Katatone Schizophrenie: Antipsychotika und EKT-Therapie
Hintergrund
Dieser systematische Cochrane Review (2022) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Antipsychotika bei Schizophrenie-Spektrum-Störungen, die mit katatonen Symptomen einhergehen. Katatone Symptome wie Stupor, Mutismus oder Negativismus gelten historisch als Prädiktor für ein schlechtes Therapieansprechen.
Die Standardtherapie der Katatonie besteht meist aus Benzodiazepinen (wie Lorazepam) oder der Elektrokonvulsionstherapie (EKT). Der Einsatz von Antipsychotika in dieser Patientengruppe wird kontrovers diskutiert.
Einerseits sind Antipsychotika die Basistherapie der Schizophrenie, andererseits besteht die Sorge, dass sie katatone Symptome verschlechtern oder ein lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) auslösen könnten. Der Review zielte darauf ab, diese Unsicherheiten durch die Auswertung randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zu klären.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review ist die Evidenz für Antipsychotika bei katatoner Schizophrenie sehr schwach, wobei die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) in den ersten Wochen einen leichten Vorteil bieten könnte. Es wird hervorgehoben, dass bei der Gabe von Antipsychotika in dieser Patientengruppe stets auf Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms (MNS) oder eine Verschlechterung der Katatonie geachtet werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es Hinweise aus einer sehr kleinen Studie, dass Antipsychotika wie Risperidon katatone und positive Symptome verbessern können. Die Evidenz ist jedoch von sehr niedriger Qualität, sodass keine sicheren Schlüsse gezogen werden können.
In der einzigen vom Review eingeschlossenen Studie zeigte die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) in den ersten drei Wochen eine signifikant stärkere Symptombesserung als Risperidon. Beide Verfahren führten jedoch zu einer grundsätzlichen Besserung bei Personen, die nicht auf Lorazepam ansprachen.
Der Review stellt fest, dass die Evidenz weder ausreicht, um Antipsychotika in dieser Situation klar zu empfehlen, noch um sie strikt abzulehnen. Es wird jedoch betont, dass ein Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom besteht und eine strenge klinische Überwachung erfolgen sollte.
Unter Risperidon wurden extrapyramidalmotorische Symptome wie Parkinsonoid und Akathisie beobachtet. Bei der EKT traten laut Review Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust und in einem Fall ein verlängerter Krampfanfall auf.
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Quelle: Cochrane Review: Antipsychotics for schizophrenia spectrum disorders with catatonic symptoms (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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