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Monoklonale Antikörper bei COVID-19: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2021. Monoklonale Antikörper (mAbs) sind im Labor hergestellte Moleküle, die aus den B-Zellen eines infizierten Wirts stammen. Sie werden als potenzielle Therapie für die Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) untersucht.

Der systematische Review bewertet die Wirksamkeit und Sicherheit von SARS-CoV-2-neutralisierenden monoklonalen Antikörpern zur Behandlung von Patienten mit COVID-19. Dabei werden sowohl hospitalisierte als auch nicht-hospitalisierte Patienten im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung betrachtet.

Die Autoren betonen, dass die Evidenz kontinuierlich im Rahmen eines "Living Systematic Review"-Ansatzes aktualisiert wird. Studien zur rein prophylaktischen Anwendung von monoklonalen Antikörpern wurden aus dieser Analyse ausgeschlossen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert folgende Kernaussagen zur Studienlage:

Allgemeine Bewertung

Laut Review ist die aktuelle Evidenz unzureichend, um aussagekräftige Schlussfolgerungen für die Behandlung mit SARS-CoV-2-neutralisierenden monoklonalen Antikörpern zu ziehen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird für nicht-hospitalisierte Personen als niedrig und für hospitalisierte Personen als sehr niedrig bis moderat eingestuft.

Es wird betont, dass weitere Studien erforderlich sind, um zu verstehen, wie sich das Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten auf die Wirksamkeit der Antikörper auswirkt.

Nicht-hospitalisierte Patienten

Für Patienten im ambulanten Setting zeigt die Auswertung der Studien folgende Tendenzen:

  • Bamlanivimab (als Monotherapie oder mit Etesevimab) kann die Rate der Krankenhauseinweisungen möglicherweise senken (niedrige Evidenz).

  • Casirivimab/Imdevimab kann Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle reduzieren, wobei die Auswirkungen auf schwere unerwünschte Ereignisse ungewiss sind.

  • Sotrovimab reduziert möglicherweise den Sauerstoffbedarf sowie Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle bis Tag 30.

  • Regdanvimab kann Krankenhauseinweisungen verringern, geht aber möglicherweise mit einem Anstieg schwerer unerwünschter Ereignisse einher.

Hospitalisierte Patienten

Bei bereits hospitalisierten COVID-19-Patienten zeigt die Evidenz ein anderes Bild:

  • Für Bamlanivimab als Monotherapie ist der Effekt auf die Mortalität bis Tag 30 sowie auf schwere unerwünschte Ereignisse ungewiss.

  • Casirivimab/Imdevimab zusätzlich zur Standardversorgung hat wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss auf die Mortalität bis Tag 30 oder die Notwendigkeit einer invasiven Beatmung (moderate Evidenz).

Dosierung

Der Review untersuchte verschiedene Dosierungsschemata in den eingeschlossenen Studien für nicht-hospitalisierte Patienten:

AntikörperUntersuchte DosierungenPatientenpopulation
Bamlanivimab0,7 g; 2,8 g; 7,0 gNicht-hospitalisiert
Casirivimab/Imdevimab2,4 g; 8,0 gNicht-hospitalisiert
Regdanvimab40 mg/kg; 80 mg/kgNicht-hospitalisiert

Es wird darauf hingewiesen, dass die Datenlage für alle Dosierungen aufgrund geringer Ereignisraten mit einer sehr hohen Unsicherheit (Impräzision) behaftet ist.

Kontraindikationen

Der Review weist auf mögliche Sicherheitsrisiken bei bestimmten Therapien hin. So wird berichtet, dass Regdanvimab (in Dosierungen von 40 oder 80 mg/kg) unerwünschte Ereignisse der Grade 3 bis 4 erhöhen könnte.

Auch bei der Kombination Bamlanivimab/Etesevimab wird ein möglicher leichter Anstieg von unerwünschten Ereignissen jeglichen Grades sowie von schweren unerwünschten Ereignissen beschrieben.

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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass die vorliegende Evidenz nicht ausreicht, um einen routinemäßigen Einsatz monoklonaler Antikörper bei bereits hospitalisierten COVID-19-Patienten zu rechtfertigen, da hier kein Überlebensvorteil nachgewiesen werden konnte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Wirksamkeit dieser Therapien stark von den aktuell zirkulierenden Virusvarianten abhängig sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review hat die Gabe von Casirivimab/Imdevimab bei hospitalisierten Patienten wahrscheinlich keinen signifikanten Einfluss auf die Mortalität oder die Notwendigkeit einer Beatmung. Die Evidenz für Bamlanivimab ist in diesem Setting sehr unsicher.

Die Auswertung zeigt, dass Antikörper wie Sotrovimab, Bamlanivimab oder Casirivimab/Imdevimab bei nicht-hospitalisierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinweisung möglicherweise senken können. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Datenlage zu Nebenwirkungen ist laut Review oft unsicher und basiert auf wenigen Ereignissen. Es gibt jedoch Hinweise, dass bestimmte Präparate wie Regdanvimab das Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (Grad 3-4) erhöhen könnten.

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Quelle: Cochrane Review: SARS-CoV-2-neutralising monoclonal antibodies for treatment of COVID-19 (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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