Unterschenkel-Angioplastie Zugangswege: Cochrane Review
Hintergrund
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) betrifft etwa 12 bis 14 Prozent der Allgemeinbevölkerung, wobei die Prävalenz mit dem Alter ansteigt. Bei ein bis zwei Prozent der Betroffenen mit Claudicatio intermittens entwickelt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren eine kritische Extremitätenischämie (CLI).
Ein Drittel der Personen mit einer kritischen Extremitätenischämie weist isolierte Läsionen unterhalb des Knies (Below-the-knee, BTK) auf. Diese isolierten Unterschenkelläsionen sind im Vergleich zu mehrstufigen arteriellen Erkrankungen mit einer höheren Rate an Amputationen assoziiert.
Zur Behandlung werden häufig endovaskuläre Verfahren wie die Angioplastie eingesetzt, um den Blutfluss zu verbessern und den Extremitätenerhalt zu sichern. Der technische Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob die Zielläsion erfolgreich passiert werden kann.
Bei dem konventionellen femoralen Zugangsweg kommt es bei isolierten Unterschenkelläsionen häufig zu einem Versagen der Läsionspassage. Ein retrograder distaler Zugang könnte hierbei Vorteile bieten, um die Erfolgsrate zu erhöhen.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane-Review zielte darauf ab, Nutzen und Risiken des retrograden distalen Zugangs mit dem konventionellen femoralen Zugang bei Unterschenkel-Angioplastien zu vergleichen.
Studienlage und Evidenz
Die systematische Literaturrecherche (Stand September 2022) ergab keine randomisierten oder quasi-randomisierten kontrollierten Studien, die die Einschlusskriterien erfüllten.
Folglich können derzeit keine evidenzbasierten Aussagen zur Überlegenheit eines der beiden Zugangswege (retrograd distal versus femoral) getroffen werden.
Definierte Endpunkte für zukünftige Studien
Der Review betont den dringenden Bedarf an qualitativ hochwertigen Studien. Für zukünftige Untersuchungen wurden folgende primäre und sekundäre Endpunkte als klinisch relevant definiert:
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Technischer Erfolg der Angioplastie
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Schwere prozedurale Komplikationen
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Mortalitätsrate und amputationsfreies Überleben
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Primäre Offenheitsrate (Patency)
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Leichte prozedurale Komplikationen und Wundheilung
💡Praxis-Tipp
Obwohl der retrograde distale Zugang bei schwierigen Unterschenkelläsionen in der Praxis zunehmend diskutiert wird, weist der Cochrane-Review auf das vollständige Fehlen von randomisierten kontrollierten Studien hin. Es wird zudem hervorgehoben, dass die Versagerquoten beim konventionellen femoralen Zugang in der klinischen Realität oft höher sind als in der Literatur berichtet.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen Cochrane-Review lässt sich diese Frage derzeit nicht evidenzbasiert beantworten. Es wurden keine randomisierten Studien gefunden, die den retrograden distalen mit dem femoralen Zugang vergleichen.
Der Review beschreibt, dass der konventionelle femorale Zugang bei isolierten Läsionen unterhalb des Knies (BTK) eine hohe Versagerquote bei der Läsionspassage aufweist. Ein retrograder distaler Zugang könnte anatomische und technische Vorteile bieten, um die Zielläsion erfolgreicher zu passieren.
Gemäß den Hintergrunddaten des Reviews entwickeln etwa ein bis zwei Prozent der Personen mit einer Claudicatio intermittens innerhalb von fünf Jahren eine kritische Extremitätenischämie (CLI). Bei einem Drittel dieser Fälle liegen isolierte Unterschenkelläsionen vor.
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Quelle: Cochrane Review: Retrograde distal access versus femoral access for below the knee angioplasty (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.