Autismus: Pharmakotherapie bei Aggression & Reizbarkeit
Hintergrund
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind häufig mit besorgniserregenden Verhaltensweisen wie Reizbarkeit, Aggressivität und Selbstverletzung verbunden. Diese Symptome können für die Betroffenen und ihr Umfeld stark belastend sein.
Zur Behandlung dieser Verhaltensweisen werden in der Praxis oft verschiedene psychotrope Medikamente off-label eingesetzt. Die Evidenz für deren Wirksamkeit und Sicherheit ist jedoch oft unklar.
Der vorliegende Cochrane Review (2023) untersucht die Effekte verschiedener pharmakologischer Interventionen auf Reizbarkeit, Aggression und Selbstverletzung bei Menschen mit ASS. Dabei werden sowohl die kurzfristige Wirksamkeit als auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen beleuchtet.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review sollten bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen immer zuerst nicht-pharmakologische Interventionen ausgeschöpft werden, bevor Medikamente gegen Verhaltensauffälligkeiten eingesetzt werden. Falls eine medikamentöse Therapie mit atypischen Antipsychotika indiziert ist, wird aufgrund des hohen Risikos für metabolische und neurologische Nebenwirkungen ein strenges Monitoring empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine klare Evidenz dafür, dass Antidepressiva die Reizbarkeit bei Autismus reduzieren. Zudem können sie unerwünschte Wirkungen wie impulsives Verhalten und Stereotypien verstärken.
Atypische Antipsychotika wie Risperidon und Aripiprazol zeigen die beste Evidenz zur Reduktion von Reizbarkeit und potenziell Aggression. Der Review betont jedoch, dass die Datenlage zur isolierten Aggression sehr unsicher ist.
Der Review zeigt, dass Neurohormone wie Oxytocin einen minimalen bis gar keinen klaren Effekt auf die Reizbarkeit haben. Es wurden auch keine Daten zur Wirkung auf Aggression oder Selbstverletzung gefunden.
Die Studien zeigen ein deutlich erhöhtes Risiko für metabolische und neurologische Nebenwirkungen. Dazu gehören laut Review vor allem Gewichtszunahme, Sedierung, Schwindel und Tremor.
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Quelle: Cochrane Review: Pharmacological intervention for irritability, aggression, and self-injury in autism spectrum disorder (ASD) (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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