Oberschenkelamputation: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Oberschenkelamputation (transfemorale Amputation) beinhaltet die Entfernung der unteren Extremität durch Durchtrennung von Weichteilgewebe und Femur. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt dieses Verfahren als einen Eingriff mit erheblicher Morbidität, der die Mobilität und den Energieverbrauch der Betroffenen stark beeinflusst.
Ein interprofessioneller Behandlungsansatz wird als essenziell erachtet. Laut Leitlinie kann ein solches Team die stationäre Verweildauer verkürzen und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Prothesenversorgung signifikant erhöhen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Oberschenkelamputation:
Indikationen und Evaluation
Als Indikationen für eine Oberschenkelamputation werden unter anderem genannt:
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Schwere Traumata (unter Nutzung des Mangled Extremity Severity Score [MESS])
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Nicht resezierbare Infektionen (z. B. diabetische Wunden, nekrotisierende Fasziitis)
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Nicht resezierbare Tumoren
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Nicht korrigierbare vaskuläre Kompromittierung
Die Leitlinie nennt spezifische präoperative Parameter, die eine erfolgreiche Wundheilung vorhersagen können (klinische Prädiktoren):
| Parameter | Zielwert für verbesserte Wundheilung |
|---|---|
| Albumin | > 3,0 g/dL |
| Gesamtlymphozytenzahl | > 1500/mm³ |
| Knöchel-Arm-Index (ABI) | > 0,45 |
Operationstechnik
Die Leitlinie beschreibt spezifische chirurgische Schritte zur Optimierung des Stumpfes:
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Muskelgruppen sollten etwa 2,5 bis 5 cm länger als der geplante Knochenschnitt durchtrennt werden, um eine adäquate Weichteildeckung zu ermöglichen.
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Nerven (wie der N. ischiadicus) werden unter leichtem Zug scharf durchtrennt, um das Risiko einer Neurombildung zu reduzieren.
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Die Durchtrennung des Femurs erfolgt typischerweise 12 cm proximal des Gelenkspalts.
Prävention von Komplikationen
Zur Vermeidung von Beuge- und Abduktionskontrakturen werden intra- und postoperative Maßnahmen empfohlen (Präventionsempfehlung):
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Die Myodese des M. quadriceps sollte bei vollständig gestreckter Hüfte erfolgen.
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Die Myodese der Adduktoren an den Femur wird zur Reduktion des Abduktionskontraktur-Risikos beschrieben.
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Postoperativ wird eine intermittierende Bauchlage empfohlen, um Beugekontrakturen vorzubeugen.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gibt es nur wenige Kontraindikationen, sobald alle anderen Behandlungsoptionen zum Extremitätenerhalt ausgeschöpft sind.
Eine Kontraindikation besteht, wenn die betroffene Person medizinisch nicht stabil genug ist, um die Anästhesie oder den chirurgischen Eingriff zu überleben.
Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Zustand der Extremität selbst die Ursache für die medizinische Instabilität sein kann.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor der Entstehung von Hüftbeugekontrakturen, wenn der Tractus iliotibialis nicht am Femur fixiert wird. Da der M. gluteus maximus teilweise am Tractus iliotibialis ansetzt, kann eine fehlende Fixierung zu einer Beugekontraktur führen. Es wird eine korrekte Myodese sowie eine intermittierende postoperative Bauchlage zur Prävention empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sind ein Albuminwert über 3,0 g/dL, eine Gesamtlymphozytenzahl von über 1500/mm³ und ein Knöchel-Arm-Index (ABI) von über 0,45 prädiktiv für eine verbesserte Wundheilung.
Die Leitlinie gibt an, dass der Energieaufwand beim Gehen im Vergleich zu Nicht-Amputierten um etwa 65 % steigt. Bei Amputationen aufgrund von Gefäßerkrankungen kann dieser Wert sogar auf bis zu 100 % ansteigen.
Es wird geschätzt, dass bis zu 80 % der Personen, die sich einer Extremitätenamputation unterziehen, von Phantomschmerzen betroffen sind. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer interprofessionellen Betreuung zur Behandlung.
Die Leitlinie beschreibt, dass Nerven wie der N. ischiadicus und der N. saphenus identifiziert, unter leichten Zug gesetzt und dann scharf durchtrennt werden, um das Risiko einer Neurombildung zu verringern.
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Quelle: StatPearls: Above-the-Knee Amputations (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.