CochraneIa2023

Probiotika bei funktionellen Bauchschmerzen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Funktionelle Bauchschmerzen sind bei Kindern häufig und beeinträchtigen die Lebensqualität stark. Laut den Rome-IV-Kriterien umfassen sie funktionelle Dyspepsie, Reizdarmsyndrom, abdominelle Migräne und nicht näher bezeichnete funktionelle Bauchschmerzen.

Die genauen Ursachen sind multifaktoriell und schließen psychosoziale, genetische und physiologische Faktoren ein. Eine veränderte Darmmikrobiota wird als möglicher Einflussfaktor auf die Darm-Hirn-Achse diskutiert.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht, ob der Einsatz von Probiotika oder Synbiotika bei Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren wirksam und sicher ist. Synbiotika sind dabei eine Kombination aus Probiotika und Präbiotika.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Behandlung mit Probiotika und Synbiotika zusammen.

Therapieerfolg durch Probiotika

Laut den Daten können Probiotika im Vergleich zu Placebo häufiger zu einem Behandlungserfolg führen (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). In den untersuchten Studien wurde bei 50 % der Kinder in der Probiotika-Gruppe ein Erfolg verzeichnet, verglichen mit 33 % in der Placebo-Gruppe.

Es ist jedoch unklar, ob Probiotika eine vollständige Schmerzfreiheit bewirken können (Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit).

Einsatz von Synbiotika

Die Auswertung zeigt, dass auch Synbiotika im Vergleich zu Placebo zu einem höheren Behandlungserfolg führen können (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).

Hinsichtlich der vollständigen Schmerzfreiheit zeigt die Evidenz laut den Autoren kaum bis keinen Unterschied zwischen Synbiotika und Placebo.

Schmerzintensität und -häufigkeit

Aufgrund einer sehr hohen, ungeklärten Heterogenität der Studiendaten konnten die Autoren keine verlässlichen Schlussfolgerungen zur Auswirkung auf die Schmerzintensität ziehen.

Auch für die Schmerzhäufigkeit reichte die Qualität der Daten nicht aus, um eine klare Aussage zu treffen.

Klassifikation nach Rome-IV

Der Review bezieht sich auf die Rome-IV-Kriterien, welche funktionelle Bauchschmerzen in vier Subkategorien einteilen. Die Diagnose setzt voraus, dass die Symptome nicht durch eine andere medizinische Ursache erklärt werden können.

ErkrankungHauptmerkmale laut Rome-IV
Funktionelle DyspepsieVöllegefühl, frühes Sättigungsgefühl oder epigastrischer Schmerz ohne Bezug zur Defäkation
Reizdarmsyndrom (IBS)Bauchschmerzen assoziiert mit Stuhlgang, veränderter Stuhlfrequenz oder Stuhlform
Abdominelle MigräneParoxysmale Episoden intensiver Schmerzen mit Begleitsymptomen (z. B. Übelkeit, Kopfschmerz)
FAP-NOSEpisodische oder kontinuierliche Schmerzen ohne Erfüllung der Kriterien für andere Subkategorien

Kontraindikationen

Der Review berichtet, dass in den eingeschlossenen Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Probiotika oder Synbiotika auftraten.

Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz zur Sicherheit von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit ist. Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen weitgehend, weshalb keine abschließenden Aussagen zum Nebenwirkungsprofil getroffen werden können.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass Probiotika zwar den allgemeinen Behandlungserfolg bei funktionellen Bauchschmerzen verbessern können, jedoch kaum zu einer vollständigen Schmerzfreiheit führen. Es wird betont, dass die Langzeitsicherheit in pädiatrischen Populationen bisher nicht ausreichend durch qualitativ hochwertige Studien belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review können Probiotika im Vergleich zu Placebo häufiger zu einem allgemeinen Behandlungserfolg führen. Eine vollständige Schmerzfreiheit wird dadurch jedoch meist nicht erreicht.

In den untersuchten Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet. Der Review schränkt jedoch ein, dass die Datenlage zur Langzeitsicherheit sehr schwach ist und weitere Studien benötigt werden.

Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen, die gesundheitliche Vorteile bieten sollen. Synbiotika sind laut Review eine Kombination aus diesen Probiotika und Präbiotika, welche das Wachstum der Bakterien fördern.

Der Review stützt sich auf die Rome-IV-Kriterien. Diese verlangen, dass die Schmerzen nicht durch eine andere medizinische Erkrankung erklärt werden können und über einen definierten Zeitraum bestehen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Probiotics for management of functional abdominal pain disorders in children (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien