Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Cochrane Review
Hintergrund
Medizinisches Personal ist bei der Behandlung hochinfektiöser Erkrankungen wie COVID-19, SARS oder Ebola einem stark erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Der Kontakt mit kontaminierten Körperflüssigkeiten erfordert den konsequenten Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
Ein systematischer Cochrane-Review aus dem Jahr 2020 untersucht, welche Arten von PSA den besten Schutz bieten. Zudem wird evaluiert, welche Methoden zum An- und Ablegen (Donning und Doffing) am sichersten sind und wie das Personal optimal geschult werden kann.
Die Evidenz basiert überwiegend auf Simulationsstudien, in denen die Exposition mit fluoreszierenden Markern oder harmlosen Mikroben nachgestellt wurde. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wird von den Autoren als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.
Empfehlungen
Der Review formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung:
Arten der Schutzausrüstung
Eine großflächigere Körperbedeckung führt laut den Daten zu einem besseren Schutz, erschwert jedoch das An- und Ablegen. Atmungsaktivere Materialien bieten einen vergleichbaren Schutz bei höherem Tragekomfort (sehr niedrige Evidenz).
| PSA-Kombination | Schutzwirkung (Kontamination) | Handhabung (An-/Ablegen) |
|---|---|---|
| PAPR (Atemschutz) + Overall | Besser als N95-Maske + Kittel | Erschwertes Anlegen |
| Kittel (lang) | Besser als Schürze | Leichteres Ablegen als Overall |
| Atmungsaktives Material | Ähnlich wie wasserabweisend | Höherer Tragekomfort |
Modifikationen der PSA
Bestimmte Anpassungen der Schutzkleidung können das Kontaminationsrisiko signifikant senken. Dazu gehören laut den Studiendaten:
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Versiegelte Kombinationen aus Kittel und Handschuhen
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Enger anliegende Kittel an Hals und Handgelenken
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Zusätzliche Greiflaschen an Masken und Handschuhen zur Erleichterung des Ablegens
An- und Ablegen (Donning und Doffing)
Das strikte Befolgen von Leitlinien (wie den CDC-Empfehlungen) beim Ablegen der PSA reduziert die Selbstkontamination. Folgende Maßnahmen werden als vorteilhaft beschrieben:
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Tragen von zwei Paar Handschuhen (Double-Gloving)
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Gleichzeitiges Entfernen von Kittel und Handschuhen in einem Schritt
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Mündliche Anweisungen durch eine Hilfsperson während des Ablegens
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Desinfektion der Handschuhe vor dem Ablegen mit Bleichmittel oder quartären Ammoniumverbindungen
Schulungsmaßnahmen
Aktive Trainingsmethoden zeigen eine höhere Wirksamkeit als passive Informationsvermittlung. Präsenzschulungen, Videos und Computersimulationen führen zu weniger Fehlern beim Ablegen als reine Textbroschüren oder klassische Vorträge.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review ist die Desinfektion der äußeren Handschuhe vor dem Ablegen eine wirksame Maßnahme zur Reduktion der Kontamination. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass hierfür Bleichmittel oder quartäre Ammoniumverbindungen genutzt werden sollten. Alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel zeigten in den untersuchten Studien keinen schützenden Effekt bei der Handschuhdesinfektion.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review bietet eine umfassende Körperbedeckung, wie ein fremdbelüfteter Atemschutz (PAPR) mit Overall, den höchsten Schutz. Diese Kombination ist jedoch mit einem erschwerten An- und Ablegen verbunden.
Es wird empfohlen, standardisierte Protokolle wie die CDC-Richtlinien zu befolgen. Das Tragen von zwei Paar Handschuhen und mündliche Anweisungen durch eine zweite Person während des Ablegens reduzieren laut den Studiendaten die Fehlerquote.
Die Evidenz zeigt, dass alkoholbasierte Desinfektionsmittel bei der Handschuhdesinfektion vor dem Ablegen nicht effektiv sind. Stattdessen verweisen die Autoren auf die Nutzung von Bleichmitteln oder quartären Ammoniumverbindungen.
Aktive Trainingsformate wie Präsenzschulungen, Videos oder Computersimulationen sind passiven Methoden überlegen. Sie führen laut Review zu einer signifikanten Reduktion von Fehlern beim Ablegen der Schutzkleidung.
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Quelle: Cochrane Review: Personal protective equipment for preventing highly infectious diseases due to exposure to contaminated body fluids in healthcare staff (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.