ClariMedClariMed
Infectious Diseases Society of America (IDSA)2021InfektiologieInfection Control

COVID-19 Infektionsschutz für Personal: IDSA-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Infectious Diseases Society of America (IDSA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei der Routineversorgung von COVID-19-Patienten wird das Tragen eines medizinischen Mundschutzes oder einer N95-Maske stark empfohlen.
  • Das Tragen eines Augenschutzes wird als Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bedingt empfohlen.
  • Bei Aerosol-generierenden Prozeduren (AGP) ist zwingend eine N95-Maske (oder höherwertig) anstelle eines einfachen Mundschutzes zu verwenden.
  • Bei Ressourcenmangel können N95-Masken für AGPs wiederaufbereitet oder durch das Tragen eines Gesichtsschilds für eine verlängerte Nutzung geschützt werden.
  • Für das Tragen von doppelten Handschuhen oder Schuhüberziehern gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz (Wissenslücke).
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die IDSA-Leitlinie befasst sich mit Infektionspräventionsmaßnahmen für medizinisches Personal (HCP), das Patienten mit vermuteter oder bestätigter COVID-19-Infektion versorgt. Die Empfehlungen basieren auf dem "Crisis Standards of Care"-Konzept, welches die Verfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) in reguläre (Conventional), bedingte (Contingency) und Krisen-Szenarien (Crisis) unterteilt.

Routineversorgung von COVID-19-Patienten

Für die reguläre Patientenversorgung ohne Aerosol-generierende Prozeduren gelten folgende Empfehlungen für die PSA (zusätzlich zu Kittel und Handschuhen):

  • Starke Empfehlung: Verwendung eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer N95-Maske (bzw. N99 oder PAPR) im Vergleich zu keiner Maske.
  • Bedingte Empfehlung: Verwendung eines Augenschutzes (z. B. Gesichtsschild oder Schutzbrille) im Vergleich zu keinem Augenschutz.

Für folgende Maßnahmen gibt es aufgrund fehlender Evidenz keine Empfehlung (Wissenslücke):

  • Tragen von doppelten Handschuhen (Double Gloving)
  • Verwendung von Schuhüberziehern

Aerosol-generierende Prozeduren (AGP)

Aerosol-generierende Prozeduren bergen ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2. Zu den AGPs zählen laut Leitlinie unter anderem:

OrganisationBeispiele für Aerosol-generierende Prozeduren (AGP)
CDC / WHOEndotracheale Intubation und Extubation
CDC / WHOBronchoskopie
CDC / WHOHerz-Lungen-Wiederbelebung (CPR)
CDC / WHONicht-invasive Beatmung (z. B. BiPAP, CPAP)
CDC / WHOOffenes Absaugen der Atemwege
CDC / WHOTracheotomie

Bei der Durchführung von AGPs bei COVID-19-Patienten unter regulären Bedingungen (Conventional Settings) gilt:

  • Starke Empfehlung: Das Personal muss eine N95-Maske (oder N99/PAPR) anstelle eines einfachen medizinischen Mundschutzes tragen.

Strategien bei Ressourcenmangel (Contingency / Crisis)

Bei einem Mangel an N95-Masken empfiehlt die IDSA spezifische Strategien zur Verlängerung der Nutzungsdauer oder Wiederverwendung bei AGPs:

StrategieEmpfehlungBemerkung
Wiederaufbereitete N95-MaskeBedingte EmpfehlungNutzung einer aufbereiteten N95-Maske ist einem einfachen Mundschutz vorzuziehen.
Verlängerte Nutzung (Extended Use)Starke EmpfehlungAbdeckung der N95-Maske mit einem Gesichtsschild oder Mundschutz zum Schutz vor Kontamination.
Wiederverwendung (Reuse)Bedingte EmpfehlungAbdeckung der N95-Maske mit einem Gesichtsschild oder Mundschutz. Setzt strikte Handhygiene beim An- und Ablegen voraus.

Weitere Präventionsmaßnahmen

  • Fit-Testing: N95-Masken erfordern ein formelles Fit-Testing (Dichtsitzprüfung), um maximalen Schutz zu gewährleisten. Eine rein visuelle Prüfung reicht nicht aus.
  • Universelles Maskentragen: Das universelle Tragen von Masken im Krankenhausumfeld reduziert die nosokomiale Übertragung von respiratorischen Viren signifikant.
  • Isolierzimmer (Negative Pressure): Die Rolle von Unterdruckzimmern für die Routineversorgung ist unklar. Bei begrenzter Verfügbarkeit sollten diese für Patienten reserviert werden, bei denen AGPs durchgeführt werden.

💡Praxis-Tipp

Schützen Sie Ihre N95-Maske bei Ressourcenmangel während Aerosol-generierender Prozeduren (AGP) mit einem zusätzlichen Gesichtsschild oder einem chirurgischen Mundschutz, um eine sichere verlängerte Nutzung (Extended Use) zu ermöglichen. Achten Sie auf strikte Handhygiene nach dem Ablegen der äußeren Schicht.

Häufig gestellte Fragen

Laut IDSA wird mindestens ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder eine N95-Maske dringend empfohlen.
Die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung für das Tragen eines Augenschutzes aus, da es Hinweise auf eine Reduktion der Infektionsrate gibt und der Aufwand für diese Maßnahme gering ist.
Bei AGPs (z. B. Intubation, Bronchoskopie) wird dringend empfohlen, eine N95-Maske (oder höherwertig wie N99/PAPR) anstelle eines einfachen Mundschutzes zu tragen.
Für das Tragen von doppelten Handschuhen oder Schuhüberziehern gibt es aktuell keine ausreichende Evidenz. Die IDSA spricht hierfür keine Empfehlung aus (Wissenslücke).
Die CDC schlägt vor, die Wiederverwendung (Reuse) einer N95-Maske auf maximal fünf Einsätze zu beschränken, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.

Verwandte Leitlinien