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Akute Pankreatitis: Magensonde vs. Jejunalsonde (Cochrane)

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines Cochrane-Reviews zur Ernährung bei schwerer akuter Pankreatitis. Die klinische Ernährung stellt einen essenziellen Aspekt in der Behandlung dieser Erkrankung dar.

Grundsätzlich bietet die enterale Ernährung Vorteile gegenüber der parenteralen Ernährung und wird als bevorzugte Methode angesehen. Häufig wird eine enterale Ernährung über eine nasojejunale Sonde empfohlen.

Die Anlage einer nasogastralen Sonde ist jedoch technisch einfacher durchzuführen als die Platzierung einer nasojejunalen Sonde. Der vorliegende Review untersucht, ob eine der beiden Methoden in Bezug auf Mortalität und Morbidität überlegen ist.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane-Review vergleicht die nasogastrale mit der nasojejunalen Sondenernährung bei schwerer akuter Pankreatitis.

Kernaussagen zur Wirksamkeit

Laut Review gibt es unzureichende Evidenz, um eine Überlegenheit, Unterlegenheit oder Gleichwertigkeit der beiden Methoden festzustellen. Es wird betont, dass die Wahl des Zugangs basierend auf der aktuellen Datenlage nicht eindeutig vorgegeben werden kann.

Die Analyse der eingeschlossenen Studien zeigte folgende Ergebnisse im Vergleich der beiden Sondenarten:

  • Mortalität: Es zeigte sich kein Nachweis eines Effekts auf die Sterblichkeit.

  • Sekundäre Endpunkte: Auch bei Organversagen, Infektionsraten oder der Notwendigkeit chirurgischer Eingriffe gab es keine signifikanten Unterschiede.

  • Komplikationen: Weder bei prozeduralen Komplikationen noch bei schmerzbedingten Exazerbationen konnte ein Unterschied nachgewiesen werden.

Übersicht der Endpunkte

Klinischer EndpunktUnterschied zwischen NG und NJVertrauenswürdigkeit der Evidenz
MortalitätKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
OrganversagenKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
InfektionsrateKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
SchmerzexazerbationKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
Prozedurale KomplikationenKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig

Einschränkungen der Evidenz

Die Autoren des Reviews weisen darauf hin, dass die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für alle untersuchten Endpunkte sehr niedrig ist. Dies wird auf indirekte Vergleiche und Ungenauigkeiten in den eingeschlossenen Studien zurückgeführt.

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💡Praxis-Tipp

Da der Review keine Überlegenheit der technisch aufwendigeren nasojejunalen Sonde belegen kann, stellt die technisch einfacher zu platzierende nasogastrale Sonde eine gleichwertig zu evaluierende Option dar. Es wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenzlage keine der beiden Methoden eindeutig favorisiert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review gibt es unzureichende Evidenz, um eine Überlegenheit der nasogastralen oder nasojejunalen Sonde festzustellen. Beide Methoden zeigten in den untersuchten Studien keine signifikanten Unterschiede bei Mortalität oder Komplikationen.

Der Review hält fest, dass die enterale Ernährung grundsätzlich Vorteile gegenüber der parenteralen Ernährung bietet. Sie wird als die bevorzugte Methode der Nahrungszufuhr bei schwerer akuter Pankreatitis angesehen.

Es konnte kein Unterschied bei prozeduralen Komplikationen oder Komplikationen durch die Nahrungszufuhr nachgewiesen werden. Die Evidenzqualität für diese Aussage wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Historisch wird die nasojejunale Sonde oft empfohlen, um das Pankreas weniger zu stimulieren. Der aktuelle Review zeigt jedoch, dass die technisch deutlich einfachere nasogastrale Sonde in den klinischen Endpunkten keine nachweisbaren Nachteile aufweist.

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Quelle: Cochrane Review: Nasogastric versus nasojejunal tube feeding for severe acute pancreatitis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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