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Topische Mikrobizide zur STI-Prävention: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) nehmen weltweit weiter zu und stellen eine erhebliche Krankheitslast dar. Effektive Präventionsstrategien sind entscheidend, um die globalen Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung dieser Infektionen zu erreichen.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von topischen vaginalen Mikrobiziden. Ziel ist es zu bewerten, ob diese Präparate die Übertragung von STIs, einschließlich HIV, bei sexuell aktiven, nicht schwangeren Frauen verhindern können.

Es wurden Daten von über 32.000 Frauen ausgewertet, primär aus Studien in Subsahara-Afrika. Für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), lagen keine auswertbaren Studien vor.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen vaginalen Mikrobiziden zusammen und bewertet deren präventiven Nutzen.

HIV-Prävention

Laut Review zeigt lediglich ein Wirkstoff eine signifikante Schutzwirkung. Es wird festgestellt, dass Dapivirine das Risiko einer HIV-Infektion wahrscheinlich senkt (moderate Evidenz).

Für andere untersuchte Mikrobizide konnte keine überzeugende Schutzwirkung nachgewiesen werden.

WirkstoffEffekt auf HIV-RisikoEffekt auf andere STI
DapivirineWahrscheinliche Risikoreduktion (RR 0.71)Kein nachweisbarer Effekt (Syphilis, Chlamydien)
TenofovirWahrscheinlich kein UnterschiedWidersprüchliche Daten zu HSV-2
Cellulose-SulfatKein UnterschiedKein nachweisbarer Effekt
PRO 2000Kein UnterschiedKein nachweisbarer Effekt
Carraguard / BufferGel / SAVVYKein UnterschiedKein nachweisbarer Effekt

Prävention anderer STI

Die Evidenz deutet darauf hin, dass die aktuellen topischen Mikrobizide keinen signifikanten Effekt auf das Risiko für Gonorrhö, Condylomata acuminata, Trichomoniasis oder humane Papillomviren (HPV) haben.

Bezüglich Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) liefert Tenofovir widersprüchliche Ergebnisse. Eine Studie zeigte eine Risikoreduktion, während eine andere keinen Effekt nachweisen konnte.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Anwendung der untersuchten Mikrobizide führte im Vergleich zu Placebo nicht zu einer veränderten Rate an unerwünschten Ereignissen. Die Präparate gelten laut den vorliegenden Daten als sicher.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Beratung zur HIV-Prävention bei Frauen sollte beachtet werden, dass von den topischen Mikrobiziden aktuell nur Dapivirine eine nachweisbare, wenn auch moderate, Schutzwirkung zeigt. Andere vaginale Gele oder Cremes bieten laut aktueller Evidenz keinen verlässlichen Schutz vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review senkt lediglich der Wirkstoff Dapivirine das Risiko einer HIV-Infektion bei Frauen wahrscheinlich ab. Andere getestete Mikrobizide wie Tenofovir oder PRO 2000 zeigten in den Studien keinen signifikanten Schutzeffekt.

Die aktuelle Evidenz zeigt, dass die untersuchten topischen Mikrobizide das Risiko für den Erwerb von Chlamydien, Syphilis oder Gonorrhö nicht signifikant verringern. Es wird daher keine Schutzwirkung vor diesen bakteriellen STI abgeleitet.

Der Review fand keine geeigneten Studien, die Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), einschlossen. Die vorliegenden Ergebnisse und Wirksamkeitsdaten beziehen sich ausschließlich auf sexuell aktive Frauen.

In den ausgewerteten Studien unterschieden sich die Raten an unerwünschten Ereignissen nicht zwischen den Mikrobizid-Gruppen und den Placebo-Gruppen. Die Präparate werden auf Basis dieser Daten als gut verträglich eingestuft.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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