Unterschenkelamputation: StatPearls
Hintergrund
Die Unterschenkelamputation (Below-Knee Amputation, BKA) ist ein häufig lebensrettender chirurgischer Eingriff. Laut StatPearls sind Ischämie der unteren Extremitäten, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und Diabetes in über 50 % der Fällen die Hauptursachen.
Ein weiteres bedeutendes Ursachenfeld stellen Traumata dar. Generell wird die Unterschenkelamputation gegenüber der Oberschenkelamputation bevorzugt, da sie mit besseren funktionellen Ergebnissen und Rehabilitationschancen einhergeht.
Der Eingriff erfordert ein tiefgreifendes Verständnis der anatomischen Kompartimente und der Gefäßversorgung. Dies ist entscheidend, um den intraoperativen Blutverlust zu kontrollieren und die Durchblutung der Hautlappen für eine optimale Wundheilung sicherzustellen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung einer Unterschenkelamputation:
Präoperative Diagnostik und Vorbereitung
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer umfassenden präoperativen Evaluation. Es wird empfohlen, den Ernährungszustand (Präalbumin, Albumin, HbA1c) zu überprüfen, da dieser die postoperative Wundheilung direkt beeinflusst.
Zur Beurteilung der Gewebevitalität und Infektionsausbreitung werden folgende Maßnahmen aufgeführt:
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MRT-Bildgebung zur Evaluation einer Osteomyelitis und der Weichteile
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Bestimmung von Entzündungsparametern (BKS, CRP)
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Röntgenaufnahmen der Extremität in zwei Ebenen zur Beurteilung der knöchernen Strukturen
Indikationen zur Amputation
Die Indikationen zur Unterschenkelamputation werden in drei klinische Hauptkategorien unterteilt:
| Kategorie | Klinische Situationen | Zielsetzung |
|---|---|---|
| Dringlich | Nekrotisierende Infektionen, unkontrollierbare Blutungen | Lebensrettende Fokuskontrolle |
| Traumatologisch | Zerstörte Extremität, schwere Verbrennungen, irreparable Weichteildefekte | Definitive Versorgung nach erfolglosem Extremitätenerhalt |
| Elektiv | Nicht heilende Gewebeverluste, therapierefraktäre Schmerzen, Gefäßinsuffizienz | Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung |
Operationstechnik
Die Autoren beschreiben verschiedene chirurgische Ansätze, darunter die Guillotine-Amputation für Notfälle und die abgeschlossene Amputation für elektive Eingriffe. Für die Lappenplastik wird häufig die Burgess-Technik mit einem langen posterioren Hautlappen verwendet.
Zur Vermeidung chronischer Schmerzen wird ein spezifisches Nervenmanagement empfohlen. Die Nerven sollten unter leichtem Zug scharf durchtrennt werden, um sich in das Weichteilgewebe zurückzuziehen und die Bildung schmerzhafter Neurome zu verhindern.
Bei der Ertl-Technik wird eine knöcherne Brücke (Synostose) zwischen der distalen Tibia und Fibula geschaffen. Dies soll eine stabile, belastbare Oberfläche für eine verbesserte Prothesenfunktion bieten.
Postoperatives Management
In der unmittelbaren postoperativen Phase wird eine serielle Untersuchung des Stumpfes alle 24 bis 48 Stunden empfohlen. Dabei soll auf Nekrosen der Hautränder, Blutungen und Infektionszeichen geachtet werden.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass der metabolische Bedarf bei der Mobilisation nach einer Unterschenkelamputation signifikant ansteigt. Zudem wird eine enge interprofessionelle Betreuung empfohlen, die auch die psychologische Unterstützung der Patienten einschließt.
Kontraindikationen
Die bedeutendste Kontraindikation für eine nicht-dringliche Unterschenkelamputation ist eine vaskuläre Insuffizienz an der geplanten Amputationsstelle. Laut StatPearls müssen elektive Eingriffe verschoben werden, bis die Durchblutung optimiert ist (z. B. durch Bypass-Operationen oder Stent-Implantationen).
Zudem wird von großen chirurgischen Eingriffen bei hämodynamisch instabilen Patienten abgeraten. Eine Ausnahme bilden unkontrollierte, sich ausbreitende nekrotisierende Infektionen, bei denen die sofortige Fokuskontrolle lebensrettend ist.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Autoren betrifft das intraoperative Nervenmanagement zur Vermeidung chronischer Schmerzsyndrome. Es wird beschrieben, dass die Nerven unter leichtem Zug scharf durchtrennt werden sollten, damit sie sich tief in das Gewebe zurückziehen können. Dies reduziert das Risiko für die Entstehung schmerzhafter Neurome am Amputationsstumpf erheblich.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird die Unterschenkelamputation bevorzugt, da sie mit deutlich besseren funktionellen Ergebnissen einhergeht. Der Erhalt des Kniegelenks erleichtert die spätere Rehabilitation und die Nutzung einer Prothese erheblich.
Die Leitlinie beschreibt eine umfassende präoperative Diagnostik mittels Doppler-Sonographie und der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI). Zusätzlich können die transkutane Sauerstoffmessung und der Zehendruck genutzt werden, um die Mikrozirkulation zu beurteilen.
Bei der Ertl-Technik wird eine knöcherne Verbindung (Synostose) zwischen den distalen Enden von Schienbein und Wadenbein geschaffen. Die Autoren erklären, dass dies eine stabilere und besser belastbare Stumpfoberfläche für die spätere Prothesenversorgung ermöglicht.
Der Text weist darauf hin, dass die Langzeitüberlebensrate in bestimmten Patientengruppen sehr gering ist. Bei Patienten mit Diabetes mellitus im Endstadium, die aufgrund von Fußulzera amputiert werden, liegt die durchschnittliche postoperative Lebenserwartung bei etwa drei Jahren.
Es wird empfohlen, den Amputationsstumpf in der unmittelbaren postoperativen Phase alle 24 bis 48 Stunden seriell zu untersuchen. Dabei wird besonders auf Hautnekrosen, Nachblutungen und mögliche Infektionszeichen geachtet.
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Quelle: StatPearls: Below-Knee Amputation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.