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WHO2013

Stressbedingte Störungen: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Psychologische Erste Hilfe (PFA) wird als Basisintervention bei akuten traumatischen Stresssymptomen empfohlen.
  • Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder EMDR sind Mittel der Wahl bei PTBS.
  • Benzodiazepine und Antidepressiva sollen im ersten Monat nach einem Trauma nicht routinemäßig eingesetzt werden.
  • Bei sekundärer Enuresis nach Traumata ist die Psychoedukation der Eltern (Vermeidung von Bestrafung) essenziell.
  • Strukturierte psychologische Interventionen sollen bei Trauer ohne Vorliegen einer psychischen Störung nicht universell angeboten werden.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2013) richtet sich primär an medizinisches Personal in der primären Gesundheitsversorgung. Sie behandelt die Therapie von Problemen und Störungen, die spezifisch nach extremen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auftreten. Dazu zählen akute Stresssymptome im ersten Monat nach dem Ereignis, die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie unkomplizierte Trauer. Generell gilt: Organische Ursachen müssen stets ausgeschlossen werden.

Akute traumatische Stresssymptome

Die Symptomatik im ersten Monat umfasst Intrusionen, Vermeidung und Übererregung. Als Basisintervention sollte allen Betroffenen Psychologische Erste Hilfe (PFA) angeboten werden.

PopulationPsychologische InterventionPharmakotherapie
ErwachseneTraumafokussierte CBT sollte bei deutlicher Beeinträchtigung erwogen werden (Standard). Keine Empfehlung für alleiniges EMDR oder Entspannung.Benzodiazepine (Stark) und Antidepressiva (Standard) sollen nicht angeboten werden.
Kinder & JugendlicheKeine spezifische Empfehlung für frühe psychologische Interventionen.Benzodiazepine und Antidepressiva sollen nicht angeboten werden (Stark).

Spezifische akute Stresssymptome

  • Insomnie (Erwachsene): Entspannungsverfahren und Aufklärung über Schlafhygiene sollten erwogen werden (Standard). Benzodiazepine sollen nicht angeboten werden (Standard).
  • Insomnie (Kinder & Jugendliche): Benzodiazepine sollen nicht angeboten werden (Stark).
  • Sekundäre nicht-organische Enuresis (Kinder): Betreuer müssen über die negativen Effekte von Bestrafung aufgeklärt werden (Stark). Elterntraining, einfache Maßnahmen (Belohnungssysteme) und ggf. Alarm-Systeme sollten erwogen werden (Standard).
SymptomAltersgruppeEmpfehlung
Dissoziation / KonversionAlleKeine spezifische Empfehlung. Physische Ursachen ausschließen, PFA anwenden.
HyperventilationErwachsene & JugendlicheKeine spezifische Empfehlung zur Rückatmung in eine Papiertüte.
HyperventilationKinderRückatmung in eine Papiertüte soll nicht angewendet werden (Standard).

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Die Behandlung der PTBS stützt sich primär auf psychologische Verfahren.

TherapieformErwachseneKinder & Jugendliche
PsychologischEinzel- oder Gruppen-CBT mit Traumafokus, EMDR oder Stressmanagement sollten erwogen werden (Standard).Einzel- oder Gruppen-CBT mit Traumafokus oder EMDR sollten erwogen werden (Standard).
PharmakologischSSRI und TCA sind keine Erstlinientherapie. Einsatz nur, wenn psychologische Therapien versagen/fehlen oder bei komorbider schwerer Depression (Standard).Antidepressiva sollen nicht zur Behandlung der PTBS eingesetzt werden (Stark).

Trauer ohne psychische Störung

Trauer ist eine normale Reaktion. Wenn die Kriterien einer psychischen Störung nicht erfüllt sind, gelten folgende Empfehlungen:

  • Strukturierte psychologische Interventionen sollen nicht universell für alle Trauernden angeboten werden (Stark).
  • Benzodiazepine sollen Trauernden nicht angeboten werden (Stark).
  • Allgemeine Prinzipien der guten Kommunikation, soziale Unterstützung und kulturspezifische Trauerrituale sollen gefördert werden.

💡Praxis-Tipp

Verschreiben Sie im ersten Monat nach einem Trauma keine Benzodiazepine oder Antidepressiva zur Behandlung akuter Stresssymptome. Setzen Sie stattdessen auf Psychologische Erste Hilfe (PFA).

Häufig gestellte Fragen

Nein, die WHO rät von Benzodiazepinen im ersten Monat nach einem Trauma ab. Empfohlen werden Entspannungsverfahren und Schlafhygiene.
Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder EMDR. Antidepressiva (SSRI/TCA) sind bei Erwachsenen nur Mittel der zweiten Wahl, bei Kindern strikt kontraindiziert.
Wichtig ist die Psychoedukation der Eltern, um strafendes Verhalten zu vermeiden. Einfache Verhaltensinterventionen wie Belohnungssysteme werden empfohlen.
Bei Kindern soll dies nicht angewendet werden. Bei Erwachsenen und Jugendlichen gibt es keine spezifische Empfehlung, physische Ursachen müssen jedoch ausgeschlossen werden.

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