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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Herzkatheterlabor & Hybrid-OP: Leitlinie (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Herzkatheterlabore erfordern eine Mindestgröße von 40 Quadratmetern und eine direkte Anbindung an Notfall- und Intensivbereiche.
  • Der Strahlenschutz nach dem ALARA-Prinzip umfasst bauliche, anlagenbezogene und persönliche Schutzmaßnahmen.
  • Die fraktionelle Flussreserve (FFR) sollte in jedem Herzkatheterlabor für Koronarinterventionen verfügbar sein.
  • Für elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) sind reduzierte Durchleuchtungsraten (3-5 Bilder/s) und 3D-Mapping-Systeme empfohlen.
  • Implantationen von Rhythmusaggregaten erfordern spezifische hygienische Standards, wie eine Raumlufttechnik der Klasse Ib.
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Hintergrund

Die DGK-Leitlinie definiert die baulichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen für das Einrichten und Betreiben von Herzkatheterlaboren und Hybrid-OPs. Durch die Erweiterung des kardiologischen Spektrums (z. B. strukturelle Herzerkrankungen, komplexe Elektrophysiologie) sind die Anforderungen an Hygiene, Bildgebung und Strahlenschutz in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Bauliche Struktur

Das Herzkatheterlabor sollte als zentrale Funktionseinheit mit kurzen Wegen zu Notaufnahme und Intensivstation geplant werden.

  • Herzkatheterraum: Mindestens 40 m² Fläche, um ausreichend Platz für beatmungspflichtige Patienten und Reanimationsmaßnahmen zu bieten.
  • Kontrollraum: Räumlich getrennt, aber visuell über eine Bleiglasscheibe und akustisch (z. B. Gegensprechanlage) mit dem Untersuchungsraum verbunden.
  • Weitere Bereiche: Patientenüberwachungsbereich, Demonstrationsraum, Materiallager und Technikraum.

Strahlenschutz

Der Strahlenschutz folgt dem ALARA-Prinzip ("as low as reasonably achievable"). Die Strahlenexposition muss durch anlagenbezogene und persönliche Maßnahmen konsequent minimiert werden.

SchutzmaßnahmeBeispieleBleigleichwert
AnlagenbezogenObertischschutzscheibe, Untertischlamellen, Fußschalterschutz0,5–1,0 mm Pb
Persönlich (Untersucher)Rundummantel, Schilddrüsenschutz, Bleibrille0,35–0,5 mm Pb
PatientenbezogenAbdeckung nicht durchleuchteter Bereiche (z. B. Beine)0,2–1,0 mm Pb

Basisausstattung Messplatz

Zur grundlegenden Ausstattung für Linksherzkatheteruntersuchungen gehören:

  • Kardioangiographieanlage: Frei schwimmender, höhenverstellbarer Tisch.
  • Hämodynamischer Messplatz: 6-Kanal-Schreiber (Frequenzgang 0–250 Hz, für Elektrophysiologie bis 500 Hz), Registrierung von ≥3 EKG-Ableitungen und 2 simultanen Druckkurven.
  • Kontrastmittelinjektor
  • Notfallausstattung: Defibrillator, Intubationsbesteck, temporäre Schrittmacher.

Spezifische Verfahren

Koronare Instrumentierung (PCI)

VerfahrenEmpfehlungIndikation / Bemerkung
FFR (Fraktionelle Flussreserve)Sollte in jedem Labor verfügbar seinBeurteilung der hämodynamischen Relevanz von Stenosen.
IVUS (Intravaskulärer Ultraschall)Kann erwogen werdenBeurteilung von Hauptstammstenosen, Stentapposition.
OCT (Optische Kohärenztomographie)Kann erwogen werdenHohe Auflösung zur Beurteilung lumennaher Strukturen.

Elektrophysiologie (EP)

Für elektrophysiologische Untersuchungen gelten besondere Anforderungen an die Bildgebung und Signalverarbeitung:

  • Bildfrequenz: Reduktion auf 3 bis 5 Bilder/s zur Dosisminimierung.
  • EKG-Aufzeichnung: Filter von 0,01–500 Hz, Registrierung von mindestens 40 (besser 80) intrakardialen Kanälen.
  • 3D-Mapping: Standard bei komplexen Ablationen (z. B. ventrikuläre Tachykardien) zur Reduktion der Durchleuchtungszeit.

Implantation von Rhythmusaggregaten

Die Implantation von Schrittmachern und Defibrillatoren erfordert einen primär sterilen Bereich. Raumlufttechnische Anlagen (RLT) der Klasse Ib sind für Implantationen, Revisionen oder Aufrüstungen im Herzkatheterlabor zwingend erforderlich.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei elektrophysiologischen Untersuchungen konsequent eine reduzierte Bildfrequenz von 3 bis 5 Bildern pro Sekunde und 3D-Mapping-Systeme, um die Strahlenbelastung für sich und den Patienten signifikant zu senken.

Häufig gestellte Fragen

Die Fläche sollte in der Regel mindestens 40 Quadratmeter betragen, um ausreichend Platz für beatmungspflichtige Patienten und eventuelle Reanimationsmaßnahmen zu bieten.
Die fraktionelle Flussreserve (FFR) sollte in jedem Herzkatheterlabor verfügbar sein, um die physiologische Relevanz von Koronarstenosen zu bestimmen.
Für die persönliche Schutzausrüstung des Untersuchers (wie Rundummantel und Schilddrüsenschutz) wird ein Bleigleichwert von 0,35 bis 0,5 mm Pb empfohlen.
Für die Implantation, Revision oder Aufrüstung von Rhythmusaggregaten im Herzkatheterlabor ist eine raumlufttechnische Anlage (RLT) der Klasse Ib erforderlich.

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