Present-centered therapy bei PTBS: Cochrane Review
Hintergrund
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit der Present-centered therapy (PCT) bei Erwachsenen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Bei der PCT handelt es sich um eine manualisierte, nicht-traumafokussierte Psychotherapie.
Ursprünglich wurde die PCT als Kontrollbedingung in Studien zur Überprüfung der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-CBT) entwickelt. Neuere Untersuchungen deuteten jedoch darauf hin, dass die PCT eine eigenständige, wirksame Behandlungsoption darstellen könnte.
Ziel des Reviews war es zu ermitteln, ob die PCT im Vergleich zu Kontrollbedingungen Symptome lindert und ob sie ähnliche Ergebnisse wie die TF-CBT erzielt. Zudem wurde untersucht, ob die Therapieabbruchraten zwischen den Verfahren variieren.
Empfehlungen
Der Review fasst die Evidenz aus 12 randomisierten kontrollierten Studien zusammen und formuliert folgende zentrale Erkenntnisse:
Wirksamkeit im Vergleich zu Kontrollgruppen
Laut Review ist die PCT bei der Reduktion der PTBS-Symptomschwere signifikant wirksamer als eine Warteliste oder minimale Betreuung (moderate Evidenzqualität).
Vergleich von PCT und TF-CBT
Die Analyse konnte eine Nicht-Unterlegenheit der PCT gegenüber der TF-CBT direkt nach der Behandlung nicht bestätigen (niedrige Evidenzqualität). Die klinischen Unterschiede in der Symptomschwere zwischen beiden Therapieformen nehmen jedoch im zeitlichen Verlauf ab.
| Eigenschaft | Present-centered therapy (PCT) | Traumafokussierte CBT (TF-CBT) |
|---|---|---|
| Initiale Wirksamkeit | Geringer | Höher (Überlegenheit direkt post-therapeutisch) |
| Langzeitwirkung (6-12 Monate) | Unterschiede zur TF-CBT nehmen ab | Unterschiede zur PCT nehmen ab |
| Therapieabbruchrate | Ca. 14 % niedriger | Höher |
Klinische Einordnung
Der Review schlussfolgert in Übereinstimmung mit aktuellen klinischen Leitlinien, dass die PCT als Behandlungsoption für PTBS angeboten werden kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine TF-CBT nicht verfügbar ist.
Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die eingeschlossenen Studien primär auf die Testung der TF-CBT ausgelegt waren. Dies könnte die Ergebnisse zur Nicht-Unterlegenheit der PCT methodisch beeinflusst haben.
💡Praxis-Tipp
Obwohl die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-CBT) initial eine höhere Wirksamkeit zeigt, weist die Present-centered therapy (PCT) eine um etwa 14 % niedrigere Therapieabbruchrate auf. Der Review legt nahe, die PCT als valide Alternative in Betracht zu ziehen, wenn Betroffene eine traumafokussierte Behandlung ablehnen, abbrechen oder diese schlichtweg nicht verfügbar ist.
Häufig gestellte Fragen
Die PCT ist eine manualisierte, nicht-traumafokussierte Psychotherapie für Erwachsene mit posttraumatischer Belastungsstörung. Sie fokussiert sich auf aktuelle Lebensprobleme der Betroffenen, anstatt das Trauma direkt zu bearbeiten.
Laut Cochrane Review ist die TF-CBT direkt nach der Behandlung überlegen. Die Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen beiden Therapieformen verringern sich jedoch bei Nachbeobachtungen nach 6 und 12 Monaten deutlich.
Der Review zeigt, dass die Present-centered therapy (PCT) mit einer um etwa 14 % niedrigeren Therapieabbruchrate assoziiert ist als die TF-CBT. Dies wird mit moderater Evidenzqualität belegt.
Es wird geschlussfolgert, dass die PCT als Behandlungsoption angeboten werden kann, wenn eine TF-CBT nicht verfügbar ist. Sie stellt eine nachweislich wirksame Alternative zu reinen Wartelisten-Kontrollgruppen dar.
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Quelle: Cochrane Review: Present-centered therapy (PCT) for post-traumatic stress disorder (PTSD) in adults (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.