IQWiG2025Hämatologie

Concizumab (Hämophilie A): Dosierung und Zusatznutzen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2025 bewertet den Zusatznutzen von Concizumab zur Routineprophylaxe von Blutungen. Die Bewertung bezieht sich auf Personen ab 12 Jahren mit Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel) und Faktor-VIII-Inhibitoren.

Hämophilie A mit Inhibitoren geht mit einer gesteigerten Morbidität und Mortalität einher. Laut Bericht besteht ein medizinischer Bedarf an Therapien mit subkutaner Darreichungsform, da bisherige Optionen oft zeitaufwendig sind.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Emicizumab festgelegt. Die vorliegende Dossierbewertung prüft, ob Concizumab gegenüber dieser Standardtherapie überlegen ist.

Empfehlungen

Nutzenbewertung

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Concizumab nicht belegt. Es wurden keine relevanten Studien für den direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie Emicizumab identifiziert.

Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte Studie explorer7 verglich Concizumab lediglich mit einer Bedarfsbehandlung. Dies entspricht laut Bericht nicht der geforderten Vergleichstherapie.

Anwendung und Überwachung

Die Einleitung der Therapie wird unter Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes empfohlen. Die Behandlung soll in einem blutungsfreien Zustand begonnen werden.

Für die Überwachung formuliert das Dokument folgende Hinweise:

  • Messung der Concizumab-Plasmakonzentration nach 4 Wochen

  • Festlegung der individuellen Erhaltungsdosis basierend auf diesem Wert

  • Erneute Messung bei steigender Blutungshäufigkeit oder starker Gewichtsveränderung

Perioperatives Management

Bei kleineren Operationen ist laut Dokument keine Dosisanpassung erforderlich. Vor größeren Eingriffen wird empfohlen, die Behandlung mindestens 4 Tage vorher auszusetzen.

Die Wiederaufnahme der Therapie kann 10 bis 14 Tage nach der Operation mit der gleichen Erhaltungsdosis erfolgen. Eine neue Aufsättigungsdosis ist dabei nicht vorgesehen.

Dosierung

Das Dokument beschreibt folgendes Dosierungsschema für die subkutane Anwendung von Concizumab:

BehandlungsphaseZeitpunktDosierung
AufsättigungsdosisTag 11 mg/kg (einmalig)
Initiale ErhaltungsdosisTag 2 bis zur individuellen Anpassung0,20 mg/kg (einmal täglich)
Individuelle ErhaltungsdosisNach 4 WochenIndividuell nach Plasmakonzentration festgelegt

Vor dem Start der Therapie wird empfohlen, die Behandlung mit rFVIIa mindestens 12 Stunden und mit aPCC mindestens 48 Stunden vorher abzusetzen.

Die Injektion erfolgt subkutan in den Bauch oder Oberschenkel. Es wird ein täglicher Wechsel der Injektionsstelle empfohlen.

Kontraindikationen

Kontraindikationen

Eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile stellt eine Kontraindikation dar.

Warnhinweise

Das Dokument warnt vor dem Risiko thromboembolischer Ereignisse. Dies gilt insbesondere bei Personen mit multifaktoriellen Risikofaktoren oder bei hochdosierter Anwendung von Therapien für Durchbruchblutungen.

Bei Verdacht auf thromboembolische Ereignisse wird ein Absetzen von Concizumab empfohlen.

Zudem wird auf das mögliche Auftreten von neutralisierenden Anti-Concizumab-Antikörpern hingewiesen. Bei klinischen Anzeichen eines Wirksamkeitsverlusts wird eine entsprechende Untersuchung empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist bei Durchbruchblutungen unter Concizumab-Prophylaxe keine Dosisanpassung des Präparats vorgesehen. Es wird stattdessen darauf hingewiesen, dass die Behandlung mit Bypassing-Präparaten (wie rFVIIa oder aPCC) in der niedrigsten zugelassenen Dosis erfolgen kann. Dabei wird für aPCC eine maximale Dosis von 100 E/kg Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden als Obergrenze genannt.

Häufig gestellte Fragen

Die Therapie beginnt laut Dokument mit einer einmaligen Aufsättigungsdosis von 1 mg/kg Körpergewicht. Ab Tag 2 wird eine tägliche Dosis von 0,20 mg/kg verabreicht, bis nach 4 Wochen eine individuelle Erhaltungsdosis anhand der Plasmakonzentration festgelegt wird.

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Concizumab nicht belegt ist. Es lagen keine geeigneten direkten Vergleichsstudien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Emicizumab vor.

Das Dokument empfiehlt, die Therapie vor größeren operativen Eingriffen mindestens 4 Tage vorher zu pausieren. Die Behandlung kann 10 bis 14 Tage nach der Operation mit der bisherigen Erhaltungsdosis fortgesetzt werden.

Bei einer versäumten Tagesdosis wird empfohlen, die Behandlung am nächsten Tag ohne zusätzliche Dosis fortzusetzen. Bei 2 bis 6 versäumten Dosen in Folge sollte die Tagesdosis laut Fachinformation zweimal verabreicht werden (als separate Injektionen).

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Quelle: IQWiG A25-55: Concizumab (Hämophilie A) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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