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Autismus-Diagnose im Vorschulalter: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind neurologische Entwicklungsstörungen. Sie sind durch Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation sowie durch eingeschränkte Interessen und repetitive Verhaltensweisen gekennzeichnet.

Der klinische Verlauf von Kindern mit einer Autismus-Diagnose ist sehr unterschiedlich. Aktuelle Forschungen deuten darauf hin, dass einige Kinder die diagnostischen Kriterien im Laufe der Zeit möglicherweise nicht mehr erfüllen.

Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersuchte daher die Prognose von Vorschulkindern mit einer ASS-Diagnose. Ziel war es zu ermitteln, welcher Anteil der Kinder die Kriterien bei einer späteren Nachuntersuchung weiterhin erfüllt.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review fasst die Evidenz zur Stabilität der Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusammen.

Studienpopulation und Methodik

Die Meta-Analyse schloss Daten von über 11.000 Kindern ein, die vor ihrem sechsten Lebensjahr eine ASS-Diagnose erhielten. Das Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose lag bei 3,19 Jahren.

Die Nachuntersuchungen fanden im Durchschnitt knapp drei Jahre später statt. Der Großteil der untersuchten Kinder war männlich (81 Prozent).

Zentrale Ergebnisse zur Diagnose-Stabilität

Die Auswertung der Daten zeigt eine hohe Stabilität der früh gestellten Diagnosen:

  • 92 Prozent der Kinder erfüllten auch bei der Nachuntersuchung weiterhin die diagnostischen Kriterien für eine ASS (95 %-Konfidenzintervall 89 % bis 95 %).

  • Etwa neun von zehn Kindern behalten somit ihre ursprüngliche Diagnose im weiteren Verlauf bei.

  • Es lagen keine ausreichenden Daten vor, um Veränderungen in spezifischen Domänen wie der sozialen Kommunikation isoliert zu bewerten.

Qualität der Evidenz

Die Autoren des Reviews bewerten die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz nach GRADE als niedrig.

Dies wird mit methodischen Einschränkungen, Inkonsistenzen und einem hohen Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) in 95 Prozent der eingeschlossenen Studien begründet. Zudem basierten nur wenige Studien auf aktuellen Klassifikationssystemen wie dem DSM-5 oder der ICD-11.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review erweist sich eine im Vorschulalter gestellte Autismus-Diagnose in den meisten Fällen als stabil, da über 90 Prozent der Kinder die Kriterien auch Jahre später noch erfüllen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die aktuelle Studienlage methodische Schwächen aufweist und oft ältere Diagnosekriterien nutzt. Bei der Aufklärung von Eltern sollte diese hohe, aber mit gewisser Unsicherheit behaftete Diagnosestabilität transparent kommuniziert werden.

Häufig gestellte Fragen

Ein Cochrane Review zeigt, dass 92 Prozent der Kinder, die vor dem sechsten Lebensjahr diagnostiziert wurden, die Kriterien auch bei späteren Nachuntersuchungen erfüllen. Die Diagnose gilt demnach als sehr stabil.

Laut den untersuchten Daten erfüllen etwa 8 Prozent der früh diagnostizierten Kinder die Kriterien im weiteren Verlauf nicht mehr. Die Autoren weisen jedoch auf die niedrige Qualität der Evidenz hin, was diese Zahl mit Unsicherheiten behaftet.

Der Review bemängelt, dass nur sehr wenige der eingeschlossenen Studien aktuelle Klassifikationssysteme wie das DSM-5 oder die ICD-11 nutzten. Die meisten Daten basieren auf älteren diagnostischen Standards.

Die mittlere Nachbeobachtungszeit in den analysierten Studien betrug 2,86 Jahre. Die Spanne der Follow-up-Dauer reichte dabei von einem Jahr bis zu über zwölf Jahren.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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