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Wundreinigung bei venösen Ulzera: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Venöse Beingeschwüre (Ulcus cruris venosum) sind chronische Wunden am Unterschenkel, die durch eine venöse Insuffizienz und den damit verbundenen Blutstau entstehen. Die primäre Behandlung besteht in einer Kompressionstherapie zur Verbesserung des venösen Rückflusses.

Die Wundreinigung wird als integraler Bestandteil der Wundversorgung angesehen. Sie dient dazu, Oberflächenverunreinigungen, Bakterien, abgestorbenes Gewebe und überschüssiges Wundsekret zu entfernen, um ein heilungsförderndes Milieu zu schaffen.

Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit verschiedener Wundreinigungslösungen und -techniken bei venösen Beingeschwüren. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract und den Kernaussagen des Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert aufgrund der unzureichenden Studienlage keine direkten Behandlungsempfehlungen, sondern fasst die aktuelle Evidenz zusammen:

Fehlende Evidenz für spezifische Lösungen

Laut Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz aus randomisiert-kontrollierten Studien, die belegt, ob die Wundreinigung im Vergleich zu keiner Reinigung einen Vorteil bietet. Ebenso fehlt es an Nachweisen für die Überlegenheit bestimmter Reinigungstechniken.

Untersuchte Reinigungslösungen

Die analysierten Studien verglichen verschiedene Lösungen, wobei die Evidenz für alle Endpunkte als sehr niedrig eingestuft wurde. Es bleibt unklar, ob folgende Lösungen einen Unterschied bei der Wundheilung, der Schmerzreduktion oder der Veränderung der Ulkusgröße machen:

  • Wässriges Sauerstoffperoxid im Vergleich zu sterilem Wasser

  • Propylbetain und Polihexanid im Vergleich zu Kochsalzlösung

  • Octenidindihydrochlorid/Phenoxyethanol (OHP) im Vergleich zu Ringerlösung

  • Polyhexamethylenbiguanid (PHMB) im Vergleich zu Kochsalzlösung

Klinische Praxis

Da keine Evidenz vorliegt, die den Einsatz bestimmter Reinigungslösungen oder -techniken stützt, wird im Review darauf hingewiesen, dass sich die klinische Versorgung an aktuellen nationalen Leitlinien, den Kosten und den Präferenzen der Patienten orientieren sollte. Die Reinigung mit Leitungswasser (Trinkwasserqualität) wird in vielen internationalen Leitlinien empfohlen und stellt in den meisten klinischen Settings die gängige Praxis dar.

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass eine unnötige oder unsachgemäße Reinigung das Wundbett traumatisieren kann, indem empfindliches Granulations- oder Epithelgewebe beschädigt wird. Bei der Wundspülung (Irrigation) mit einer Spritze oder einem Druckbehälter wird ein Druck von über 15 psi als potenziell gewebeschädigend beschrieben, während ein Druck unter 4 psi als unwirksam gilt.

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass es derzeit keine belastbare Evidenz für die Überlegenheit teurer oder spezieller Wundreinigungslösungen gegenüber sterilem Wasser oder Kochsalzlösung gibt. Es wird darauf hingewiesen, dass eine zu aggressive Wundreinigung das empfindliche Granulationsgewebe schädigen kann. In Ermangelung klarer Studiendaten sollte sich die Wahl der Spüllösung an nationalen Leitlinien, der Praktikabilität und den Kosten orientieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz, um eine bestimmte Wundreinigungslösung als überlegen einzustufen. Weder für wässriges Sauerstoffperoxid noch für Polihexanid oder Octenidin konnte ein klarer Vorteil gegenüber sterilem Wasser oder Kochsalzlösung nachgewiesen werden.

Der Review stellt fest, dass es keine Studien gibt, die die Wundreinigung mit dem Verzicht auf eine Reinigung vergleichen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine unnötige Reinigung das Wundbett traumatisieren und die Heilung stören kann.

Die Autoren des Reviews merken an, dass viele internationale Leitlinien die Reinigung mit Wasser in Trinkwasserqualität empfehlen. Da dies in der Praxis häufig angewendet wird und spezifische Lösungen keinen bewiesenen Zusatznutzen zeigen, stellt dies eine gängige Option dar.

Im Hintergrundteil des Reviews wird ein Spüldruck zwischen 4 und 15 psi beschrieben. Es wird gewarnt, dass ein Druck von über 15 psi das Gewebe schädigen kann, während ein Druck unter 4 psi als ineffektiv gilt.

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Quelle: Cochrane Review: Wound cleansing for treating venous leg ulcers (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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