer Emboliequellen (z. B. Vorhofflimmern)
4Ausschluss anderer Mechanismen (Thrombophilie, Vaskulitis, Dissektion etc.)

Therapieempfehlungen

Basierend auf der aktuellen Datenlage ergeben sich folgende konsentierte Empfehlungen für die Sekundärprävention:

  • Empfehlungsgrad A (Evidenz I): Bei Patienten zwischen 16 und 60 Jahren mit kryptogenem ischämischen Schlaganfall und PFO mit moderatem oder ausgeprägtem Rechts-links-Shunt soll ein interventioneller PFO-Verschluss durchgeführt werden.
  • Empfehlungsgrad A (Evidenz Ia): Disc-Okkluder sind nicht-zirkulären scheibenförmigen Okkludern in Sicherheit und Effektivität überlegen.
  • Empfehlungsgrad B (Evidenz II): Lehnen Patienten den Verschluss ab, sollte die Sekundärprävention mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder Clopidogrel erfolgen. Eine Überlegenheit der oralen Antikoagulation ist nicht belegt.

Medikamentöse Nachsorge nach PFO-Verschluss

Nach der Implantation eines Okkluders wird ein stufenweises Vorgehen zur Thrombozytenaggregationshemmung (TAH) empfohlen (Empfehlungsgrad B, Evidenz IIb):

PhaseZeitraumTherapieBemerkung
Initial1–3 MonateDuale TAH: ASS 100 mg + Clopidogrel 75 mg
Erhaltung12–24 MonateMonotherapie: ASS 100 mg ODER Clopidogrel 75 mg
LangzeitDauerhaftMonotherapieNur bei zusätzlicher Manifestation einer Arteriosklerose

Komplikationen

Die periinterventionelle Komplikationsrate ist sehr niedrig. Beschriebene, aber seltene Ereignisse umfassen lokale Blutungen, Perikardtamponaden und Lungenembolien. Das Risiko für neu aufgetretenes Vorhofflimmern ist nach einem PFO-Verschluss leicht erhöht (ca. 6-fach höheres Risiko), beeinflusst jedoch aufgrund der Seltenheit schwerer Verläufe nicht den Empfehlungsgrad A für die Implantation.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei der TEE-Untersuchung zur PFO-Diagnostik zwingend ein Valsalva-Manöver mit Kontrastmittel durch, da sich nur so ein induzierbarer Rechts-links-Shunt zuverlässig demaskieren lässt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den interventionellen PFO-Verschluss primär für Patienten im Alter zwischen 16 und 60 Jahren.
Es wird eine duale Plättchenhemmung (ASS 100 mg + Clopidogrel 75 mg) für 1 bis 3 Monate empfohlen, gefolgt von einer Monotherapie für 12 bis 24 Monate.
Disc-Okkluder (scheibenbasierte Systeme) haben sich als überlegen in Sicherheit und Effektivität gegenüber nicht-zirkulären Okkludern erwiesen.
In diesem Fall wird eine Monotherapie mit ASS oder Clopidogrel empfohlen. Eine orale Antikoagulation hat keinen belegten Zusatznutzen.

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