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Pharmakotherapie bei PTBS: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine weit verbreitete und stark einschränkende psychiatrische Erkrankung. Spezifische psychobiologische Dysfunktionen bei den Betroffenen haben das Interesse an medikamentösen Behandlungsansätzen in den letzten Jahren deutlich ansteigen lassen.

Dieser Artikel basiert auf einem systematischen Cochrane Review aus dem Jahr 2022. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit verschiedener Medikamentenklassen zur Reduktion von PTBS-Symptomen bei Erwachsenen.

Insgesamt wurden 66 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit über 7.400 Teilnehmern in die Auswertung einbezogen. Die Behandlungsdauer in den untersuchten Studien variierte zwischen 13 Tagen und 28 Wochen.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse klare Abstufungen hinsichtlich der medikamentösen Therapie der PTBS.

Erstlinientherapie

Laut Review werden Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von PTBS-Symptomen eingestuft. Die Evidenz für diese Empfehlung wird als moderat bewertet.

Es wird berichtet, dass unter einer SSRI-Therapie 58 % der Behandelten eine Besserung der Symptomatik zeigten, verglichen mit 35 % in der Placebo-Gruppe.

Zweitlinientherapie und Alternativen

Für andere Antidepressiva zeigt die Analyse ebenfalls positive Effekte, die jedoch auf einer niedrigen Evidenzqualität beruhen. Folgende Wirkstoffe können laut Review eine Besserung bewirken:

  • Das NaSSA Mirtazapin (Besserung bei 65 % der Behandelten vs. 22 % unter Placebo)

  • Das Trizyklische Antidepressivum (TCA) Amitriptylin (Besserung bei 50 % vs. 17 % unter Placebo)

Übersicht der Medikamentenklassen

MedikamentenklasseWirksamkeitsnachweisEvidenzqualitätBemerkung
SSRI (z.B. Paroxetin)Ja (Erstlinientherapie)ModeratLeicht erhöhte Abbruchrate durch Nebenwirkungen
NaSSA (Mirtazapin)JaNiedrigSignifikante Besserung in kleinen Studien
TCA (Amitriptylin)JaNiedrigSignifikante Besserung in kleinen Studien
AntipsychotikaNeinSehr niedrigKein Nachweis eines Nutzens gegenüber Placebo

Fehlende Wirksamkeit

Für die Gruppe der Antipsychotika konnte der Review keinen Nutzen hinsichtlich der Besserung von PTBS-Symptomen im Vergleich zu Placebo feststellen. Die Evidenz hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass unter einer Therapie mit SSRI (insbesondere Paroxetin) eine leicht erhöhte Rate an Therapieabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse zu verzeichnen ist. Dennoch wird betont, dass die absolute Abbruchquote mit 9 % insgesamt gering ausfällt. Es wird daher nahegelegt, die Therapieadhärenz zu Beginn einer SSRI-Behandlung engmaschig zu begleiten.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gelten Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als Erstlinientherapie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung. Die Auswertung zeigt, dass sie die Symptome bei der Mehrheit der Behandelten signifikant verbessern.

Der Review konnte keine Evidenz für einen Nutzen von Antipsychotika zur Besserung von PTBS-Symptomen im Vergleich zu Placebo finden. Die Datenlage hierzu wird als sehr niedrig eingestuft.

Es wird berichtet, dass Mirtazapin die PTBS-Symptome verbessern kann. Diese Erkenntnis basiert jedoch auf einer niedrigen Evidenzqualität und kleineren Studienpopulationen.

Die absolute Rate der Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen liegt unter SSRI bei etwa 9 %. Obwohl das Risiko für einen Abbruch im Vergleich zu Placebo leicht erhöht ist, wird die Quote insgesamt als gering bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Pharmacotherapy for post traumatic stress disorder (PTSD) (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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