Antidepressiva absetzen: Tapering und Rückfallrisiko

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Depressionen und Angststörungen sind die häufigsten Indikationen für die Verschreibung von Antidepressiva. Laut einem Cochrane Review aus dem Jahr 2021 treibt die Langzeiteinnahme den weltweiten Anstieg des Antidepressiva-Verbrauchs maßgeblich an.

Umfragen unter Anwendern deuten darauf hin, dass für 30 bis 50 Prozent der Langzeitverschreibungen keine evidenzbasierte Indikation vorliegt. Eine unnötige Einnahme setzt die Betroffenen dem Risiko von unerwünschten Ereignissen aus.

Bislang mangelt es jedoch an Evidenz mit hoher Vertrauenswürdigkeit hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Absetzstrategien. Der Review analysiert daher Ansätze zum Beenden einer mindestens sechsmonatigen Therapie.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review warnt davor, dass Absetzsymptome in der Praxis häufig fälschlicherweise als Rückfall der Grunderkrankung interpretiert werden. Es wird hervorgehoben, dass die in Studien verwendeten Ausschleichphasen von vier Wochen oder weniger oft zu kurz sind. Eine längere Tapering-Phase über mehrere Monate wird als potenziell sicherer Ansatz diskutiert.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review stellt fest, dass die in Studien meist verwendeten Tapering-Phasen von vier Wochen oder weniger oft zu kurz sind. Die Autoren deuten an, dass längere Ausschleichschemata über mehrere Monate vorteilhaft sein könnten.

Laut der Meta-Analyse ist sowohl beim abrupten Absetzen als auch beim schnellen Ausschleichen ein erhöhtes Rückfallrisiko zu beobachten. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Daten durch die Verwechslung von Rückfällen mit Absetzsymptomen stark verzerrt sein könnten.

Der Review zeigt, dass eine begleitende psychologische Unterstützung, wie etwa kognitive Verhaltenstherapie, die Erfolgsrate beim Absetzen deutlich erhöhen kann. Es wurden erfolgreiche Absetzraten von 40 bis 75 Prozent dokumentiert.

Die vorliegende Evidenz liefert hierzu keine klaren Kriterien, was als methodisches Hauptproblem der Studien identifiziert wurde. Der Review fordert dringend zukünftige Studien, die sauber zwischen echten Rückfällen und temporären Absetzsymptomen differenzieren.

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Quelle: Cochrane Review: Approaches for discontinuation versus continuation of long-term antidepressant use for depressive and anxiety disorders in adults (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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