Knieexartikulation vs. Oberschenkelamputation: Cochrane
Hintergrund
Diabetes mellitus und periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK) sind weltweit die führenden Ursachen für Major-Amputationen der unteren Extremitäten. Wenn eine Amputation unumgänglich ist, wird primär ein Erhalt des Kniegelenks (Unterschenkelamputation) angestrebt, da dies die beste funktionelle Rehabilitation ermöglicht.
Ist eine Unterschenkelamputation nicht möglich, wird am häufigsten eine Oberschenkelamputation durchgeführt. Eine alternative, seltener angewandte Methode ist die Knieexartikulation, die potenziell funktionelle Vorteile bieten könnte.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane-Reviews. Der Review vergleicht die klinischen und rehabilitativen Ergebnisse sowie die Komplikationsraten beider Amputationshöhen bei vaskulären und nicht-vaskulären Indikationen.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane-Review untersuchte die Evidenz zum Vergleich von Knieexartikulationen und Oberschenkelamputationen. Dabei wurden primäre Endpunkte wie die unkomplizierte primäre Wundheilung und die prothetische Versorgung definiert.
Studienlage
Laut den Autoren des Reviews konnten keine randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) identifiziert werden, die die Einschlusskriterien erfüllten.
Klinische Schlussfolgerungen
Aufgrund der fehlenden Studienlage können derzeit keine evidenzbasierten Empfehlungen zur Überlegenheit einer der beiden Amputationshöhen gegeben werden. Der Review hält fest:
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Es ist aktuell unbekannt, ob eine der beiden Methoden verbesserte klinische oder rehabilitative Ergebnisse für die Patienten bietet.
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Es liegen keine vergleichenden Daten aus RCTs zu Komplikationsraten vor.
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Die Autoren betonen die dringende Notwendigkeit zukünftiger randomisiert-kontrollierter Studien, um die klinische Praxis zu leiten und die bestmöglichen Ergebnisse für diese Patientengruppe sicherzustellen.
💡Praxis-Tipp
Da laut dem Review aktuell keine Evidenz aus randomisierten Studien vorliegt, die eine Knieexartikulation einer Oberschenkelamputation überlegen zeigt, muss die Wahl der Amputationshöhe weiterhin auf individuellen klinischen Faktoren basieren. Es wird impliziert, dass bei der Entscheidungsfindung Aspekte wie die lokale Durchblutungssituation und die potenziellen Voraussetzungen für eine spätere Prothesenversorgung im Einzelfall abgewogen werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen Cochrane-Review ist dies derzeit unbekannt. Es konnten keine randomisiert-kontrollierten Studien identifiziert werden, die die beiden Verfahren hinsichtlich ihrer Ergebnisse vergleichen.
Eine Oberschenkelamputation wird häufig dann durchgeführt, wenn eine Unterschenkelamputation mit Erhalt des Kniegelenks aufgrund der Durchblutungssituation oder anderer Faktoren nicht möglich ist.
Zentrale klinische Endpunkte sind eine unkomplizierte primäre Wundheilung sowie eine erfolgreiche prothetische Versorgung. Zudem spielen die Zeit bis zur unabhängigen Mobilität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität eine wichtige Rolle.
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Quelle: Cochrane Review: Through-knee versus above-knee amputation for vascular and non-vascular major lower limb amputations (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.