ClariMedClariMed

Sekundärprophylaxe Schlaganfall Teil 2: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Lebensstilmodifikation (körperliche Aktivität, mediterrane Diät, Rauchstopp) ist essenziell für die Sekundärprävention.
  • Eine routinemäßige Vitaminsubstitution (B, C, D, E, Folsäure) wird nach einem Schlaganfall nicht empfohlen.
  • Bei komplexen Aortenbogen-Plaques ist eine Thrombozytenfunktionshemmung (TFH) der oralen Antikoagulation (OAK) vorzuziehen.
  • Bei Antiphospholipid-Syndrom mit rezidivierenden Schlaganfällen können Vitamin-K-Antagonisten erwogen werden, NOAKs werden nicht empfohlen.
  • Bei tumorassoziierter Hyperkoagulabilität kann eine Antikoagulation mit LMWH oder NOAK erwogen werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Sekundärprophylaxe nach ischämischem Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) ruht auf mehreren Säulen. Neben der medikamentösen Therapie klassischer Risikofaktoren spielen die Lebensstilmodifikation sowie die differenzierte antithrombotische Therapie bei speziellen Indikationen (jenseits des Vorhofflimmerns) eine zentrale Rolle.

Lebensstilmodifikation

Die Anpassung des Lebensstils kann das Risiko für ein Schlaganfallrezidiv signifikant senken.

Ernährung und Nahrungsergänzung

  • Mediterrane Diät: Regelmäßiger Verzehr von Obst und Gemüse (mind. 3 Portionen/Tag) sowie Fisch wird empfohlen (Empfehlungsgrad: ⇑).
  • Salzkonsum: Bei Patienten mit arteriellem Bluthochdruck sollte der Salzkonsum auf unter 5 g pro Tag reduziert werden (Empfehlungsgrad: ⇑).
  • Vitaminsubstitution: Eine routinemäßige Gabe von Folsäure, B-Vitaminen, Vitamin A, C, E oder D wird nicht empfohlen (Empfehlungsgrad: ⇓).
  • Fischöl/Omega-3: Für den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln gibt es keine eindeutige Evidenz.

Körperliche Aktivität und Gewicht

  • Regelmäßige körperliche Aktivität sollte in ein strukturiertes Programm integriert werden (Empfehlungsgrad: ⇑⇑).
  • Der BMI sollte erfasst werden. Der Nutzen einer reinen Gewichtsreduktion bei Übergewicht nach einem Schlaganfall ist jedoch aufgrund des sogenannten Adipositas-Paradoxons ungewiss.

Genussmittel

RisikofaktorEmpfehlungBemerkung
RauchenVollständiger VerzichtReduktion reicht nicht aus. Strukturierte Entwöhnungsprogramme nutzen (Empfehlungsgrad: ⇑⇑). E-Zigaretten und Passivrauchen meiden.
AlkoholLimitierungMänner max. 20 g/Tag, Frauen max. 10 g/Tag. Mindestens 2 alkoholfreie Tage pro Woche (Empfehlungsgrad: ⇑).

Andere Indikationen für Orale Antikoagulation (OAK)

Bei Patienten ohne Vorhofflimmern stellt sich oft die Frage nach einer OAK bei anderen potenziellen Emboliequellen oder Gerinnungsstörungen.

IndikationTherapie der WahlBemerkung
Komplexe Aortenbogen-PlaquesThrombozytenfunktionshemmer (TFH)OAK (Warfarin) ist nicht wirksamer als ASS oder ASS+Clopidogrel (Empfehlungsgrad: ⇑).
Einmaliger Nachweis von Antiphospholipid-AKASSKeine OAK indiziert (Empfehlungsgrad: ⇑).
Antiphospholipid-Syndrom (APS) mit Rezidiv-InsultVitamin-K-Antagonisten (VKA) + TFHNOAKs werden nicht empfohlen (Empfehlungsgrad: ⇓), da sie mit mehr thromboembolischen Ereignissen assoziiert sind.
Tumorassoziierte HyperkoagulabilitätNOAK oder LMWHBei multiplen Infarkten und erhöhten D-Dimeren (z. B. Trousseau-Syndrom) individuell abwägen (Empfehlungsgrad: ⇔).

💡Praxis-Tipp

Verschreiben Sie keine routinemäßigen Vitaminpräparate zur Sekundärprävention und raten Sie bei Antiphospholipid-Syndrom strikt von NOAKs ab, da diese das thromboembolische Risiko im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Eine mediterrane, kardioprotektive Diät mit viel Obst und Gemüse (mindestens 3 Portionen täglich) sowie eine Salzreduktion auf unter 5 g pro Tag bei Hypertonikern.
Nein, eine routinemäßige Substitution von Vitamin B, C, D, E oder Folsäure wird zur Sekundärprävention nicht empfohlen.
Nein, hier wird eine Thrombozytenfunktionshemmung (z. B. ASS) empfohlen, da eine OAK keinen Zusatznutzen zeigt.
Nein, NOAKs (wie Rivaroxaban) werden nicht empfohlen, da sie im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten mit signifikant mehr thromboembolischen Ereignissen assoziiert sind.

Verwandte Leitlinien