PTBS-Prävention: Psychologische Frühinterventionen
Hintergrund
Die Prävention von langfristigen psychischen Beschwerden nach traumatischen Ereignissen ist ein wichtiges klinisches Anliegen. Bisherige systematische Übersichtsarbeiten haben gezeigt, dass einzelsitzige psychologische Debriefings nicht wirksam sind, um eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zu verhindern.
In den letzten 20 Jahren wurden daher andere Interventionsformen entwickelt. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit von mehrsitzigen psychologischen Frühinterventionen zur Prävention einer PTBS.
Die Zielgruppe der untersuchten Studien umfasst Erwachsene, die ein traumatisches Ereignis (Kriterium A1 nach DSM-IV) erlebt haben. Es handelt sich dabei um Personen, die zum Zeitpunkt der Intervention noch keine spezifischen psychologischen Beschwerden aufweisen.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, mehrsitzige psychologische Frühinterventionen pauschal bei allen Personen nach einem Trauma anzuwenden. Da die Evidenz für einen präventiven Nutzen gering ist und bei aktiven Kontrollgruppen sogar höhere Abbruchraten beobachtet wurden, wird von einer routinemäßigen Intervention bei asymptomatischen Betroffenen abgeraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Review haben frühere systematische Arbeiten gezeigt, dass einzelsitzige psychologische Debriefings nicht wirksam sind, um eine PTBS zu verhindern.
Der Review zeigt eine mögliche Reduktion der PTBS-Diagnosen nach 3 bis 6 Monaten im Vergleich zur Standardversorgung. Die Evidenzqualität ist jedoch niedrig, weshalb keine allgemeine Empfehlung für den routinemäßigen Einsatz ausgesprochen wird.
Der vorliegende Review stellt fest, dass in den untersuchten Studien keine Daten zu unerwünschten Ereignissen erfasst wurden. Es wird jedoch auf eine potenziell höhere Therapieabbruchrate im Vergleich zu aktiven Kontrollgruppen hingewiesen.
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Quelle: Cochrane Review: Multiple session early psychological interventions for the prevention of post-traumatic stress disorder (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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