Therapie des Typ-1-Diabetes: DDG-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Evidenzbericht dient als Grundlage für die Aktualisierung der S3-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zur Therapie des Typ-1-Diabetes.

Das Dokument evaluiert die aktuelle Studienlage zu verschiedenen technologischen und therapeutischen Interventionen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Optimierung der Glykämiekontrolle durch modernes Glukosemonitoring und automatisierte Insulin-Dosierungssysteme.

Zusätzlich werden Ernährungsstrategien, das perioperative Management sowie der Einsatz oraler Antidiabetika als Zusatztherapie zur Insulinbehandlung bewertet.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert basierend auf der Evidenzanalyse folgende Kernaspekte für die Therapie:

Therapieziele und Monitoring

Laut Leitlinie ist die klinische Auswirkung eines strikten Therapieziels von HbA1c < 7,0 % eingeschränkt. Die Vorbeugung von postprandialer Hyperglykämie und nächtlicher Hypoglykämie wird als wichtiges Therapieziel hervorgehoben.

Die Zeit im Zielbereich (Time-in-Range, TIR) korreliert mit den HbA1c-Werten und kann als Prädiktor für klinische Outcomes verwendet werden. Für ältere Patienten wird aufgrund des höheren Hypoglykämie-Risikos eine Reduzierung der TIR-Zielwerte von 70 % auf 50 % als gerechtfertigt beschrieben.

Für das Glukosemonitoring (rtCGM) werden folgende Vorteile genannt:

  • Signifikante Senkung des HbA1c-Wertes und Anstieg der TIR

  • Reduzierung der Zeit im Unterzucker (TBR) und der Blutzuckervariabilität

  • Signifikante Verringerung des Risikos für schwere Hypoglykämien

  • Reduzierung der Angst vor Hypoglykämien und der Hospitalisierungsrate

Insulinpumpen und AID-Systeme

Die Leitlinie bewertet Hybrid-Closed-Loop-Systeme (HCL) als überlegen gegenüber der sensorunterstützten Pumpentherapie (SAP) und der intensivierten konventionellen Therapie (MDI).

Die Nutzung von HCL-Systemen führt zu einer eindeutigen Erhöhung der TIR und einer Verringerung der TBR. Die Vorteile sind bei der nächtlichen Glykämiekontrolle besonders deutlich ausgeprägt.

Zudem wird beschrieben, dass HCL-Systeme die psychische Belastung verringern und die Lebensqualität verbessern. Die Optimierung der Kontrolle basiert dabei auf einer höheren Bolus-Häufigkeit, insbesondere postprandial.

Ernährungstherapie

Eine kohlenhydratarme Diät führt gemäß den analysierten Daten zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels und des HbA1c-Wertes. Zudem wird eine erhöhte TIR und eine Senkung der Insulindosis beobachtet.

Die Bestimmung der Insulindosis durch strukturiertes Kohlenhydratzählen führt zu einer signifikanten HbA1c-Senkung. Es wird darauf hingewiesen, dass eine diätbedingte Gewichtsreduktion oft nur transient ist.

Perioperatives Management

Bei chirurgischen Eingriffen ist das Komplikationsrisiko für Patienten mit Typ-1-Diabetes signifikant erhöht. Der perioperative Glykämie-Zielbereich liegt laut Leitlinie bei einem HbA1c von 7,5 bis 10,0 %.

Es wird betont, dass eine perioperative Insulintherapie erst nach Überschreitung eines HbA1c-Wertes von 10,0 % initiiert werden sollte. Die Anwendung eines CGM während eines chirurgischen Eingriffs erfordert die ausdrückliche Zustimmung des Patienten.

Orale Antidiabetika als Zusatztherapie

Die Leitlinie evaluiert den Off-Label-Einsatz oraler Antidiabetika als Add-on zur Insulintherapie. Die Eigenschaften der Substanzklassen werden wie folgt verglichen:

Therapie-OptionEffekt auf GlykämiekontrolleEffekt auf KörpergewichtSpezifische Risiken und Hinweise
GLP-1-Rezeptoragonisten (z.B. Liraglutid)Moderate HbA1c-Senkung, Verlängerung der TIRModerate ReduktionGastrointestinale Nebenwirkungen, Anstieg der Herzfrequenz, erhöhtes Hypoglykämie- und Ketoserisiko
SGLT-2-HemmerGLP-1-Agonisten in einigen Aspekten überlegenGleichwertig zu GLP-1-AgonistenKeine spezifischen Risiken im Summary-Teil hervorgehoben
MetforminKein robuster Effekt auf HbA1cReduktionPositiver Einfluss auf kardiovaskuläre Funktion (arterielle Steifheit, LDL-Spiegel)

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Gegenindikationen für die Nutzung von automatisierten Insulin-Dosierungssystemen (AID) unter Krankenhausbedingungen:

  • Bewusstseinsstörungen

  • Unfähigkeit zum Selbst-Management

  • Kritischer Gesundheitszustand oder Aufenthalt auf der Intensivstation (ICU)

  • Diabetische Ketoazidose (DKA)

  • Hyperosmolare Hyperglykämie

  • Suizidrisiko

Bei Hospitalisierung wird in diesen Fällen eine Umstellung des AID vom automatischen auf den manuellen Modus beschrieben.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei älteren Patienten aufgrund des höheren Hypoglykämie-Risikos eine Reduzierung des Zielwerts für die Zeit im Zielbereich (Time-in-Range, TIR) von 70 % auf 50 % gerechtfertigt. Zudem wird im perioperativen Management betont, dass eine Insulintherapie erst nach Überschreitung eines HbA1c-Wertes von 10,0 % initiiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie beschreibt für ältere Patienten eine Reduzierung des TIR-Zielwerts von 70 % auf 50 %. Dies wird mit dem erhöhten Risiko für Hypoglykämien in dieser Altersgruppe begründet.

Die Nutzung eines rtCGM ist laut Leitlinie mit einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes und einer Erhöhung der Time-in-Range assoziiert. Zudem wird das Risiko für schwere Hypoglykämien signifikant verringert.

HCL-Systeme sind der SAP-Therapie in mehreren Aspekten überlegen. Sie erzielen eine längere Zeit im Zielbereich (TIR) und reduzieren die Zeit im Unterzucker (TBR) sowie die Blutzuckervariabilität.

Der perioperative Glykämie-Zielbereich liegt laut Leitlinie bei einem HbA1c von 7,5 bis 10,0 %. Eine perioperative Insulintherapie sollte erst bei Werten über 10,0 % begonnen werden.

Die Leitlinie evaluiert den Einsatz als Zusatztherapie, der zu einer moderaten Senkung von HbA1c und Körpergewicht führen kann. Es wird jedoch vor gastrointestinalen Nebenwirkungen und einem erhöhten Ketose-Risiko gewarnt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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