Bronchiolitis: Flüssigkeitsgabe enteral vs. parenteral
Hintergrund
Die Behandlung von Kindern unter zwei Jahren, die wegen einer Bronchiolitis hospitalisiert werden, erfolgt primär supportiv. Bis zu 50 Prozent der betroffenen Säuglinge benötigen aufgrund von Dehydratation oder Problemen bei der oralen Nahrungsaufnahme eine nicht-orale Flüssigkeitstherapie.
Die beiden am häufigsten angewendeten Methoden sind die parenterale intravenöse (IV) Gabe und die enterale Zufuhr über eine Magen- oder Nasensonde. Dieser Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit beider Verfahren.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract einer Meta-Analyse von zwei randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 810 Kindern.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass die enterale Flüssigkeitstherapie über eine Sonde bei Säuglingen mit Bronchiolitis der intravenösen Gabe in praktischen Aspekten überlegen ist. Es wird eine deutlich höhere Erfolgsrate bei der Erstanlage beschrieben, was dem Kind potenziell wiederholte Punktionsversuche erspart. Zudem ist ein Wechsel der Therapieform im Verlauf seltener erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es hinsichtlich der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus keinen Unterschied zwischen enteraler Sonde und intravenöser Gabe. Die enterale Sonde bietet jedoch Vorteile bei der Erstanlage und führt seltener zu einem Therapiewechsel.
Nein, die Studienergebnisse zeigen keinen relevanten Unterschied in der Liegezeit. Die theoretische und tatsächliche Aufenthaltsdauer ist bei beiden Therapieformen vergleichbar.
Schwere unerwünschte Ereignisse sind bei beiden Methoden selten. Der Review berichtet jedoch, dass lokale Komplikationen nach der Entlassung bei intravenösen Zugängen häufiger auftreten als bei enteralen Sonden.
Die Auswertung der Studien zeigt, dass die Zufriedenheit der Eltern bei beiden Modalitäten hoch ist. Die Art der Flüssigkeitszufuhr scheint die elterliche Akzeptanz nicht negativ zu beeinflussen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Parenteral versus enteral fluid therapy for children hospitalised with bronchiolitis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Fluid restriction in the management of transient tachypnea of the newborn
Cochrane Review: High-flow nasal cannula therapy for infants with bronchiolitis
Cochrane Review: Short versus long feeding interval for bolus feedings in very preterm infants
Cochrane Review: Early full enteral feeding for preterm or low birth weight infants
Cochrane Review: Chest physiotherapy for acute bronchiolitis in paediatric patients between 0 and 24 months old
Cochrane Review: Delayed introduction of progressive enteral feeds to prevent necrotising enterocolitis in very low birth weight infants
Cochrane Review: Continuous versus bolus intermittent intragastric tube feeding for preterm and low birth weight infants with gastro-oesophageal reflux disease
Cochrane Review: Continuous positive airway pressure (CPAP) for acute bronchiolitis in children
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen