DGIMS2k2026Innere Medizin

Schwindel in der Hausarztpraxis: DGIM S2k-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGIM (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) behandelt das Leitsymptom Schwindel in der hausärztlichen Versorgung. Schwindel stellt keine eigenständige Krankheit dar, sondern ist ein Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen unterschiedlicher Ätiologie.

Laut Leitlinie lassen sich viele Ursachen bereits durch eine gezielte Anamnese und wenige klinische Untersuchungsgänge identifizieren. Die Leitlinie unterscheidet dabei primär zwischen peripheren, zentralen, funktionellen sowie internistisch-kardiologischen Ursachen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Peripherer Schwindel

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) des hinteren Bogengangs wird als häufigste Ursache genannt. Die Leitlinie empfiehlt zur Diagnostik das Semont-Manöver oder das Dix-Hallpike-Manöver, um einen Lagerungs-Nystagmus auszulösen.

Zur Therapie des BPLS wird das Semont-Plus-Manöver empfohlen. Es wird angeraten, dass Betroffene das Manöver nach Anleitung täglich morgens, mittags und abends jeweils dreimal durchführen, bis kein Schwindel mehr auslösbar ist.

Bei Morbus Menière (Schwindelepisoden von 20 Minuten bis 12 Stunden) wird eine rein symptomatische Therapie der akuten Episode empfohlen. Hierbei kommen zentral wirksame Antihistaminika der ersten Generation zum Einsatz.

Für die akute unilaterale Vestibulopathie (AUVP/Neuritis vestibularis) wird eine medikamentöse Therapie mit Dimenhydrinat und Prednisolon beschrieben. Charakteristisch ist hierbei ein über 24 Stunden anhaltender Drehschwindel ohne audiologische Symptome.

Zentraler Schwindel

Zentrale vestibuläre Syndrome erfordern laut Leitlinie das Erkennen von gefährlichen Verläufen. Zur Ersteinschätzung in der Praxis wird das "4 × 4"-Schema (vier Anamnesefragen und vier Tests) empfohlen.

Bei Hinweisen auf einen Notfall wird eine sofortige Überweisung in die nächstgelegene Stroke-Unit ohne Zeitverlust angeraten.

Funktioneller Schwindel

Funktioneller Schwindel, wie der persistierende postural-perzeptive Schwindel (PPPD), tritt in der Hausarztpraxis häufiger auf als organische Störungen.

Als Therapieoptionen werden folgende Maßnahmen genannt:

  • Psychoedukation basierend auf dem Krankheitsmechanismus

  • Allgemeine körperliche Aktivierung

  • Kognitive Verhaltenstherapie

  • Gabe von Antidepressiva

Internistische und kardiologische Ursachen

Die Leitlinie verweist auf kardiologische Auslöser wie orthostatische Dysregulation, Herzrhythmusstörungen oder obstruktive Herzerkrankungen.

Zudem wird empfohlen, internistische Störungen wie Anämien und Stoffwechselentgleisungen als mögliche Ursachen zu bedenken.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit des "4 × 4"-Schemas zur raschen Identifikation zentraler Ursachen. Bei Vorliegen von Warnzeichen (Red Flags) wird eine sofortige und zeitverlustfreie Überweisung in eine Stroke-Unit empfohlen, um lebensbedrohliche Verläufe nicht zu übersehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Diagnose durch eine Lagerungsprüfung. Hierfür wird das diagnostische Semont-Manöver oder das Dix-Hallpike-Manöver empfohlen, um einen charakteristischen Nystagmus auszulösen.

Es wird empfohlen, dass Betroffene das Semont-Plus-Manöver täglich morgens, mittags und abends jeweils dreimal hintereinander durchführen. Dies sollte fortgeführt werden, bis kein Lagerungsschwindel mehr auslösbar ist.

Die Leitlinie empfiehlt für die akute Episode eine rein symptomatische Therapie. Hierbei kommen zentral wirksame Antihistaminika der ersten Generation, wie beispielsweise Dimenhydrinat, zum Einsatz.

Die Diagnosekriterien umfassen einen akut einsetzenden Drehschwindel, der mindestens 24 Stunden anhält, sowie einen Spontan-Nystagmus. Es dürfen gemäß Leitlinie keine zentralen neurologischen oder akuten audiologischen Symptome vorliegen.

Bei funktionellem Schwindel werden verschiedene nicht-medikamentöse und medikamentöse Ansätze empfohlen. Dazu gehören Psychoedukation, körperliche Aktivierung, kognitive Verhaltenstherapie und die Gabe von Antidepressiva.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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