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Demenzmedikation absetzen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) und Memantin sind zugelassene Medikamente zur symptomatischen Behandlung der Alzheimer-Demenz. Sie werden eingesetzt, um Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.

In der klinischen Praxis besteht oft Unsicherheit über den langfristigen Nutzen dieser Medikamente. Insbesondere der optimale Zeitpunkt für ein Absetzen der Therapie bei fortgeschrittener Demenz oder bei unklarem Nutzen ist eine häufige Fragestellung.

Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Auswirkungen eines Therapieabbruchs im Vergleich zur Fortführung. Die analysierten Studien umfassen ausschließlich Personen mit Alzheimer-Demenz unterschiedlicher Schweregrade, die zuvor keine bekannten Nebenwirkungen durch die Medikation hatten.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zum Absetzen von Cholinesterase-Hemmern in folgende zentrale Ergebnisse zusammen:

Kognitive Funktion

  • Kurzfristig (bis 2 Monate) ist ein Absetzen mit einer Verschlechterung der kognitiven Funktion assoziiert (niedrige Evidenz).

  • Mittelfristig (3-11 Monate) sind die Effekte sehr unsicher, weisen in Sensitivitätsanalysen aber ebenfalls auf eine Verschlechterung hin.

  • Langfristig (ab 12 Monaten) führt ein Absetzen wahrscheinlich zu einer schlechteren kognitiven Leistung (moderate Evidenz).

Alltagsfunktionen und Neuropsychiatrie

  • Die funktionellen Fähigkeiten im Alltag verschlechtern sich nach 12 Monaten durch das Absetzen wahrscheinlich stärker als bei einer Fortführung der Therapie.

  • Kurz- und mittelfristig kann es zu einer Zunahme neuropsychiatrischer Symptome kommen.

  • Langfristig zeigt sich bezüglich des neuropsychiatrischen Status jedoch kaum ein Unterschied zur fortgeführten Therapie.

Sicherheit und Memantin

  • Es gibt keine klare Evidenz dafür, dass ein Absetzen die Mortalität oder die Rate an unerwünschten Ereignissen beeinflusst.

  • Für das Absetzen von Memantin liegt laut den Autoren derzeit keine ausreichende Evidenz vor, um klinische Entscheidungen zu leiten.

  • Die Ergebnisse sind ausschließlich auf die Alzheimer-Demenz anwendbar und nicht auf andere Demenzformen übertragbar.

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💡Praxis-Tipp

Laut den Autoren des Reviews ist beim Absetzen von Cholinesterase-Hemmern Vorsicht geboten, da dies zu einer Verschlechterung der Kognition und der Alltagsfunktionen führen kann. Es wird geraten, die begrenzte Evidenzlage stets gemeinsam mit den individuellen Faktoren der Betroffenen und deren Angehörigen abzuwägen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass ein Absetzen wahrscheinlich zu einer Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten und der Alltagsfunktionen führt. Auch neuropsychiatrische Symptome können kurz- und mittelfristig zunehmen.

Laut der Analyse gibt es aktuell keine ausreichenden Studien, die das isolierte Absetzen von Memantin untersuchen. Daher kann hierzu derzeit keine evidenzbasierte Aussage getroffen werden.

Die ausgewerteten Studien zeigen keine klare Evidenz dafür, dass ein Absetzen der Medikamente die Rate an unerwünschten oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen signifikant senkt.

Nein, die in den Review eingeschlossenen Studien untersuchten ausschließlich Personen mit einer Alzheimer-Demenz. Die Ergebnisse lassen sich laut den Autoren nicht auf andere Demenzarten übertragen.

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Quelle: Cochrane Review: Withdrawal or continuation of cholinesterase inhibitors or memantine or both, in people with dementia (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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