Schwindel: HINTS-Test, Red Flags und Therapie
Hintergrund
Schwindel ist ein häufiges Leitsymptom in der primärärztlichen Versorgung und stellt keine eigenständige Krankheit dar. Die AWMF-S2k-Leitlinie betont, dass Betroffene gegenüber Nichtbetroffenen eine erhöhte Mortalität aufweisen.
Eine zentrale ärztliche Aufgabe besteht in der korrekten diagnostischen Einordnung und dem Erkennen abwendbar gefährlicher Verläufe, wie etwa einem Schlaganfall. Die meisten Ursachen lassen sich bereits in der Hausarztpraxis klären.
Für die Behandlung stehen wirksame therapeutische Maßnahmen, Medikamente und multimodale Ansätze zur Verfügung. Dazu zählen Kombinationen aus vestibulärer Rehabilitationstherapie, medikamentöser Behandlung und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Strategien.
💡Praxis-Tipp
Ein unauffälliger Kopfimpulstest (HIT) bei einem akuten vestibulären Syndrom mit Nystagmus spricht laut Leitlinie gegen eine periphere Störung und ist ein starker Warnhinweis auf eine zentrale Läsion (z. B. Schlaganfall). Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein Spontannystagmus, der sich durch visuelle Fixation nicht abschwächen lässt, kein peripherer Nystagmus ist. In solchen Fällen wird eine umgehende neurologische Abklärung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt zur Differenzierung bei akutem vestibulärem Syndrom den HINTS-Test. Zentrale Warnzeichen sind unter anderem ein unauffälliger Kopfimpulstest, ein Blickrichtungsnystagmus entgegen dem Spontannystagmus sowie eine vertikale Achsenabweichung der Augen (Skew Deviation).
Es wird stark empfohlen, sedierende Antivertiginosa wie Dimenhydrinat nur zur rein symptomatischen Behandlung einzusetzen. Die Leitlinie rät von einer Gabe über mehr als drei Tage ab, um die zentrale vestibuläre Kompensation nicht zu gefährden.
Bei einem BPPV des hinteren Bogengangs empfiehlt die Leitlinie Befreiungsmanöver wie das Epley-, Semont- oder Semont-Plus-Manöver. Für den horizontalen Bogengang werden das Gufoni- oder das modifizierte Roll-Manöver genannt.
Der HINTS-Test besteht aus dem Kopfimpulstest (Head Impulse), der Nystagmusprüfung und dem Abdecktest (Test of Skew). Laut Leitlinie soll er bei erwachsenen Personen mit akutem vestibulärem Syndrom und Nystagmus routinemäßig angewendet werden, um einen Schlaganfall auszuschließen.
In der Akutphase einer akuten unilateralen Vestibulopathie (Neuritis vestibularis) wird eine Therapie mit Steroiden empfohlen. Im weiteren Verlauf rät die Leitlinie zu einer frühzeitigen vestibulären Rehabilitationstherapie mit selbstständigen Übungen.
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Quelle: Schwindel in der Hausarztpraxis (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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